{"id":12837,"date":"2017-02-24T17:11:10","date_gmt":"2017-02-24T15:11:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/?p=12837"},"modified":"2017-02-24T17:11:10","modified_gmt":"2017-02-24T15:11:10","slug":"300-jahre-barockkloster-st-mang-kulturelle-bedeutung-klosters-frueher-heute","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/2017\/02\/300-jahre-barockkloster-st-mang-kulturelle-bedeutung-klosters-frueher-heute\/","title":{"rendered":"300 Jahre Barockkloster St. Mang: Die kulturelle Bedeutung des Klosters fr\u00fcher und heute"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #800000;\">Seit mehr als 300 Jahren pr\u00e4gt das Kloster St. Mang die Geschichte der Lechstadt. Vor allem hat der Barockbau auch die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung F\u00fcssens \u00fcber die Generationen hinweg entscheidend beeinflusst. Baumeister Johann Jakob Herkomer hatte es damals geschafft, die bestehenden Geb\u00e4ude der alten Abtei in ein architektonisches Kunstwerk im italienischen Stil zu verwandeln.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"tie-dropcap \">B<\/span>en\u00f6tigt wurden f\u00fcr den Bau des Klosters zahlreiche Kunsthandwerker, Bauarbeiter, Stuckateure, Maler oder Bildhauer und Kunstschnitzer. Viele davon haben sich in oder rund um F\u00fcssen niedergelassen und letztendlich dazu beigetragen, dass sich die Stadt nicht nur als Herrschafts- und Wirtschaftszentrum entwickeln, sondern sich vor allem als kultureller Mittelpunkt der Region entfalten konnte.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcndung des Benediktinerklosters St. Mang im 9. Jahrhundert reicht auf das Wirken des Einsiedlers Magnus zur\u00fcck, der den \u00dcberlieferungen nach hier eine Zelle und ein Oratorium erbaut hat und dort verstarb. Die von Wundern begleitete Erhebung des unversehrt gebliebenen Leibes von Magnus, was seine Heiligkeit bewies, bildete die spirituelle Grundlage des Klosters. \u201eNat\u00fcrlich wurden schon durch die Gr\u00fcndung des Klosters die Weichen f\u00fcr die kulturelle Entwicklung gestellt\u201c, erkl\u00e4rt F\u00fcssens Kulturamtsleiterin Karina Hager. \u201eDenn die Gr\u00fcndung der Abtei war nicht nur religi\u00f6s motiviert, im Hintergrund standen schon damals auch machtpolitische Interessen.\u201c Immerhin nahm das Kloster mit seiner Lage an einer der bedeutendsten Fernstra\u00dfen des Mittelalters eine geographische Schl\u00fcsselposition ein. \u201eF\u00fcr die Augsburger Bisch\u00f6fe ging es auch darum, hier einen strategischen Punkt zu besetzen.\u201c<\/p>\n<p>Durch verschiedene Reformen, die das Leben der M\u00f6nche \u00fcber die Jahrhunderte gepr\u00e4gt haben, wurden immer wieder bauliche Ver\u00e4nderungen an dem Benediktinerkloster vorgenommen. \u201eDer Neubau, der zwischen 1696 und 1726 entstand, entsprach der gestalterischen Ausrichtung der katholischen Kirche in der Gegenreformation, die als Reaktion auf die Reformation zu verstehen ist. Die Errichtung des prunkvollen Barockbaus war auch eine Art Machtdemonstration.\u201c Das Bestreben des Bauherrn, dem derzeitigen Abt Gerhard Oberleitner, war es, Au\u00dferordentliches zu erschaffen und damit den \u201eNeid aller Kunstfreunde zu erwecken\u201c. So war das Kloster schon seit jeher auch ein Anziehungspunkt f\u00fcr Kunst und Kultur. Zwar konnte die Abtei die angestrebte Reichsunmittelbarkeit nie erlangen, dennoch pr\u00e4gte sie ma\u00dfgeblich die Stadt und somit auch die gesamte Region. \u201eF\u00fcr K\u00fcnstler und Handwerker war ein Auftrag im Kloster nat\u00fcrlich eine sehr starke Referenz. Immerhin durften sie auf der spektakul\u00e4ren Gro\u00dfbaustelle unter angesehenen Fachleuten wie dem Baumeister Johann Jakob Herkomer, seinem Neffen und Nachfolger Johann Georg Fischer und dem sp\u00e4teren Erbauer der Wieskirche, Dominikus Zimmermann, arbeiten.\u201c<\/p>\n<p>Zudem befassten sich die M\u00f6nche im Laufe der Zeit auch mit verschiedenen Wissenschaften, unterhielten eine Klosterschule f\u00fcr die B\u00fcrgerkinder und legten viel Wert auf die Pflege der Musik. Somit sorgte das Kloster auch f\u00fcr die kulturelle Entfaltung der Menschen im Ort, es f\u00f6rderte damit unter anderem den Lauten- und Geigenbau. \u201eEs gibt Aufzeichnungen, die belegen, dass die M\u00f6nche auch immer wieder Instrumente bei den \u00f6rtlichen Instrumentenbauern bestellt haben\u201c, erkl\u00e4rt Karina Hager. \u201eDas Kloster hat das Kulturleben in der ganzen Region also entscheidend beeinflusst.\u201c<\/p>\n<p>Daran hat sich \u00fcber die Generationen auch nicht viel ge\u00e4ndert, bis in die heutige Zeit. Auch heute noch stellt das Bauwerk einen der wichtigsten kulturellen Orte der Stadt dar. R\u00e4umlichkeiten wie der Kaisersaal werden f\u00fcr Konzerte genutzt, auch das Museum der Stadt F\u00fcssen ist hier beherbergt, genauso wie die Stadtbibliothek. \u201eEine gewisse Ehrfurcht ist nat\u00fcrlich schon da, vor der Geschichte dieser Stadt, des Klosters und des Geb\u00e4udes. Es ist nat\u00fcrlich auch ein Traum, wenn man in so einem Geb\u00e4ude Kulturangebote entwickeln und anbieten kann. Wir fassen das hier im Kulturamt auch als Auftrag auf, diese kulturelle Vielfalt, die sich \u00fcber Jahrhunderte entwickelt hat, weiter zu pflegen und zu tragen. Es ist eine Aufgabe und eine Verpflichtung gegen\u00fcber der Geschichte, das kulturelle Erbe weiter zu erhalten und zu vermitteln.\u201c<\/p>\n\n\t\t<div class=\"box note  \">\n\t\t\t<div class=\"box-inner-block\">\n\t\t\t\t<span class=\"fa tie-shortcode-boxicon\"><\/span><strong>Termine<\/strong><\/p>\n<p><em>Mittwoch, 08.03. um 19.00 Uhr im Colloquium des Barockkloster St. Mang:<\/em> Vortrag von Klaus Wankmiller: \u201eDer Baumeister Johann Jakob Herkomer\u201c<\/p>\n<p><em>Mittwoch, 22.03. um 19.00 Uhr im Colloquium des Barockkloster St. Mang:<\/em> Vortrag von Dr. Christof Paulus: \u201eArbeiten und Sterben in F\u00fcssen zur Zeit des Klosterneubaus von St. Mang\u201c<\/p>\n<p><em>Jeden Samstag, ab 01.04. \u2013 jeweils um 10.30 Uhr:<\/em> F\u00fchrung durch die Pfarrkirche St. Mang und das Kloster\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\n<p>Text: Lars Peter Schwarz \u00b7 Bild: Hubert Riegger<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit mehr als 300 Jahren pr\u00e4gt das Kloster St. Mang die Geschichte der Lechstadt. 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