{"id":21116,"date":"2019-08-30T01:45:15","date_gmt":"2019-08-29T23:45:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/?p=21116"},"modified":"2019-08-30T01:45:16","modified_gmt":"2019-08-29T23:45:16","slug":"wichtig-ist-welche-weichen-zukunft-stellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/2019\/08\/wichtig-ist-welche-weichen-zukunft-stellen\/","title":{"rendered":"Wichtig ist, welche Weichen wir f\u00fcr die Zukunft stellen."},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap wp-block-paragraph\">Zehn Jahre sind vergangen, als Stefan Fredl-<br>\nmeier nach F\u00fcssen kam, um den Posten des Tourismusdirektors der Stadt anzunehmen. Eine Aufgabe, die in der Region wohl ohne Zweifel einzigartig sein d\u00fcrfte, gespickt mit immer wieder neuen Herausforderungen, nicht zuletzt, weil der Tourismus besonders in diesen letzten zehn Jahren enorm angewachsen ist. L\u00e4ngst geht es f\u00fcr den Chef des F\u00fcssener Kommunalunternehmens nicht mehr nur um Marketing, Hotelvernetzungen, Buchungsportale oder \u00e4hnliche touristische Alltagsfragen. Vielmehr hat sich das Thema Tourismus zu einem der brennendsten Themen der Stadt entwickelt. Vor allem deswegen, weil auch die Anzahl der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, die den Tourismus mittlerweile sogar als \u201el\u00e4stig\u201c empfinden, in den letzten Jahren immer gr\u00f6\u00dfer geworden ist. F\u00fcr Stefan Fredlmeier war und bleibt dies weiterhin also keine leichte Aufgabe. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"512\" src=\"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/FA_09_19_Fredlmeier-01-1024x512.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-21054\" srcset=\"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/FA_09_19_Fredlmeier-01-1024x512.jpg 1024w, https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/FA_09_19_Fredlmeier-01-300x150.jpg 300w, https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/FA_09_19_Fredlmeier-01-20x10.jpg 20w, https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/FA_09_19_Fredlmeier-01.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eMeine Zeit in F\u00fcssen f\u00fchlt sich f\u00fcr mich nicht wie zehn Jahre an. Aber wenn ich bedenke, was in dieser intensiven Zeit alles passiert ist, vergleiche ich ein Touristikerjahr gerne mit einem Hundejahr, und das z\u00e4hlt siebenfach.\u201c In unserem ersten Interview sagte er damals, dass F\u00fcssen niemanden zu erwarten hat, der den Tourismus neu erfindet. \u201cF\u00fcssen kann jemanden erwarten, der sich sieben Tage in der Woche f\u00fcr die touristischen Belange engagiert und f\u00fcr den Zusammenarbeit und Kooperation elementar sind. Ich will die Position F\u00fcssens noch weiter ausbauen und st\u00e4rken.\u201c Heute, zehn Jahre sp\u00e4ter, ist klar, dass genau dies gelungen ist. Aber nicht nur das. Wurde FTM damals noch nicht selten bel\u00e4chelt, gilt es heute immerhin als eine der wichtigsten Einrichtungen der Stadt. \u201eHeute ist unsere Basis stabiler, der Respekt und die Reputation sind gestiegen, obwohl die Herausforderungen nicht weniger oder leichter geworden sind. Unsere Position in der \u00d6ffentlichkeit wird von dem einen kritischer, von dem anderen positiver gesehen. Dazu kommt aber noch eine ver\u00e4nderte Wahrnehmung in Bezug auf den Tourismus. Das hat auch unser Aufgabengebiet ver\u00e4ndert.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So konnte FTM nahezu in jedem Jahr eine deutliche Steigerung der \u00dcbernachtungszahlen vorweisen, die heute bei \u00fcber 1,4 Millionen im Jahr liegen. \u201eDie \u00dcbernachtungen sind nicht pl\u00f6tzlich explodiert\u201c, sagt Fredlmeier. \u201eSie haben sich peu \u00e0 peu gesteigert, nur wird es eben nicht so empfunden, im Gegenteil: Die zunehmende Darstellung des Tourismus als Problem ging einher mit der medialen Thematisierung des Overtourism an Orten, an denen der Tourismusdruck weitaus gr\u00f6\u00dfer ist als bei uns, zum Beispiel in Venedig, Barcelona oder Mallorca.\u201c Somit w\u00fcrden viele Vorteile, die durch den Tourismus entstehen, vielfach nicht mehr als Verbesserung der gesamten Lebensqualit\u00e4t wahrgenommen, sondern eher nur als reine touristische Ma\u00dfnahme, die in erster Linie nicht direkt f\u00fcr die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger der Stadt eingeleitet worden ist. \u201eDie richtige Dosis Tourismus ist ein schmaler Grat\u201c, betont er. \u201eAlles, was sich inzwischen an negativen Begleiterscheinungen durch den Tourismus ergibt, ist eine Herausforderung f\u00fcr uns und damit eine Aufgabe der Stadtentwicklung. Die Stadt lebt ma\u00dfgeblich vom Tourismus, der uns nicht nur viel Wirtschaftskraft bringt, sondern auch jede Menge Lebensqualit\u00e4t. Schlie\u00dflich werden mit touristischen Geldern Projekte finanziert, von denen auch die Einheimischen profitieren.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Immerhin bedeutet ein neues Kneipp-Becken in Wei\u00dfensee oder ein Ruheplatz in Bad Faulenbach durchaus eine Aufwertung f\u00fcr den Lebensraum, der schlie\u00dflich von Touristen wie auch Einheimischen genutzt wird. \u201eDen Tourismus nach au\u00dfen nur noch als Problem zu pr\u00e4sentieren, ist f\u00fcr einen Tourismusort absolut kritisch\u201c, erg\u00e4nzt Fredlmeier. \u201eDenn diese Diskussion, die von au\u00dfen als repr\u00e4sentative Stimmung interpretiert wird, wird auch von den G\u00e4sten wahrgenommen.\u201c So k\u00f6nnten Besucher der Stadt folglich meinen, dass sie selbst von den F\u00fcssenern als Problem angesehen werden, was wiederum der Willkommenskultur der Stadt und ihrer Gastgeber enorm schadet. \u201eEin Gast wird nicht dorthin fahren, wo er nicht gerne gesehen wird. Wir m\u00fcssen uns also dar\u00fcber im Klaren sein, welches Echo man mit \u00fcberhitzten Diskussionen ausl\u00f6sen kann. Der Tourismus und das Leben der Einheimischen werden in vielen Argumentationen zwanghaft getrennt, genau davon m\u00fcssen wir uns endlich verabschieden. Wir reden \u00fcber einen Lebensraum, in dem Tourismus eine gro\u00dfe Rolle spielt, das ist richtig. Aber es ist v\u00f6lliger Unsinn zu glauben, dass Touristen und Einheimische v\u00f6llig unterschiedliche Vorlieben haben. Unser Gast sucht andere Erfahrungen und Erlebnisse als bei sich zuhause, denn sonst k\u00f6nnte er ja daheim bleiben. Diese Anderszeit muss also authentisch sein. Deswegen gilt es auch, diese Stadt im Kern ihres Wesens zu sch\u00fctzen. Wenn unsere Stadt nur noch eine touristische Infrastruktur hat bzw. ist, wird sie an Attraktivit\u00e4t verlieren. Sie bleibt nur interessant, wenn sie als Lebensraum erkennbar ist, denn unsere G\u00e4ste wollen mit und bei uns leben, nicht ihre Zeit unter einer touristischen K\u00e4seglocke verbringen. Daher geht es auch vorrangig um eine Verbesserung der Qualit\u00e4t, aber nicht um eine Steigerung der Quantit\u00e4t.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach diesem Ma\u00dfstab hat sich auch der Marketing- und Wirtschaftsausschuss von FTM in den vergangenen zehn Jahren immer mehr Gewicht verschafft. Das Gremium, das sich aus Vertretern der Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel und FTM zusammensetzt, gibt Empfehlungen im Hinblick auf Fragen, die die weitere touristische Entwicklung der Stadt betreffen, zu der unter anderem etwa auch die Ansiedelung von Hotels oder anderen \u00dcbernachtungsbetrieben z\u00e4hlt. Ver\u00e4ndert hat sich aber auch das Profil der Stadt. Hatte man sich fr\u00fcher eher nur darauf beschr\u00e4nkt, das bereits vorhandene touristische Angebot zu pr\u00e4sentieren, konnte sich F\u00fcssen in den letzten Jahren immer mehr zu einem echten \u201eProdukt\u201c entwickeln, das \u00fcber ein klar erkennbares Image verf\u00fcgt und ganz bestimmte Zielgruppen anspricht. Zudem ist das Kommunalunternehmen F\u00fcssen Tourismus heute ganz anders aufgestellt, als noch vor zehn Jahren, was vor allem in der Kommunikation mit dem Gast, aber auch im internen Netzwerk mit allen Beteiligten sp\u00fcrbar ist. \u201eWichtig ist, welche Weichen wir nun f\u00fcr die Zukunft stellen\u201c, so Stefan Fredlmeier. \u201eWir haben daf\u00fcr zu sorgen, dass das Allg\u00e4u auch in den kommenden Generationen noch ein Lebensraum ist, in dem man vern\u00fcnftig leben, arbeiten und urlauben kann. Es geht also um die L\u00f6sung von elementaren Zukunftsfragen, zu der auch der Tourismus seinen Beitrag leisten muss. Das ist die wichtigste Herausforderung f\u00fcr uns.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:12px\">Text: Lars Peter Schwarz  \u00b7  Foto: privat (1), Hubert Riegger (1)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zehn Jahre sind vergangen, als Stefan Fredl- meier nach F\u00fcssen kam, um den Posten des Tourismusdirektors der Stadt anzunehmen. Eine Aufgabe, die in der Region wohl ohne Zweifel einzigartig sein d\u00fcrfte, gespickt mit immer wieder neuen Herausforderungen, nicht zuletzt, weil der Tourismus besonders in diesen letzten zehn Jahren enorm angewachsen ist. 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