{"id":22116,"date":"2020-02-28T16:05:44","date_gmt":"2020-02-28T15:05:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/?p=22116"},"modified":"2020-03-08T23:18:22","modified_gmt":"2020-03-08T22:18:22","slug":"grosses-kopfkino","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/2020\/02\/grosses-kopfkino\/","title":{"rendered":"Grosses Kopfkino"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-color has-vivid-red-color\">\u201e\u2018Kopfkino\u2018 ist ein bisschen wie eine Liebelei zwischen W\u00f6rtern und Bildern\u201c, sagt Vivien Ademi bei unserem Gespr\u00e4ch \u00fcber ihr Deb\u00fct als Buchautorin von \u201eKopfkino\u201c, das im April im Handel erh\u00e4ltlich sein soll. \u201eMaria hat mit ihren Illustrationen meinen Kolumnen ein Gesicht gegeben\u201c erz\u00e4hlt sie mit einem L\u00e4cheln. Maria Kupczak ist die Frau hinter den Bildern bei einem Projekt zweier starker Frauen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">F\u00fcssen aktuell hat mit Ihnen \u00fcber \u201eKopfkino\u201c gesprochen, \u00fcber Zeitdruck, das Muttersein und vor allem aber \u00fcber die gemeinsame Leidenschaft der beiden: die Kunst, oder wie Vivien Ademi es nennt: \u201eDie Liebelei zwischen W\u00f6rtern und Bildern.\u201c<br>\nEin Interview von Isabelle K\u00f6hler und ehrliche Worte zweier Frauen zum Nachdenken und Lachen zugleich. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vivien, wie bist du eigentlich zum Schreiben gekommen?<\/strong> <br><em> Vivien:<\/em> Ich denke, die Liebe zum Schreiben ist viel mehr zu mir gekommen, als ich zu ihr. Ich bin mit dem Schreiben gro\u00df geworden. Vielleicht kann man sagen, es wurde mir in die Wiege gelegt, ohne dabei pathetisch oder gar abgestumpft klingen zu wollen. Aber so war es wirklich. Meine Mutter ist Journalistin. Schon als junges M\u00e4dchen habe ich meiner Mutter Texte diktiert, die sie dann in ihrem winzig kleinen B\u00fcro abgetippt hat. Sie hat Geschichten geschrieben und Menschen eine Stimme gegeben. Und ich wollte genau wie sie mit Worten Menschen erreichen und ber\u00fchren. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dann war f\u00fcr dich also immer klar, dass du sp\u00e4ter einmal schreiben w\u00fcrdest? <\/strong><br> <em>Vivien: <\/em>Nein, ganz und gar nicht. Ich habe mich lange dagegen gestr\u00e4ubt. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warum? <\/strong><br> <em>Vivien: <\/em>Seitdem ich ein kleines M\u00e4dchen war, wollte ich \u00c4rztin werden. Als junge Erwachsene wusste ich dann aber, dass daraus leider nichts werden w\u00fcrde. Ich bin zu sensibel und dieser Job h\u00e4tte mich viele Tr\u00e4nen gekostet. Mit  Sicherheit h\u00e4tte ich den Preis f\u00fcr die aufdringlichste \u00c4rztin aller Zeiten bekommen. Vor lauter Sorge w\u00e4re ich den Patienten wahrscheinlich bis vor die Haust\u00fcr gefolgt. \u00c4rztin zu werden schien f\u00fcr mich \u201ehandfest\u201c zu sein. Ich h\u00e4tte anderen helfen k\u00f6nnen. Und au\u00dferdem habe ich lange versucht, es manchen Menschen Recht zu machen um \u201egesehen zu werden\u201c und dabei habe ich mich ein bisschen verloren. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aber du hast wieder zu dir gefunden? <\/strong><br><em> Vivien: <\/em>Das habe ich, ja. Ich versuche immer auf meine Intuition, meine innere Stimme zu h\u00f6ren. Und die hat schon immer laut nach der Kunst geschrien. Nach dem Schreiben und dem Malen, f\u00fcr das mein Herz immer geschlagen hat. Und in dem Buch \u201eKopfkino\u201c vereinen sich genau diese beiden Dinge.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dann ist \u201eKopfkino\u201c wie ein kleines Kunstwerk f\u00fcr Maria und dich? <\/strong><br> <em>Vivien: <\/em>Ja, irgendwie schon. Es sind Geschichten, Kolumnen, die durch eine Zeichnung umrahmt werden. Ein bisschen wie eine Symbiose. Oder Maria? <br> <em>Maria:<\/em> Vivi\u2018s Werkzeug sind W\u00f6rter und mein Werkzeug ist mein Stift. Unsere Arbeiten sind miteinander verschmolzen, und so ist unser gemeinsames Kunstwerk entstanden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wieso der Titel \u201eKopfkino\u201c?<\/strong><br> <em>Vivien:<\/em> Ich glaube, die Phantasie und die Vorstellungskraft sind bedeutende, wertvolle, vielleicht sogar die wichtigsten Privilegien oder nennen wir es Gaben die uns zuteil werden k\u00f6nnen.<br> Meinen Kindern sage ich immer, dass die Phantasie einen \u00fcberall hinbringen kann. In unendliche Weiten und Welten, in denen nichts unm\u00f6glich und alles erreichbar ist. Ich nenne das: Kopfkino. Und das sch\u00f6nste daran ist, niemand kann einem die Phantasie je nehmen oder Regie dar\u00fcber f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie war es f\u00fcr dich, Maria, durch minimalistische Illustrationen eine Kolumne, die Anreiz f\u00fcr ein Kopfkino sein soll, zu zeichnen? <\/strong><br> <em>Maria:<\/em> Meine Illustrationen sind nur ein Teil von Viviens Kolumnen. Ich wollte eine Art Notiz in Bildform schaffen, die zwar ein Teil der Geschichte darstellt, aber dem Leser gleichzeitig gen\u00fcgend Raum bietet f\u00fcr eigene Interpretationen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>War es auch manchmal schwierig, das passende Motiv zu finden? <\/strong><br> <em>Vivien: <\/em>Ja, bei manchen Kolumnen fiel es mir nicht ganz so leicht, meine Ideen \u00e4sthetisch umzusetzen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Seit wann arbeitest du als Illustratorin und K\u00fcnstlerin?<\/strong> <br> <em>Maria:<\/em> Mit drei Jahren habe ich angefangen zu zeichnen. Und meine Liebe daf\u00fcr habe ich zu meinem Beruf gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Neben der Kunst habt Ihr so manches gemeinsam. Beide habt ihr zwei Kinder, ihr seid verheiratet und arbeitet im Homeoffice. Klingt nach gem\u00fctlicher und entspannter Zusammenarbeit an \u201eKopfkino\u201c. Wie war es wirklich? <\/strong><br> <em>Vivien:<\/em> Stell\u2018 dir vor, dein Kind will mit dir spielen und du auch mit ihm, aber dann klingelt das Telefon, der Hund zerlegt die Couch in Einzelteile, die Nudeln kochen und die Deadline, also der Abgabetermin, sitzt dir wie ein Hexenschuss im Nacken. Ach so, und seit einer halben Stunde solltest du eigentlich schon l\u00e4ngst unterwegs sein. Aber da liegt noch ein Stapel an Texten, die man durchgehen sollte. M\u00fctter hei\u00dfen \u201eStress\u201c mit zweitem Vornamen. Damit kennen wir uns aus. Aber Tiefenentspannung geht trotzdem anders\u2026<br> <em>Maria:<\/em> Wir haben zwischen Hausaufgaben, kochen und der Waschmaschine gearbeitet. Irgendwie haben wir uns zwischen zwei Welten bewegt. Wir waren irgendwo zwischen Alltagschaos und kreativem Chaos zuhause.<br> <em>Vivien:<\/em> Wir beide haben auch einen sehr hohen Anspruch an unsere Arbeit und uns selbst. Das nimmt auch nicht gerade \u201eDruck\u201c raus. Aber in Jogginghose barfu\u00df im Esszimmer zu sitzen, w\u00e4hrend der Kamin uns beim Arbeiten w\u00e4rmt und die Kinder um einen herum sind, ist daf\u00fcr die Schokoladenseite des Homeoffice.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie entstehen deine Kolumnen? Sind es Geschichten aus dem Kopfkino? <\/strong><br> <em>Vivien:<\/em> Ich bin gl\u00fcckliche und stolze Mama von zwei Kindern, und ich habe meinen allerbesten Freund geheiratet. Ich bin S\u00fcdl\u00e4nderin und mein Mann Norddeutscher. Er  kann besonnen gut. Ich daf\u00fcr Temperament. Unsere Kinder sind eine wilde Mischung. Jetzt haben wir noch einen Hund. Und einen alten VW-Bus. Das ist Kopfkino genug, live und in Farbe. <br> Und was inspiriert dich Maria? <br> <em>Maria:<\/em> Bei der Arbeit am Buch hat mich Vivi mit ihren Texten inspiriert. Der Inhalt ihrer Kolumnen war mir alles andere als fremd, weil ich mich in so vielen Texten selbst wiederfinde. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>So eine Zusammenarbeit verbindet bestimmt? <\/strong><br> <em>Maria: <\/em>Durch die Zusammenarbeit konnte ich eine wunderbare Zeit mit ihr verbringen. Wir sind zwei kreative K\u00f6pfe und unsere Begegnung hat uns n\u00e4her zusammengebracht. <br> <em>Vivien: <\/em>Ich finde, es verbindet, ja. Wir kannten uns ja schon vorher. Aber jetzt haben wir uns nochmal anders kennengelernt. Kritik zu \u00e4u\u00dfern war manchmal gar nicht so leicht und vor allem unangenehm. Aber Maria hat immer gesagt, Kritik sei sehr wichtig, um ans gemeinsame Ziel zu kommen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dann seid ihr mit \u201eKopfkino\u201c also gemeinsam ins Ziel gekommen?<\/strong><br> <em>Vivien: <\/em>Definitiv. Maria hat meinen Kolumnen mit ihren Illustrationen ein Gesicht gegeben. Ich danke dir daf\u00fcr, liebe Maria!<br> <em>Maria:<\/em> Und ich sage Danke, weil ich durch unser Projekt in meine visuelle Welt abtauchen konnte. Beim Illustrieren bin ich beinahe so gl\u00fccklich wie ein Kind.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/FA_03_20_Kopfkino-02.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-22014\" width=\"373\" height=\"475\" srcset=\"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/FA_03_20_Kopfkino-02.jpg 578w, https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/FA_03_20_Kopfkino-02-235x300.jpg 235w, https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/FA_03_20_Kopfkino-02-16x20.jpg 16w\" sizes=\"(max-width: 373px) 100vw, 373px\" \/><figcaption>Das Buch erscheint im April und ist in ausgew\u00e4hlten Buchhandlungen sowie auf Amazon.de erh\u00e4ltlich. <br> Es kann ab sofort auch beim SR Verlag unter <a href=\"mailto:kopfkino@fuessen-aktuell.de\">kopfkino@fuessen-aktuell.de<\/a> zum Preis von 15,80 Euro vorbestellt werden. <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p style=\"font-size:12px\">Text: Isabelle K\u00f6hler \u00b7 Foto: Vivien Ademi<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201e\u2018Kopfkino\u2018 ist ein bisschen wie eine Liebelei zwischen W\u00f6rtern und Bildern\u201c, sagt Vivien Ademi bei unserem Gespr\u00e4ch \u00fcber ihr Deb\u00fct als Buchautorin von \u201eKopfkino\u201c, das im April im Handel erh\u00e4ltlich sein soll. \u201eMaria hat mit ihren Illustrationen meinen Kolumnen ein Gesicht gegeben\u201c erz\u00e4hlt sie mit einem L\u00e4cheln. 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