{"id":10797,"date":"2016-04-04T10:44:13","date_gmt":"2016-04-04T09:44:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/?p=10797"},"modified":"2016-04-04T10:44:13","modified_gmt":"2016-04-04T09:44:13","slug":"verborgene-suechte-kauf-spielsucht-problem-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/2016\/04\/verborgene-suechte-kauf-spielsucht-problem-werden\/","title":{"rendered":"\u201eVerborgene S\u00fcchte\u201c \u2013  wenn Kauf- oder Spielsucht zum Problem werden"},"content":{"rendered":"<h3>Vom Gl\u00fccksspielautomaten, diesem Banditen, zur Schuldnerberatung<\/h3>\n<p><span style=\"color: #800000;\">Das gr\u00f6\u00dfte Problem ist, dass ein Betroffener sich nicht wirklich als S\u00fcchtiger bezeichnet. S\u00fcchtige, das sind doch Menschen, die regelm\u00e4\u00dfig illegale Drogen wie Cannabis, Kokain, Heroin oder andere Substanzen zu sich nehmen oder sich sogar intraven\u00f6s zuf\u00fchren. Jemand, der viel Zeit und Geld in Gl\u00fccksspielautomaten investiert, ist doch nicht s\u00fcchtig. Oftmals werden die Probleme eines Spiels\u00fcchtigen erst dann deutlich, wenn dadurch finanzielle oder soziale Probleme entstehen. Denn meist sind es nicht die Betroffenen selbst, die sich bei einer Beratungsstelle Hilfe und Rat erhoffen, es sind deren Angeh\u00f6rige, die keinen Ausweg mehr wissen. Im Ostallg\u00e4u gibt es daf\u00fcr die Suchtberatungsstelle des Caritasverbandes. Sie hilft bei Problemen mit Alkohol, illegalen Drogen, Ess-St\u00f6rungen oder eben auch der klassischen Gl\u00fccksspielsucht.<\/span><\/p>\n<p><span class=\"tie-dropcap \">I<\/span>nsgesamt suchen j\u00e4hrlich rund 700 Menschen landkreisweit Hilfe bei der Beratungsstelle, etwa rund 175 davon im Raum F\u00fcssen. Dabei liegt der Schwerpunkt nach wie vor auf illegalen Drogen, allerdings sind auch im s\u00fcdlichen Landkreis etwa 15 Menschen von Spielsucht betroffen. \u201eLeider ist es viel zu oft der Fall, dass die Familienangeh\u00f6rigen dem Betroffenen \u00fcber eine zu lange Zeit aushelfen, indem sie ihm Geld leihen\u201c, erkl\u00e4rt Barbara Braunm\u00fcller, die die Beratungsstelle in F\u00fcssen und Kaufbeuren leitet. \u201eSomit wird die Problematik nur verschoben, bis es dann zu einer finanziellen Not kommt.\u201c Oft sind die Betroffenen auch der Meinung, dass die durch Spielsucht entstandene finanzielle Not nur einen vorr\u00fcbergehenden Zustand darstellt, der dann ganz automatisch behoben ist, wenn wieder Geld vorhanden ist. Wenn allerdings der Punkt der Aussichtslosigkeit einmal erreicht ist, kommen bei den Spiels\u00fcchtigen oft schwere Depressionen dazu, auch die Suizidgefahr kann bei den Betroffenen sehr hoch sein. Die Auswirkungen einer Spielsucht sind in den meisten F\u00e4llen dramatisch. Existenzen, Beziehungen oder ganze Familien gehen oft dabei kaputt, die Menschen verlieren ihre Kontakte. Dazu muss oftmals auch eine professionelle Schuldnerberatung mit einbezogen werden.<br \/>\nDas Spielen wird zu einer<br \/>\nArt Freizeitbesch\u00e4ftigung<\/p>\n<p>Doch wie gro\u00df ist die Versuchung in unserer Region, dem Gl\u00fccksspiel zu verfallen ? Immerhin ist der Weg zur n\u00e4chsten Spielbank weit, Spieler m\u00fcssen entweder bis nach Garmisch-Partenkirchen oder Lindau fahren. Dennoch gibt es auch im F\u00fcssener Raum genug M\u00f6glichkeiten zu spielen, aktuell werden im gesamten Landkreis Ostallg\u00e4u derzeit 20 Spielhallen betrieben, best\u00e4tigt das Landratsamt in Marktoberdorf. Davon finden sich allein in F\u00fcssen sechs Spielhallen, in der Gemeinde Pfronten sind es zwei, in Nesselwang eine weitere. Je Spielhalle d\u00fcrfen maximal zw\u00f6lf Geldspielger\u00e4te betrieben werden. Somit werden in den Spielotheken im F\u00fcssener Raum rund 80 Ger\u00e4te betrieben. Dazu kommen einige kleinere Gast- oder Beherbergungsbetriebe, sowie Schank- und Speisewirtschaften, die \u00fcber Konzessionen verf\u00fcgen, maximal drei Automaten aufzustellen.<\/p>\n<p>\u201eIn vielen F\u00e4llen ist es so, dass die Menschen eben gar nicht bewusst vom Gl\u00fccksspiel abh\u00e4ngig werden\u201c, erkl\u00e4rt Diplom-Psychologe Lutz Hoppe. \u201eMan probiert das Spielen einfach mal aus, man gewinnt auch ab und zu mal und genau daran erinnert man sich dann immer wieder. Mit der Zeit entwickelt sich das Spielen dann zu einer Art Freizeitbesch\u00e4ftigung. Bei Vielen entwickelt sich sogar ein eigener Automatismus, das geht soweit, dass ein Spieler seinen kompletten Tagesablauf nach seiner Sucht richtet. Das Spiel zwingt die Menschen zu einem Rhythmus, der einfach nicht der Natur entspricht.\u201c<\/p>\n<p><strong>Ver\u00e4nderung des Lebensstils als Ausweg aus der Sucht<\/strong><\/p>\n<p>Auf der Liste der Suchtgef\u00e4hrdungen stehen neben Drogen, Alkohol und Gl\u00fccksspiel aber noch weitere M\u00f6glichkeiten. Denn die Experten helfen auch bei Problemen, die im Zusammenhang mit Medikamenten entstehen, ebenso bei Essst\u00f6rungen oder Medien- und Computerspielsucht. In allen F\u00e4llen kann der Konsum von Suchtmitteln zu unerw\u00fcnschten Folgen f\u00fchren. Nicht nur soziale und berufliche Probleme entstehen, auch Gesundheitssch\u00e4den, Beziehungskonflikte oder Konflikte mit Gesetz und der Justiz sind dabei keine Seltenheit. Die Beratung ist generell kostenlos, die Gespr\u00e4che werden von dem geschulten Fachpersonal vertraulich und pers\u00f6nlich gef\u00fchrt.<br \/>\nIn schwereren F\u00e4llen kann durch eine intensive Vernetzung mit anderen Einrichtungen auch eine ambulante oder station\u00e4re Therapie oder Rehabilitation vermittelt werden. Je nach Art der jeweiligen Sucht werden die Behandlungen dann in der Regel von den Rentenversicherungen oder den Krankenkassen getragen. Die Gefahr eines R\u00fcckfalls h\u00e4ngt bei jeder Droge oder jedem Suchtfaktor generell vom Lebensstil des Betroffenen ab. Der Ausweg aus einer Sucht ist also in jedem Fall auch eine \u00c4nderung der bisherigen Lebensabl\u00e4ufe und Inhalte. Als schlimmste aller S\u00fcchte bezeichnet Helga Braunm\u00fcller allerdings die Habsucht, die bei den Menschen doch am weitesten verbreitet sein d\u00fcrfte. Leider hat deswegen aber bisher noch niemand Rat gesucht.<\/p>\n<p>Text \u00b7 Bild: Lars Peter Schwarz<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom Gl\u00fccksspielautomaten, diesem Banditen, zur Schuldnerberatung Das gr\u00f6\u00dfte Problem ist, dass ein Betroffener sich nicht wirklich als S\u00fcchtiger bezeichnet. S\u00fcchtige, das sind doch Menschen, die regelm\u00e4\u00dfig illegale Drogen wie Cannabis, Kokain, Heroin oder andere Substanzen zu sich nehmen oder sich sogar intraven\u00f6s zuf\u00fchren. Jemand, der viel Zeit und Geld in Gl\u00fccksspielautomaten investiert, ist doch nicht &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":513,"featured_media":10716,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"webmentions_disabled_pings":false,"webmentions_disabled":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false,"_share_on_mastodon":"0"},"categories":[29,94],"tags":[],"class_list":["post-10797","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gesundheit","category-leben"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/FA_04_16_Suechte.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-07-10 03:56:16","action":"delete","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10797","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/513"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10797"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10797\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10716"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10797"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10797"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10797"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}