{"id":10363,"date":"2016-02-29T15:24:14","date_gmt":"2016-02-29T14:24:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/?p=10363"},"modified":"2016-02-29T15:24:14","modified_gmt":"2016-02-29T14:24:14","slug":"ursprung-fuessens-fluss-strasse-bruecke-lech","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuessenaktuell.de\/index.php\/2016\/02\/ursprung-fuessens-fluss-strasse-bruecke-lech\/","title":{"rendered":"Der Ursprung F\u00fcssens am Fluss, an der Stra\u00dfe  und der Br\u00fccke \u00fcber den Lech"},"content":{"rendered":"<h3>Alte Theorien zu den R\u00f6merstra\u00dfen durch B. Eberl 1931 und Dr. R. Knussert 1955<\/h3>\n<p><span style=\"color: #800000;\">Barthel Eberl und Dr. Richard Knussert waren sich zwar darin einig, dass die Via Claudia von Faulenbach her am Lechfall vorbeigef\u00fchrt und erst oberhalb der Lusaltenschlucht den Lech \u00fcberquert habe. \u00dcber das Wo? und das Wie? gab es jedoch v\u00f6llig unterschiedliche Meinungen:<\/span><\/p>\n<p><strong>1. Theorie von Barthel Eberl (1931)<\/strong><br \/>\nEberl glaubte, am Lechufer eine Spur der Via Claudia gefunden zu haben. Vom Lusalten habe eine r\u00f6mische Abfahrtsrampe zum Lech hinabgef\u00fchrt. Von dort h\u00e4tten die R\u00f6mer den Lech \u00fcberquert zum Ort Ziegelwies hin\u00fcber. Dann w\u00e4re die Via Claudia am Wei\u00dfhaus vorbei nach Tirol weiter gegangen. An der Schlucht war ihm aber der L\u00e4ndeweg zu schmal f\u00fcr die Via Claudia. Eine andere Auffahrt zum Lusalten\u00fcbergang konnte er jedoch nicht finden.<\/p>\n<p><strong>2. Theorie von Dr. Richard Knussert (1955)<\/strong><br \/>\nKnussert behauptete, der L\u00e4ndeweg sei an der Schlucht breit genug gewesen. Doch er bleibt nicht am L\u00e4ndeweg, auch er folgt der Rampe den Berg hinunter. Aber die gut sichtbare Abfahrtsrampe zum Lech hinunter lehnt er ebenso ab. Denn die Via Claudia sei gar nicht nach Ziegelwies \u00fcber den Lech gegangen. Und die Via Claudia habe auch nicht \u00fcber das Wei\u00dfhaus nach Tirol gef\u00fchrt. Sie sei am n\u00f6rdlichen Lechufer bis zum Platz der Grenzsch\u00e4nke gegangen. Hier h\u00e4tten dann die R\u00f6mer bei einer Furt den Lech ohne Br\u00fccke \u00fcberquert. Auf der anderen Lechseite seien sie dann \u00fcber den Stiegelbergsattel hin\u00fcber.<br \/>\nMagnus Peresson widerspricht ebenfalls B. Eberl und folgt der Theorie von Dr. R. Knussert. Allerdings sei der Lech\u00fcbergang erst an der Hangenden Wand erfolgt. Dort h\u00e4tten die R\u00f6mer den Lech mit einer Steinbr\u00fccke \u00fcberquert. Im Gegensatz zu Knussert seien die R\u00f6mer dann nicht \u00fcber den Stieglbergsattel, sondern \u00fcber den Kratzerweg hin\u00fcber. Beim Br\u00fcckenbau waren die R\u00f6mer jedoch schlauer! Seit den Ausgrabungen beim Bau des Forggensees 1953 wissen wir sicher, dass die Via Claudia von Ro\u00dfhaupten \u00fcber Dietringen und Osterreinen durch die Augsburger Stra\u00dfe und die Reichenstra\u00dfe nach F\u00fcssen ging und dann \u00fcber den Lech f\u00fchrte. Die Landvermesser und die Soldaten des r\u00f6mischen Milit\u00e4rs suchten nat\u00fcrlich eine vern\u00fcnftige L\u00f6sung f\u00fcr den Bau der Lechbr\u00fccke.<\/p>\n<p><strong>Kartengrundlage aus dem Bayern-Atlas<\/strong><br \/>\nKluge R\u00f6mer w\u00e4hlten f\u00fcr den Br\u00fcckenbau die Engstelle des Lechs bei der heutigen Br\u00fccke (Nr. 1 = Flussbreite 45 Meter), nicht oberhalb vom Lechfall bei Ziegelwies (Nr. 2 = 4-fache Breite, 180 m), beim Wei\u00dfhaus (Nr. 3 = 6-fache Breite, 270 m) oder bei der Hangenden Wand (Nr. 4 = 10-fache Breite, 450 m). Ihr Br\u00fcckenbau erfolgte nat\u00fcrlich nicht schr\u00e4g, sondern quer zum Flusslauf. Bei einer k\u00fcrzeren\u00a0 Br\u00fccke ben\u00f6tigt man weniger Pfeiler und B\u00f6gen, das verringert den Material- und den Arbeitsaufwand beim Bau und die Gefahren durch den Lech bei Hochwasser. Sie errichteten eine r\u00f6mische Stra\u00dfenstation an der Br\u00fccke beim sp\u00e4teren Ort F\u00fcssen und nicht am steilen Lechufer beim Lusalten. Herberge, Polizeiposten, Poststation und Pferdewechselstation erbauten sie in der N\u00e4he der Br\u00fccke. Auch war es klug von den R\u00f6mern, das Kastell Foetibus auf dem Schlossberg anzulegen. Von dort oben konnte man gut die Br\u00fccke bei F\u00fcssen \u00fcberwachen. Das w\u00e4re beim Lech\u00fcbergang oberhalb des Lusaltens unm\u00f6glich gewesen. Logisch ist auch, dass die neue r\u00f6mische Siedlung an der Lechbr\u00fccke bei F\u00fcssen entstanden ist und nicht einen Kilometer flussaufw\u00e4rts, oberhalb der Lechschlucht, an einem Steilufer beim Lechfall. Durch das kluge Vorgehen der r\u00f6mischen Landvermesser und Stra\u00dfenbauer entstand demnach F\u00fcssen als r\u00f6mischer Br\u00fcckenort am Lech beim Bau der Via Claudia Augusta in den Jahren 46\/47 n. Chr.<\/p>\n<p>Text \u00b7 Bild: Matthias Thalmair, S\u00e4uling e.V<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alte Theorien zu den R\u00f6merstra\u00dfen durch B. Eberl 1931 und Dr. R. 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