Kultur

Füssen „Ba-rockt!“

Füssener Festtage Alter Musik vom 5. bis 9. Juni 2024

Im letzten Jahr fand das erste Festival mit Alter Musik in Füssen statt, für das der neu gegründete Verein „Füssener Festtage Alter Musik e.V.“ verantwortlich zeichnete. In nur fünf Monaten stellte die Vorstandschaft, unter anderem bestehend aus den Intendanten Helene von Rechenberg und Robert Schlegl sowie Richard Hartmann als 1. Vorsitzendem, etwas gänzlich Neues auf die Beine – eine Premiere im doppelten Sinne sozusagen.

Satzungszweck des Vereins, die Förderung von Musik, Bildung, Kunst und Kultur. Dies erfolgt mitunter durch die Erforschung von Werken aus dem Zeitraum zwischen 1400 und 1800, die in Füssen, im Allgäu und darüber hinaus entstanden sind mit dem Ziel, dieses Festival langfristig für Füssen zu verstetigen.

Von 5. bis 9. Juni bringen die Festtage in der zweiten Runde herausragende Fachleute und über 70 Musikerinnen und Musiker der Alten Musik aus der ganzen Welt nach Füssen. Sie reisen an, um gemeinsam zu arbeiten, zu proben und zu spielen. Aber auch, um das Flair Füssens zu genießen. „Das kann man nicht genug würdigen“, betont Hartmann. „Es ist etwas Geniales, was da entsteht.“

Große Konzerte aus der Zeit zwischen Renaissance und Barock sollen zukünftig jährlich die alten Gemäuer der Stadt zum Beben bringen. „Das ist keine alte Musik, sie ist nicht tot, sondern sie rockt gewaltig.“ Monteverdis wenig gespielte „Marienvesper“ erklingt am 6. Juni, gefolgt von venezianischer Musik am 7. Juni und Werken von Bach und Charpentier am 8. Juni in der Füssener Stadtpfarrkirche St. Mang. Das letztgenannte Konzert trägt deshalb auch den Titel „St. Mang Ba-rockt“.

„Mit der Capella Cracoviensis, der Neuen Hofkapelle Innsbruck, dem Mozarteum VocalEnsemble und hochkarätigen Solisten wie Marc Lewon, Jan Kobow und Andrew Tortise konnte der Verein erneut hochkarätige Künstler gewinnen. Darüber hinaus freuen wir uns sehr über das Mitwirken von Maestro Wim Becu, der seit über 30 Jahren im Bereich der Alten Musik europaweit tätig ist sowie der ‚Grande Dame‘ der Alten Musik, Sabine Lutzenberger aus Augsburg“, so Hartmann.

Die Bemühungen des „kongenialen Teams“ stoßen dabei auf große Resonanz: Immer mehr renommierte Musikerinnen und Musiker für Alte Musik werden darauf aufmerksam, was für ein „Schatzkästlein“ Füssen (auch) in dieser Hinsicht doch ist.

Ohne staatliche Förderung durch den Kulturfonds Bayern/Kunst, Sponsoring und Spenden sei ein solches Projekt allerdings nicht realisierbar. Bereits im vergangenen Jahr trat die Vorstandschaft aus diesem Grund an die Rupert-Gabler-Stiftung heran und konnte sie für das Genre begeistern. Heuer habe sich die Familie Gabler verstärkt einzubringen gewünscht.

Aus gemeinsamen Überlegungen ist so der „Gabler-Kulturpreis für Füssener Festtage Alter Musik“ entstanden, der erstmalig an zwei Preisträger verliehen wird. Die Auszeichnung erfolgt „in dankbarer Anerkennung des herausragenden Engagements zur Pflege der historischen Aufführungspraxis“ und besteht aus einer handgedruckten Urkunde einer Allgäuer Druckerei, die mit einer handgeschnitzten Lautenrosette aus der Werkstatt des Füssener Lautenmachers Urs Langenbacher geziert wird. 

19 Veranstaltungen, darunter große höfische und geistliche Werke, mittägliche Orgelkonzerte, Vorträge und Themenführungen bringen „unerhörte“ Musik in die Füssener Altstadt. BR-Klassik bringt auf seinem Klassik-Radiosender Interviews in der Vorberichterstattung und eine Kartenverlosungs-Aktion. Das Festival schließt mit einem „akustischen Gaumenschmaus“, so Hartmann, dem “Banchetto Musical” im Füssener Franziskanerkloster.

Weisen, die früher bei höfischen Banketten gespielt wurden, erklingen in Kombination mit Textpassagen zu Festen und Gerichten aus dem Füssener Mittelalter, dargeboten von der Füssener Musikwissenschaftlerin Miriam Westerdoll.

Programminformationen und Tickets: www.fuessener-festtage-alter-musik.de 

Text: Selma Hegenbarth
Fotos: Andreas Hub, MORREC

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