{"id":12984,"date":"2017-03-30T21:43:08","date_gmt":"2017-03-30T19:43:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/?p=12984"},"modified":"2017-03-30T21:43:08","modified_gmt":"2017-03-30T19:43:08","slug":"300-jahre-barockkloster-st-mang-kloster-wandel-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/2017\/03\/300-jahre-barockkloster-st-mang-kloster-wandel-zeit\/","title":{"rendered":"300 Jahre Barockkloster St. Mang &#8211; Das Kloster im Wandel der Zeit"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #800000;\">Am Anfang war es nur eine schlichte M\u00f6nchszelle, die Magnus an der Stelle errichtete, an der heute die prunkvolle Barockanlage des ehemaligen Benediktinerklosters St. Mang steht. Diese Geschichte reicht bis in das 8. Jahrhundert zur\u00fcck, als der Missionar und sp\u00e4tere Stadtpatron in F\u00fcssen wirkte.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span class=\"tie-dropcap \">\u00dc<\/span>ber 900 Jahre sp\u00e4ter gab der Architekt Johann Jakob Herkomer der \u00fcber die Zeit entstandenen Klosteranlage schlie\u00dflich ein Gesicht, das seitdem auch das Bild der Stadt pr\u00e4gt. Es gelang ihm, die alten und sehr unregelm\u00e4\u00dfig angelegten Geb\u00e4ude an dem steilen Hang \u00fcber dem Lech in ein architektonisches Gesamtkunstwerk zu verwandeln. Heute ist in dem ehemaligen Kloster, neben der Verwaltung und der Bibliothek, auch das Museum der Stadt F\u00fcssen untergebracht. Zudem z\u00e4hlt das Barockkloster zu den eindrucksvollsten Klosteranlagen im s\u00fcddeutschen Raum.<\/p>\n<p>\u201eMagnus hat, soweit wir wissen, bis zu seinem Tod um 750 etwa 25 Jahre in F\u00fcssen gelebt\u201c, erz\u00e4hlt Mesner Bruno Ehrentreich. \u201eEr hatte damals wohl eine eher spartanische Behausung, dazu noch einen Gebetsraum.\u201c Der Hang \u00fcber dem Lech war vermutlich noch wenig besiedelt, bis auf die Ruinen eines r\u00f6mischen Castells, die anstelle des Hohen Schlosses dort oben gestanden haben d\u00fcrften. \u201eDer Bau der ersten Klosterkirche, einer Marienkirche, also der heutigen Anna-Kapelle, fand bereits im 9. Jahrhundert statt\u201c, erg\u00e4nzt F\u00fcssens Museumsleiter Dr. Anton Englert. \u201eIm zw\u00f6lften Jahrhundert wurde dann eine romanische Basilika gebaut, das sind auch immer noch die Grundfesten der heute bestehenden Kirche.\u201c \u00dcber all die Zeit hinweg trugen die M\u00f6nche erheblich dazu bei, dass sich die Siedlung und sp\u00e4tere Stadt rund um den Kobel entwickeln konnte. Sie beauftragten Arbeiter und Handwerker, die diverse Aufgaben \u00fcbernahmen oder dem Kloster, in dem nicht mehr als 15 bis 20 M\u00f6nche lebten, Waren zulieferten.<\/p>\n<p>Als Architekt Johann Jakob Herkomer schlie\u00dflich gegen Ende des 17. Jahrhunderts von seinen Studienaufenthalten in Italien zur\u00fcckkehrte, beauftragte ihn der Abt Gerhard Oberleitner, die bereits vorhandenen mittelalterlichen Klostergeb\u00e4ude zu einer Einheit zusammenzufassen. Nachdem der Baumeister seine Arbeit beendet hatte, war ein einzigartiges Gesamtkunstwerk entstanden. Denn das Geb\u00e4ude war von ihm nicht nur prunkvoll, sondern gleichzeitig auch sehr praktisch konzipiert worden. Herkomer hatte die bestehende mittelalterliche Anlage umgebaut und in diesem Zuge auch noch erweitert. Es gelang ihm, einen symmetrisch angeordneten Baukomplex zu entwerfen. Die urspr\u00fcngliche Begehbarkeit des Klosters l\u00e4sst sich nun im Jubil\u00e4umsjahr im Rahmen einer einst\u00fcndigen F\u00fchrung wieder erkunden. \u201eDas Besondere ist\u201c, erkl\u00e4rt Anton Englert, \u201edass der Baumeister die wichtigsten geistlichen R\u00e4umlichkeiten auf einer Ebene zusammengefasst hat, obwohl der steile Hang ein enormes Gef\u00e4lle aufweist. Herkomer hat manche Bereiche sogar mit altem Material aufsch\u00fctten lassen.\u201c \u201eEinzig allein der Turm wurde nicht wie geplant fertiggestellt\u201c, f\u00fcgt Bruno Ehrentreich hinzu. \u201eMan k\u00f6nnte davon ausgehen, dass die finanziellen M\u00f6glichkeiten zu diesem Zeitpunkt schon ersch\u00f6pft waren.\u201c Die F\u00fchrungen beginnen in der Barockkirche St. Mang, dem heiligsten Ort des Klosters. Von da aus geht es durch das M\u00f6nchschor in den Kapitelsaal und dann direkt in den Festsaal, den heutigen Kaisersaal. \u201eEs folgen das Papstzimmer und anschlie\u00dfend die einzelnen M\u00f6nchszellen, die Bibliothek und das Colloquium. Insgesamt l\u00e4sst sich dabei sehr gut erkennen, wie diese Einheit vor 300 Jahren genau ausgesehen hat.\u201c<\/p>\n<p>In den unteren Bereichen waren K\u00fcche, Lager- sowie Arbeits- und Wirtschaftsr\u00e4ume untergebracht, in dem Geb\u00e4udefl\u00fcgel n\u00f6rdlich des Klosterhofs wurden damals Tiere wie H\u00fchner, Rinder, Ziegen oder Pferde gehalten. Als H\u00f6hepunkt landet man am Ende der F\u00fchrung im sogenannten Refektorium, dem Speisesaal der M\u00f6nche. \u201eDort haben die M\u00f6nche schweigend ihr Essen eingenommen, als t\u00e4gliche Erinnerung an das heilige Abendmahl\u201c, erz\u00e4hlt der Museumsleiter. \u201eBei der F\u00fchrung wird deutlich, wie die M\u00f6nche damals gelebt, gearbeitet und gewirkt haben. Genauso wird aber auch deutlich, wie fantastisch das Bauwerk von Johann Jakob Herkomer tats\u00e4chlich ist.<\/p>\n<p>Auch nach gut 300 Jahren gibt es keine Risse in den W\u00e4nden und Mauern des Klosters oder der Kirche, alles ist sehr stabil und ohne moderne Hilfsmittel gebaut worden, so dass es bis heute gehalten hat. Es ist ein Meisterwerk.<\/p>\n\n\t\t<div class=\"box info  \">\n\t\t\t<div class=\"box-inner-block\">\n\t\t\t\t<span class=\"fa tie-shortcode-boxicon\"><\/span><strong>Termine<\/strong><\/p>\n<p><strong>Jeden Samstag, ab 01.04. um 10.30 Uhr<\/strong>, F\u00fchrung durch die Pfarrkirche St. Mang und das Kloster, Eintritt frei<\/p>\n<p><strong>Mittwoch, 05.04. um 19 Uhr<\/strong>, im Barockkloster St. Mang, Colloquium: \u201eDie Bibliothek des Klosters St. Mang\u201c, Vortrag von Dr. Petra Hauke<\/p>\n<p><strong>Dienstag, 18.04. um 19.30 Uhr<\/strong>, im Barockkloster St. Mang, Colloquium: \u201eKatholische Reform u. Gegenreformation\u201c, Vortrag von Dr. Otto Randel<\/p>\n<p><strong>Samstag, 29.04. um 14 Uhr<\/strong>, Krippkirche in der Reichenstra\u00dfe \u201eAuf Herkomers Spuren in der Altstadt: Krippkirche und Sebastianskirche\u201c<br \/>\nF\u00fchrung von Magnus Peresson, Eintritt frei\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\n<p>Text: Lars Peter Schwarz \u00b7 Bild: Stadtarchiv F\u00fcssen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Anfang war es nur eine schlichte M\u00f6nchszelle, die Magnus an der Stelle errichtete, an der heute die prunkvolle Barockanlage des ehemaligen Benediktinerklosters St. Mang steht. Diese Geschichte reicht bis in das 8. 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