Kultur

Die königliche Familie in Hohenschwangau

„Man könnte ein Märchen von der Elfe der Alpenrose dichten, die aus ihrer Blüte heraus durch die bildergeschmückten Säle Hohenschwangaus fliegt, wo sie Dinge erblickt, die noch schöner sind als ihre Blüte.“ So schwärmte kein Geringerer als der dänische Dichter und Autor Hans Christian Andersen in einem Brief nach seinem Besuch im Sommer 1852 in der Jagd- und Sommerresidenz der bayerischen Königsfamilie.

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Welche Märchen er den Kindern, Kronprinz Ludwig und Prinz Otto, genau erzählte, ist leider nicht überliefert. Es liegt jedoch nahe, dass „Die sieben Schwäne“ und „Das hässliche Entlein“ darunter gewesen sein könnten. Die Begeisterung für Schwäne und Schwanenritter begleitete Ludwig sein ganzes Leben lang.  Schon sein Vater, König Maximilian II., war ein kunstsinniger Monarch mit einer Vorliebe für die deutsche Geschichte und die damit verbundenen Geschichten.

Aus dem Antiquarium der Münchner Residenz kannte er ebenfalls eine Ansicht der Burg Schwanstein, deren Ruine er 1829 erwandert hatte. Die Verbindung der alten Burg zu den Scheyern, Welfen und Hohenstaufen sowie die Sage vom Schwanenritter Driant, der einst am Ufer des nahegelegenen Alpsees gelandet sein soll, beflügelten schließlich seine Entscheidung: Nach langen Verhandlungen erwarb er das Gelände und ließ die Ruine zum heutigen Schloss Hohenschwangau – als Jagd- und Sommerresidenz des damaligen Kronprinzen – umbauen. Hier vereinten sich alle Passionen Maximilians.

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Auch seine spätere Frau, die preußische Prinzessin Marie Frederike von Hohenzollern, genoss die Aufenthalte in Hohenschwangau und seiner Umgebung bis ins hohe Alter. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1864 übernahm Ludwig II. die Herrschaft. Auch er kehrte immer wieder nach Hohenschwangau zurück – nun gemeinsam mit seiner Mutter.

Nach ihrem Tod nutzte Prinzregent Luitpold das Schloss weiterhin, vor allem als Jagdresidenz, bis er im Jahr 1912 verstarb. Bereits ein Jahr später, 1913, wurde es der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Mit der Präsenz der bayerischen Könige wuchs auch die Zahl der sieben adeligen, aber auch nichtadeligen Gäste des kleinen Ortes Hohenschwangau im Laufe der Jahrzehnte stetig an, was nach und nach das Ortsbild veränderte. 

Wer mehr hierzu erfahren möchte, ist herzlich eingeladen, am Sonntag, 17. Mai 2026 (11 und 14 Uhr, Eintritt: 19 €, Parken P4 inkl.), zum Internationalen Museumstag die Sonderführung „Die königliche Familie in Hohenschwangau – Geschichte und Geschichten“ im Museum der bayerischen Könige zu besuchen.

Hier finden die Besucher Antworten auf die Frage, wie die bayerische Königsfamilie in Hohenschwangau lebte und wie sie ihre Zeit dort verbrachte. Von den Anfängen im frühen 19. Jahrhundert bis heute beleuchtet diese besondere Führung das Leben am königlichen Wohnsitz, die Entwicklung des Ortes und die Erlebnisse der einstigen Bewohner – ein spannender Rundgang durch die Geschichte, untermalt mit faszinierenden Erzählungen und Anekdoten.

Sonntag, 17. Mai 2026 (11 und 14 Uhr, Eintritt: 19 €, Parken P4 inkl.), zum Internationalen Museumstag die Sonderführung „Die königliche Familie in Hohenschwangau – Geschichte und Geschichten“

Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl bitten wir um Voranmeldung unter: ticket@museum-hohenschwangau.de oder 08362 887252.

Text: Louise-H. Meinicke, Kulturvermittlerin im Museum der bayerischen Könige

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