{"id":162,"date":"2009-08-04T09:47:22","date_gmt":"2009-08-04T09:47:22","guid":{"rendered":""},"modified":"2024-03-11T11:46:52","modified_gmt":"2024-03-11T10:46:52","slug":"beim-tanzen-sind-alle-gleich-ehrenamt-im-jugendhaus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/2009\/08\/beim-tanzen-sind-alle-gleich-ehrenamt-im-jugendhaus\/","title":{"rendered":"Beim Tanzen sind alle gleich Ehrenamt im Jugendhaus"},"content":{"rendered":"<p>Serkan Celik, Johann Janzen und Erik Portocarrero-Guggemos sind seit eineinhalb Jahren ehrenamtlich im Jugendhaus t\u00e4tig. Serkan und Erik sind mittlerweile Jugendleiter und finden es toll, mit Kindern und Jugendlichen zusammen zu arbeiten. Als begeisterte Breakdancer bieten die drei jungen Erwachsene immer mittwochs einen Breakdance-Kurs an. Der j\u00fcngste Teilnehmer ist sechs Jahre alt und der \u00e4lteste 18 Jahre. Zwischen zehn und 15 Kinder kommen regelm\u00e4\u00dfig zu den Proben. Dann wird ge\u00fcbt, getanzt und nat\u00fcrlich auch geredet. Man versteht sich untereinander, egal ob T\u00fcrke, Russe, Kroate oder Deutscher. Beim Tanzen sind alle gleich. Religion und Nationalit\u00e4t spielen dann keine Rolle mehr.<\/p>\n<p><!--more-->Es braucht nicht lange, um herauszufinden, warum sich die drei jungen M\u00e4nner ehrenamtlich im Jugendhaus engagieren. Sie haben selbst viele Erfahrungen gesammelt, aus denen gewisserma\u00dfen auch ihre St\u00e4rke resultiert. Sie wollen \u2013 wie sie hier sagen \u2013 den Kindern eine Alternative zu Computern, Drogen und Stra\u00dfe bieten.<\/p>\n<p><strong>Serkan Celik, T\u00fcrke, 26 Jahre, Werkzeugmechaniker<\/strong><br \/>\u201eBreakdance fordert ein hohes Ma\u00df an Disziplin. Man ist st\u00e4ndig am \u00dcben, weil man sich verbessern m\u00f6chte. Somit bleibt wenig Zeit, um sich Gedanken zu machen, was andere drau\u00dfen auf der Stra\u00dfe machen. Mich freut es, wenn so viele Kinder an den Proben teilnehmen. Das gibt mir ein gutes und auch beruhigendes Gef\u00fchl. Irgendwie bin ich stolz, dass ich den Kids was beibringen kann und sie es auch annehmen. Alle wissen, dass wir berufst\u00e4tig sind und nur f\u00fcr sie am Mittwoch ins Jugendhaus kommen. Neulich sind Eltern auf mich zugekommen und haben gesagt, dass sie froh sind, dass die Kinder nicht mehr so oft auf der Stra\u00dfe rum h\u00e4ngen. Ich hatte fr\u00fcher meinen Fu\u00dfballverein, aber der ist mit dem Tanzen nicht zu vergleichen. Ich f\u00fchle mich beim Tanzen und der Musik gut, Breakdance ist ein Lebensgef\u00fchl und das sp\u00fcren die Kinder.\u201c<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Johann Janzen, 28 Jahre, Russe, gelernter Schreiner<\/strong><br \/>\u201eIch bin seit 1993 in F\u00fcssen und komme urspr\u00fcnglich aus Saratov. Fr\u00fcher war ich \u00f6fters im alten Jugendhaus und tanzte Breakdance. Vier Jahre lang setzte ich aus, bis ich merkte, dass mir etwas fehlt. Also fing ich mit dem Tanzen wieder an. Ich will etwas tun und will das auch weiter vermitteln. Die Kinder nehmen es dankbar an. Wir wollen sie motivieren und begeistern. Ich will ihnen vermitteln, dass man arbeiten und Freizeit haben kann. Sie sollen ein Ziel vor den Augen haben und nicht am Bahnhof rumh\u00e4ngen. Fr\u00fcher hat man mich ausgelacht, weil ich tanzte. Die, die mich auslachten, sind im Knast oder nehmen noch immer Drogen. In Schwangau habe ich eine Basketballgruppe, die ich f\u00fcr Jugendliche ab 16 Jahre leite. Wer will, kann ab 21 Uhr mitspielen. Sport l\u00e4sst es nicht zu faul zu werden. Denn wenn man faul wird, kommt auch die Langeweile und aus Langeweile entsteht viel Dummes.\u201c<\/p>\n<p><strong>Eric Portocarrero-Guggemos, Peru, 28 Jahre, gelernter Schreiner, Vater einer Tochter<\/strong><\/p>\n<p>\u201eIch bin seit 1995 in Deutschland. Urspr\u00fcnglich komme ich aus Peru. In meinem Heimatland sind viele Jugendliche auf der Stra\u00dfe. Auch ich bin anf\u00e4nglich hier auf der Stra\u00dfe rum gehangen, einfach aus Langeweile. Ich kam mit Leuten zusammen, die mit ihrer Freizeit nichts anfangen konnten. Es kamen Drogen dazu, Anfangs war das alles noch interessant und neu, bis ich eines Tages meinte: Das kann doch nicht alles gewesen sein. Ich sah das Video von den \u201eFlying Steps\u201c und wollte so Tanzen wie die. Spak, der Leiter, gab uns im alten Jugendhaus einen Raum, wo wir Tanzen konnten. Da lernte ich auch Johann kennen. Mittlerweile geh\u00f6rt Tanzen zu meinem Alltag dazu.\u00a0\u00a0 Ich finde es sch\u00f6n, wie die Kinder tanzen, wie schnell sie begreifen. Wie schon Johann sagte, wenn die Kinder \u00fcben und sich begeistern lassen, haben sie keine Zeit f\u00fcr irgendwelche Dummheiten und daf\u00fcr engagiere ich mich sehr gerne.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Serkan Celik, Johann Janzen und Erik Portocarrero-Guggemos sind seit eineinhalb Jahren ehrenamtlich im Jugendhaus t\u00e4tig. Serkan und Erik sind mittlerweile Jugendleiter und finden es toll, mit Kindern und Jugendlichen zusammen zu arbeiten. Als begeisterte Breakdancer bieten die drei jungen Erwachsene immer mittwochs einen Breakdance-Kurs an. 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