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Füssens Grund- und Mittelschule wird umfangreich saniert

Kostenrahmen wurde bislang eingehalten

22 Millionen Euro investiert die Stadt in ihre Bildungseinrichtungen. Was der Bau mit sich bringt, sind Lärm, Dreck und Einschränkungen. „Wir haben hier eine Großbaustelle, das ist keine kleine Sanierung“, betonte Maximilian Eichstetter, Bürgermeister der Stadt und somit Bauherr des Projekts.

Um auf die Beschwerden, Klagen und Fragen von Anwohnern – hauptsächlich der Bürgermeister-Wallner-Straße – und Lehrkörpern der betroffenen Schulen zu reagieren, fand Anfang November eine Bürger-Informationsveranstaltung statt.

Die Bauleiter Andreas Bartenschlager, Hochbauleiter Andreas Linder und er selbst möchten konstruktive Kritik mitnehmen und legen großen Wert auf Transparenz im gesamten Vorgehen, so Eichstetter. Zwar wurden vorrangig Beschwerden und Kritik geäußert, dennoch blieb er beharrlich dabei: „Ich möchte Ihnen für die Geduld danken, die Sie die letzten Monate aufgebracht haben. Danke für Ihre Unterstützung.“

Holprig startete das Großprojekt. Fast zwei Monate später als geplant ging ein Abrissunternehmen ans Werk. Der dafür eigentlich vorgesehene Betrieb hat die Stadt „sitzen lassen“. Weiterhin gab es heuer „einen kleinen Vorfall, bei dem man uns ein bisschen Kies geklaut hat. So an die 45 Lkws“, so Eichstetter.

Dennoch sei das Bauprojekt wieder voll im Zeitplan. Damit das gelingen konnte, wurde die Situation, da widersprach er nicht, durchaus unangenehm für die Bewohner der hauptsächlich von den Arbeiten beeinträchtigten Straße. „Ich weiß, dass die Zufahrt zu ihrem Gebäude, um nach Hause zu kommen, liebevollst ausgedrückt ‚nicht so gut erreichbar‘ war. Also, es war eine absolute Katastrophe.“

Die Häuser seien überhaupt nicht erreichbar gewesen, warfen einige Anwohner ein. Ihr Verständnis für das Vorgehen der Baufirmen hielt sich in starken Grenzen. So seien gleich zwei Bagger an einem einzigen Tag kaputtgegangen. Einer davon habe sechs Tage lang auf einem privaten Parkplatz gestanden. Ein unglücklicher Zufall, gab der Bürgermeister zu. „Das passiert aber in jeder guten Baggerfamilie“, sagte er schmunzelnd. Es sei dabei zu berücksichtigen, dass eine lokale Baufirma nicht diverse Bagger in der Hinterhand habe, um derartige Ausfälle unmittelbar zu kompensieren.

Ein weiterer Grund für die anhaltenden Aushubarbeiten war den Leitungen geschuldet. „Da liegen die Hauptstromversorgungen für Rieden.“ Dreimal 20.000 Watt-Leitungen, die in aufwendigen Arbeitsschritten Stück für Stück verlegt werden mussten.

Dass der Eingang eines Gebäudes nahezu komplett zugeschüttet wurde, erboste einige Anwohner. Verständlich, gab Eichstetter zu, bat dennoch auch hier im Nachgang um Milde. Der Polier habe einen Planungsfehler entdeckt und spontan darauf reagiert – was die Zuschüttung zur Folge hatte. „Der Fehler hätte uns im Nachgang viele, viele, ja wenn nicht über 100.000 Euro gekostet.“ Ein bisschen unglücklich sei alles gelaufen mit dem Tiefbau, gab Bartenschlager zu.

Zum Thema Lärm und Einhaltung der Ruhezeiten fügte Eichstetter hinzu: „Wir wissen nicht, wann genau wer mit was kommt.“ So könne es eben sein, dass ein Baugerät auch nach 22 Uhr erst Füssen erreiche, wenn die zuständige Firma in Essen sitze. Auch kann es sein, dass die Fenster nachts geliefert werden oder ein Gerüst noch sonntags errichtet wird, damit die nötigen Arbeiten am Folgetag beginnen können. Die Bemühungen würden nun darauf hinauslaufen, dass der Bau bis Weihnachten dicht ist.

„Kommende Woche geht es so richtig los“, sagte Eichstetter. Für den Dachstuhl werden 500 Kubikmeter Holz verbaut. Teile davon würden in „Elefanten-Transporten“ geliefert, also Lkw-Ladungen mit Übergröße. – Dafür müssten sehr wahrscheinlich sogar Verkehrsschilder abmontiert werden. Es handle sich dabei um riesengroße Leimbinder. Das sei ein spezieller Moment: Sie bilden das Tragwerk der Turnhalle.

Etwa drei Wochen würde es dauern, bis die gesamte Konstruktion steht. Viele Lieferungen von Fenstern und Türen stehen ebenfalls an, vermutlich bis Mitte Dezember. Immerhin sei der Plan, dass die Turnhalle und die Gebäude dieses Bauabschnitts im kommenden Jahr bereits genutzt werden können.

Für das Bauprojekt wurde die Bürgermeister-Wallner-Straße zur Einbahnstraße umfunktioniert. Das soll so bleiben. Außerdem werden Lehrer zukünftig von 7 bis 14 Uhr kostenfrei dort parken können. Wie diese Parkplätze anzuordnen sind, birgt allerdings noch Konfliktpotenzial, wie sich an den Reaktionen der Anwesenden zeigte.

So schlug der Bürgermeister vor: „Lassen wir zunächst den Verkehrsplaner planen, dann sprechen wir nochmals darüber.“ Zudem versprach er, dass alles, was durch Baugeräte und Co. zerstört wird, auch wieder hergerichtet würde. Schäden müssten dazu gemeldet und mit Fotos dokumentiert werden.

Auf die Fertigstellung der Turnhalle und des Mensagebäudes folgt der Kopfbau zur Mittelschule und der energetische Ausbau dieser Schule selbst. „Aber schauen wir erst einmal, wie wir mit dem ersten Bauabschnitt fertig werden“, nahm Bartenschlager weiteren Diskussionen den Wind aus den Segeln.

Und um noch etwas Positives hinzuzufügen: „Der Kostenrahmen wurde eingehalten und bis jetzt kommen alle Unternehmen wie ausgemacht, es gab keine Ausfälle“, sagte der Bürgermeister. Im Januar sollen planmäßig die Rohinstallationen im Querbau beginnen. Und dabei haben für die Elektroarbeiten sowie die Gebäudetechnik (Heizung, Lüftung, Sanitär) lokale Firmen den Zuschlag erhalten.

Text: Selma Hegenbarth · Foto: Hubert Riegger

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