{"id":20212,"date":"2019-05-30T01:12:39","date_gmt":"2019-05-29T23:12:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/?p=20212"},"modified":"2019-05-30T01:12:44","modified_gmt":"2019-05-29T23:12:44","slug":"sachenaufheberin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/2019\/05\/sachenaufheberin\/","title":{"rendered":"Sachenaufheberin"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich stehe vor meiner Kommode. Sie ist wei\u00df, ein Ikea Klassiker. Nur in sch\u00f6ner- ich habe sie aufgepimpt. Aber es gibt ein Problem mit meiner Kommode: den Inhalt. Die hauchd\u00fcnnen Pressholzb\u00f6den machen bald schlapp. Die Schubladen sind zu voll.  Ich habe versucht, Ordnung zu schaffen und den drei Schubladen ein schlankes, neues Feng-Shui Leben einzuhauchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber mit Feng- Shui ist da nichts. Die Kommode lebt eher das Leben einer Studenten-WG. Einer WG mit Rennrad im Flur, blinkenden Lichterketten und K\u00fcchenpartys. Und daran bin ich schuld. Ich bin eine Sachenaufheberin. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eigentlich lebe ich in zwei Welten. Zu 50 Prozent in einem Leben mit sortierten B\u00fccherregalen und spie\u00dfigen Microfaser-Staubfang-T\u00fcchern und die anderen 50 Prozent in einer Welt, die aus Nagellack, Ladekabeln, Postkarten, Reisef\u00fchrern, Ohrringen und anderem Frauen-Kram besteht. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die vergangenen 15 Jahre meines Lebens stecken in dieser Kommode. Und das sieht man. Meine Kommode sollte wie Superwoman sein. In Wahrheit ist sie aber ein durchgeknalltes It-Girl mit Dauerwelle. Ich bin neidisch auf Superwoman. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deswegen muss jetzt Schluss sein. Schluss mit dem WG-Leben, Schluss mit Retro. Ich miste aus. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und daf\u00fcr habe ich mir extra ein Buch gekauft: den Minimalismus- Guide. Ich bin bei Kapitel: Einfach weg! Meine Aufgabe jetzt: jedes einzelne Teil sortieren. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt drei M\u00f6glichkeiten:<br>\nStapel eins: Kann weg.<br>\nStapel zwei: Behalten.<br>\nStapel drei: Verschenken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich bin gnadenlos bei der Sache: Teil raus, Anschauen, Zuordnen. Zack, zack. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Irgendwie mag ich meinen neuen, gnadenlosen Eifer. Ich halte das letzte Teil in den H\u00e4nden. Vor mir liegen drei Stapel. Ein bisschen f\u00fchle ich mich wie Uma Thurman in Kill Bill- zielstrebig, furchtlos, stark. Uff, ein tolles Gef\u00fchl. Aber zur\u00fcck zur Arbeit. Da warten drei Stapel auf mich. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu verschenken habe ich eine wunderbare Postkarte. Darauf steht: \u201e Dreck reinigt den Magen, Unordnung die Seele!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und weg. Das war immerhin Sinn und Zweck der Sache.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Rest liegt auf Stapel zwei. Ich sch\u00e4tze, so ist das bei einer Sachenaufheberin. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Also dann, <br>Feng- Ciao.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich stehe vor meiner Kommode. Sie ist wei\u00df, ein Ikea Klassiker. Nur in sch\u00f6ner- ich habe sie aufgepimpt. Aber es gibt ein Problem mit meiner Kommode: den Inhalt. Die hauchd\u00fcnnen Pressholzb\u00f6den machen bald schlapp. Die Schubladen sind zu voll. 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