{"id":14820,"date":"2017-08-31T12:35:18","date_gmt":"2017-08-31T10:35:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/?p=14820"},"modified":"2017-08-31T12:35:18","modified_gmt":"2017-08-31T10:35:18","slug":"bewegungsschmerzen-lindern-heilpflanzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/2017\/08\/bewegungsschmerzen-lindern-heilpflanzen\/","title":{"rendered":"Bewegungsschmerzen lindern mit Heilpflanzen"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt viele Arten von Schmerzen und fast genauso viele Therapiem\u00f6glichkeiten. Diesmal m\u00f6chte ich mich speziell auf die Beschwerden beschr\u00e4nken, die umgangssprachlich das \u201eGstell\u201c betreffen, also unseren Bewegungsapparat. Die Natur kann uns sch\u00f6ne M\u00f6glichkeiten bieten, sowohl alternativ als auch erg\u00e4nzend zur Schulmedizin.<\/p>\n<p><strong>Weide, Weidenrinde (Salix alba)<\/strong><\/p>\n<p>Aus der Weide kann man nicht nur wundersch\u00f6ne K\u00f6rbe flechten, auch als Heilpflanze \u2013 hier wird haupts\u00e4chlich die Rinde der Silberweide verwendet \u2013 ist sie seit Jahrtausenden bekannt. Die Anwendung bei leichten bis mittleren Schmerzen sowie bei Fieber war bereits in der Antike bekannt. Griechische Wund\u00e4rzte beschrieben die Wirksamkeit von Extrakten aus der Weidenrinde bei rheumatischen Beschwerden, Hippokrates setzte sie allgemein bei Schmerzen und Fieber ein. Selbst bei den Urv\u00f6lkern Nordamerikas, S\u00fcdafrikas und Asiens war sie bekannt und beliebt. Hildegard von Bingen empfahl Extrakte von Weide und Pappel bei Rheuma-Schmerzen. 1763 wurde die Pflanze von dem Geistlichen Edmund Stone wiederentdeckt, der speziell ihre fiebersenkenden Eigenschaften beschrieb. 1828 wurde erstmals einer der wirksamen Inhaltsstoffe, das Salicin, aus der Rinde isoliert. 10 Jahre sp\u00e4ter stellten Chemiker aus dem Salicin die sog. Salicyls\u00e4ure her, die bereits haupts\u00e4chlich als Schmerzmittel zum Einsatz kam. Der Apotheker Felix Hoffmann experimentierte mit der Salicyls\u00e4ure und entwickelte daraus 1897 den Arzneistoff Acetylsalicyls\u00e4ure (ASS), der unter dem Handelsnamen \u201eAspirin\u201c einen weltweiten Siegeszug antrat.<\/p>\n<p>Wird nun die reine Weidenrinde verwendet kommen haupts\u00e4chlich die sog. Salicylate zum tragen, hier Salicin und Salicortin. Wichtig ist v.a. das Salicin, aus dem durch die k\u00f6rperliche Verstoffwechslung in der Leber die Salicyls\u00e4ure entsteht, die bekannterweise fiebersenkend, entz\u00fcndungshemmend und schmerzlindernd wirkt, allerdings schw\u00e4cher als ASS. Deswegen werden Weidenrinden-Pr\u00e4parate gerne unterst\u00fctzend zur jeweiligen Therapie gegen R\u00fcckenschmerzen, entz\u00fcndlichem Rheuma und Arthrose eingesetzt. Die blutverd\u00fcnnenden Effekte wie bei ASS sind deutlich geringer, allerdings sollte man die Einnahme trotzdem mit dem Arzt abkl\u00e4ren, gerade, wenn man gerade Blutverd\u00fcnner einnimmt. Nicht geeignet ist die Weidenrinde bei Allergien gegen Salicylate, bei Kindern unter 12 Jahren, Schwangeren und Stillenden.<\/p>\n<p>Zur Teezubereitung 2-3 g geschnittene Weidenrinde mit 200-300 ml kaltem Wasser ansetzen, zum Sieden erhitzen und nach 5 Minuten durch ein Sieb geben. 3-5 mal t\u00e4glich 1 Tasse trinken. 1 TL entspricht in etwa 1,5 g.<\/p>\n<p>M\u00f6glich ist auch die feste Form, hier ist es sinnvoll, dass 1 Tablette ca. 120 mg Gesamtsalicin enth\u00e4lt. Die Dosis kann dann bis zu 3 mal t\u00e4glich 2 St\u00fcck betragen.<\/p>\n<p>Sehr interessant ist \u00fcbrigens auch, dass Zubereitungen aus der Weidenrinde sogar knorpelsch\u00fctzend wirken k\u00f6nnen, das ist ideal nat\u00fcrlich bei Arthrose.<\/p>\n<p><strong>Teufelskralle (Harpagophytum procumbens)<\/strong><\/p>\n<p>In ihrer Heimat im S\u00fcden Afrikas wird die Wurzel traditionell schon seit langer Zeit gegen Schmerzen, Fieber und Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. In der heutigen Zeit haben Laborversuche schon lange best\u00e4tigt, dass ihre Inhaltsstoffe, allen voran die Substanz Harpagosid, entz\u00fcndungshemmend und leicht schmerzstillend wirken. So k\u00f6nnen Pr\u00e4parate aus der Teufelskrallenwurzel dabei helfen, Patienten mit Rheuma, Arthrose und R\u00fcckenschmerzen hilfreich zu unterst\u00fctzen. Hier eignen sich Kapseln oder Tabletten (2 mal t\u00e4glich 480 mg) besonders, allerdings nicht bei akuten Beschwerden. Eine mehrw\u00f6chige Einnahme bringt erst den erw\u00fcnschten Erfolg und l\u00e4sst sich mit schulmedizinischen Pr\u00e4paraten kombinieren. Wer an Magen- oder Darmgeschw\u00fcren oder Gallenbeschwerden leidet, sollte allerdings vorsichtig mit der Einnahme sein. Ein gro\u00dfer Vorteil ist allerdings die problemlose Anwendung bei Asthmatikern und bei Anwendern von Blutgerinnungshemmenden Mitteln.<\/p>\n<p>Ein Tee aus der Teufelskralle unterst\u00fctzt mit ihren Bitterstoffen die Verdauung an und regt den Appetit an. Es wird ihm aber sogar eine zus\u00e4tzliche Wirkung gegen erh\u00f6hte Harns\u00e4urewerte zugeschrieben! Als Mischung k\u00f6nnte man sie sehr gut mit Weidenrinde, Efeu, Lavendel oder Sternanis kombinieren, dann w\u00e4re es sicher auch ein prima Tee bei Ischias und Hexenschuss.<\/p>\n<p>Ein Tipp f\u00fcr Tierbesitzer: bei Pferden und Hunden wird die afrikanische Teufelskralle bei Arthritis, Arthrose und Problemen am Fessel- Sprung- oder Kniegelenken eingesetzt.<\/p>\n<p><strong>Cayennepfefferfr\u00fcchte (Capicum frutescens)<\/strong><\/p>\n<p>Auch Chilis k\u00f6nnen, \u00e4u\u00dferlich angewendet, die Durchblutung der Haut anregen, schmerzstillend wirken und verspannte Muskeln lockern. In Arzneimitteln kommen die reifen getrockneten Fr\u00fcchte zum Einsatz, die spezielle Scharfstoffe enthalten, die sog. Capsaicinoide. Die Hauptsubstanz, das Capsaicin, bewirkt, wenn sie auf Haut oder Schleimh\u00e4ute gelangt, eine Reizung der Schmerz- und W\u00e4rmerezeptoren. Die Haut wird in der Folge besser durchblutet, r\u00f6tet sich und wird warm. Dadurch entspannen sich die verkrampften Muskeln und verh\u00e4rtete Schultern und ein steifer Nacken werden angenehm gelockert. Gleichzeitig werden die dort vorhandenen Nervenendigungen deutlich unempfindlicher \u2013 das ruft nach einer kurzen Weile die erw\u00fcnschte schmerzstillende Wirkung hervor, den man sich zu Nutze machen kann: in Form von Salben, Cremes und Pflastern werden Muskel- und Nervenschmerzen gelindert, auch ein Hexenschuss kann viel schneller abklingen.<\/p>\n<p>Als Tipp: Wer sehr empfindliche Haut hat, sollte erst mal an einer kleinen Stelle ausprobieren, ob er die Salbe auch vertr\u00e4gt. Und besonders wichtig: Nach der Anwendung die H\u00e4nde gut mit Seife waschen!<\/p>\n<p>Schmerzen lindern mit nat\u00fcrlichen Mitteln &#8211; eine sch\u00f6ne Sache und auf jeden Fall einen Versuch wert!<\/p>\n<p>Ihre Apothekerin<br \/>\nSimone Wagner<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt viele Arten von Schmerzen und fast genauso viele Therapiem\u00f6glichkeiten. Diesmal m\u00f6chte ich mich speziell auf die Beschwerden beschr\u00e4nken, die umgangssprachlich das \u201eGstell\u201c betreffen, also unseren Bewegungsapparat. Die Natur kann uns sch\u00f6ne M\u00f6glichkeiten bieten, sowohl alternativ als auch erg\u00e4nzend zur Schulmedizin. 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