{"id":23229,"date":"2020-10-30T11:13:20","date_gmt":"2020-10-30T10:13:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/?p=23229"},"modified":"2020-10-30T11:13:20","modified_gmt":"2020-10-30T10:13:20","slug":"intensivpflege-fuer-mehr-lebensqualitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/2020\/10\/intensivpflege-fuer-mehr-lebensqualitaet\/","title":{"rendered":"Intensivpflege f\u00fcr mehr Lebensqualit\u00e4t"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-color wp-block-paragraph\" style=\"color:#444545\"><strong>Seit \u00fcber sieben Jahren gibt es die Ambulante Intensivpflege Becker. 110 Mitarbeiter versorgen die Patienten, die 24 Stunden betreut werden m\u00fcssen. \u201eEs ist eine anspruchsvolle Arbeit\u201c, erz\u00e4hlt Martin Becker, der \u00fcber 30 Jahre lang in den Intensivstationen von Krankenh\u00e4usern gearbeitet hat<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Fachkrankenpfleger f\u00fcr An\u00e4sthesie und Intensivmedizin spricht \u00fcber die hohen Anforderungen, die gerade bei der Kinderintensivpflege verlangt werden. \u201eEs kann passieren, dass das qualifizierte Pflegepersonal mit den Emotionen nicht zurecht kommt. Fachwissen in der Pflege und menschliche Reife wird f\u00fcr diese Arbeit verlangt\u201c, so Becker. Gemeinsam mit seiner Frau Brigitte Becker, die Krankenschwester und Fachkrankenschwester f\u00fcr Ambulante Intensivpflege ist, haben sie sich damals selbst\u00e4ndig gemacht. \u201eDer Vorteil unserer Selbstst\u00e4ndigkeit ist, dass wir uns mit unserem Team auf jeden einzelnen Patienten einstellen k\u00f6nnen und ihm dadurch mehr Lebensqualit\u00e4t schaffen m\u00f6chten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mitarbeiter in der Ambulanten Intensivpflege arbeiten anders. Sie sind nah am Patienten. Es ist eine 1:1 Versorgung mit einer ganz pers\u00f6nlichen Art von Verantwortung. Denn intensivpflichtige Menschen ben\u00f6tigen mehr als andere, ein Gef\u00fchl der N\u00e4he, Liebe, Zuneigung, der sozialen Integration und eine ganz besondere Fachkompetenz. Vor f\u00fcnf Jahren er\u00f6ffnete der Intensiv-Pflegedienst eine Wohngemeinschaft f\u00fcr intensivst pflegebed\u00fcrftige Menschen. Dass Bedarf da ist, zeigt sich darin, dass viele Anfragen da sind. Denn in vielen F\u00e4llen sind die Wohnungen f\u00fcr eine intensivpflegerische Versorgung ungeeignet, oder die Angeh\u00f6rigen f\u00fchlen sich mit der neuen Situation \u00fcberfordert. Die WG erm\u00f6glicht den Bewohnern damit eine Grundlage f\u00fcr soziale Kontakte und f\u00fcr einen selbstbestimmten Lebensalltag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die AIB hat zwei Wohngemeinschaften. Eine in F\u00fcssen im Elisabeth-Seifert-Haus sowie in Nesselwang. In den WGs ist eine 2:1 Versorgung. Das bedeutet, dass eine Fachkraft zwei Bewohner versorgt. Mit acht Pl\u00e4tzen in F\u00fcssen (f\u00fcnf Pl\u00e4tze sind belegt), und sechs Pl\u00e4tzen in Nesselwang (davon zwei belegt) sind noch Kapazit\u00e4ten frei. Beide Wohngemeinschaften haben gro\u00dfe und helle Zimmer sowie sch\u00f6ne Gemeinschaftsr\u00e4ume und liegen zentral. Im M\u00e4rz, als sich die Corona-Krise bemerkbar machte, verlegte man die Bewohner aus Nesselwang nach F\u00fcssen, und nutzte die Wohnung in Nesselwang f\u00fcr eine etwaige Quarant\u00e4nestation, falls ein Bewohner sich mit dem Virus infizieren sollte. \u201eWir sind alle froh, dass dies nicht passiert ist. Mittlerweile sind die beiden Bewohner wieder in Nesselwang\u201c, erz\u00e4hlt der Firmenchef. In der Wohngemeinschaft k\u00f6nnen intensivpflichtige Patienten mit unterschiedlichsten Erkrankungen aufgenommen werden: Langzeit-Beatmung, Zwerchfell-Schrittmacher-Beatmung, COPD, ALS, Wachkoma sowie mit allen behandlungspflegerischen Anforderungen wie: parenterale Ern\u00e4hrung, Sonden-Ern\u00e4hrung, Infusionstherapie, Port-Versorgung, Katheterisierung\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass eine Wohngemeinschaft f\u00fcr intensivst pflegebed\u00fcrftige Menschen keineswegs eine Sackgasse sein muss, betont Martin Becker immer wieder. Er erz\u00e4hlt von einem Patienten, den der AIB vor drei Jahren aus einer Rehaklinik \u00fcbernahm und laut der Rehaklinik als nicht f\u00f6rderbar entlassen wurde. \u201eDer Patient hatte eine Trachialkan\u00fcle und sa\u00df im Rollstuhl. Gemeinsam mit den Therapeuten ist es uns gelungen, dass der Mann heute selbst\u00e4ndig essen und trinken kann, keinen Rollstuhl ben\u00f6tigt und wieder seinem Hobby, dem Reiten, nachgehen kann. Es ist sehr wichtig, dass Patienten gef\u00f6rdert werden, um den Umstand zu halten oder ihre F\u00e4higkeiten zu verbessern.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den sieben Jahren der AIB hat sich die Intensivpflege f\u00fcr Kinder deutlich verst\u00e4rkt. \u201eWir werden auch wirklich in allen Bereichen gerade in der Kinderversorgung angefragt\u201c, so Martin Becker. Derzeit werden neun Kinder im Alter von drei Monaten bis 18 Jahren versorgt. \u201eWir begleiten intensivpflichtige Kinder in den Kindergarten und Schule oder fahren auch mit in den Urlaub, weil sie in dem Zeitrahmen auch optimal versorgt werden m\u00fcssen\u201c, beschreibt der Fachkrankenpfleger die Arbeit. Examinierte Pflegekr\u00e4fte zu bekommen ist zur Zeit nicht einfach. Oft sind es Frauen, die diesen Beruf aus\u00fcben. Aktuell sind knapp 1,1 Mio. Personen bei Pflegediensten und in Pflegeheimen besch\u00e4ftigt. Mehr als 85 % davon sind Frauen. Die Mehrheit des Personals, etwa 72 %, ist teilzeitbesch\u00e4ftigt. Bei Umrechnung auf Vollzeit\u00e4quivalente ergeben sich insgesamt 764.000 Vollzeitstellen (Quelle: Statistisches Bundesamt).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Interview mit unserem Magazin erz\u00e4hlt Martin Becker \u00fcber die aktuelle Arbeitsmarktlage.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Sie haben erw\u00e4hnt, dass medizinisches Fachpersonal sehr schwer zu bekommen ist.<\/strong><br>Ja, das ist tats\u00e4chlich so. Die Vers\u00e4umnisse im Pflegebereich der letzten Jahrzehnte sind nun deutlich sichtbar und erfordern eine gro\u00dfe Eigeninitiative der betroffenen Arbeitgeber.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wie beugen Sie dem Defizit vor?<\/strong><br>\u00dcblicherweise ist die Ausbildung zur Gesundheitspflege den Krankenh\u00e4usern vorbehalten. Wir haben den Status, selber ausbilden zu d\u00fcrfen, und sind auch Kooperationen mit der Krankenpflegeschule in Reutte und Kaufbeuren eingegangen. Gemeinsam haben wir vor einigen Jahren schon ein passendes Ausbildungskonzept erarbeitet und leisten damit einen Beitrag, dem allgemeinen Pflegenotstand entgegenzuwirken. Zus\u00e4tzlich haben wir unseren Standort gewechselt, weil das Einzugsgebiet in Kempten viel gr\u00f6\u00dfer ist als in F\u00fcssen. Dadurch konnten wir f\u00fcr unsere verschiedenen Einsatzorte Mitarbeiter gewinnen. Ein weiterer Punkt sind die Arbeitszeiten und die M\u00f6glichkeit zwischen der 1:1 Betreuung und der WG zu switchen. Wir legen auch einen gro\u00dfen Wert auf die Einarbeitungszeit. Die ist bei jedem Mitarbeiter verschieden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die neue Ausbildung zur Gesundheitspflege wird gerade in ganz Europa angepasst &#8211; eine generalistische Ausbildung. Was halten Sie davon?<\/strong><br>Im Zuge dieser Umstellung werden die Ausbildungen strenger geregelt. Aber sie sind nicht ausgereift. Es wurde gesagt, dass in der P\u00e4diatrie von jedem(r) Pflegesch\u00fcler\/in Stunden abgeleistet werden m\u00fcssen. Wir haben in unserer Region wenige Kinderstationen. Da wir Kinderintensivpflege haben, k\u00f6nnen wir diesen Bereich abdecken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>W\u00e4re es nicht einfacher, medizinische Fachkr\u00e4fte aus dem Ausland anzuwerben?<\/strong><br>Das tun wir bereits. Erhalten wir Bewerbungen aus dem nichtdeutschsprachigen Raum, unterst\u00fctzen wir den Prozess des Anerkennungsverfahrens nach Kr\u00e4ften.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Welche Qualifikation m\u00fcssen sie mitbringen?<\/strong><br>Als erstes einmal Freude an ihrem Beruf und im Umgang mit Menschen, sowie eine gewisse mentale St\u00e4rke. Wir bieten auch Hospitationen an. So bekommt der Bewerber die M\u00f6glichkeit, die Arbeit und das Team kennenzulernen, und auch wir k\u00f6nnen uns einen Eindruck \u00fcber Pers\u00f6nlichkeit und Arbeitsweise verschaffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-background-color has-background wp-block-paragraph\"><strong>INFO:<\/strong><br>Ambulante Intensivpflege Becker<br>Heisinger Stra\u00dfe 12 \u00b7 87437 Kempten<br><a href=\"mailto:mail@ai-becker.de\">mail@ai-becker.de<\/a> \u00b7 T: +49 831 9606 3166<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:12px\">Text\u00b7 Fotos: Sabina Riegger<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit \u00fcber sieben Jahren gibt es die Ambulante Intensivpflege Becker. 110 Mitarbeiter versorgen die Patienten, die 24 Stunden betreut werden m\u00fcssen. \u201eEs ist eine anspruchsvolle Arbeit\u201c, erz\u00e4hlt Martin Becker, der \u00fcber 30 Jahre lang in den Intensivstationen von Krankenh\u00e4usern gearbeitet hat Der Fachkrankenpfleger f\u00fcr An\u00e4sthesie und Intensivmedizin spricht \u00fcber die hohen Anforderungen, die gerade bei &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":513,"featured_media":23189,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"webmentions_disabled_pings":false,"webmentions_disabled":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false,"_share_on_mastodon":"0"},"categories":[29,94],"tags":[],"class_list":["post-23229","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gesundheit","category-leben"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/FA_11_20_AIB-01.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-07-10 03:58:37","action":"delete","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23229","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/513"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23229"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23229\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/23189"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23229"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23229"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23229"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}