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35 Jahre „Kräuterweible“ in Pfronten

Theaterstraße 2 · 87459 Pfronten · Telefon: 08363 6235

Im „Kräuterweible“ ist viel los. Hier kommen die Kunden, um ihre täglichen Einkäufe zu machen. Elfriede Kober kennt jeden mit Namen und jeder kennt sie, die Frau mit der Schürze und einem Lächeln im Gesicht. Seit 35 Jahren gibt es den Naturkostladen in Pfronten.

Damals war er noch in der Tiroler Straße. Angefangen hat alles damit, dass ihre Schwester Martha die Idee hatte, einen „Laden aufzumachen“. Aber nicht irgendeinen, es sollte ein Bio-Laden sein. Für viele war das eine exotische Vorstellung, denn Bio-Lebensmittel waren eine Seltenheit, genauso wie die Kunden, die dort einkaufen sollten. Das gehört zum Glück der Vergangenheit an.

„Es war eine schwierige Zeit, es ging alles so schleppend. Jedes Jahr dachten wir ans Aufhören“, erzählt Elfriede Kober. Heute beschäftigt sie elf Teilzeitkräfte. „Mit mir sind wir zwölf. Meine Nichte und mein Sohn sowie meine Schwester arbeiten mit“, erzählt sie.

Als sie das „Kräuterweible“ von ihrer Schwester Martha übernahm, war sie 24 Jahre. „Meine Tochter Mira war vier Wochen alt, als ich sie mit ins Geschäft nahm“, erinnert sie sich zurück. Ihren Beruf als Krankenschwester gab sie auf.

„In der Situation wie jetzt, würde ich mich nicht mehr selbständig machen. Meine Ängste sind schon da, dass die Discounter immer mehr in den Bio-Bereich eindringen“, sagt sie. Ihre Sorgen sind nicht unbegründet, denn in der Coronazeit und während des Lockdowns haben viele Menschen Bio-Lebensmittel eingekauft, zu Hause gekocht und Wert auf gesunde Ernährung gelegt.

Doch das hat sich geändert. Die Energiekrise und eine unsichere Zukunft führen dazu, dass am Essen wieder gespart und auf Bioprodukte verzichtet wird.

Im gesamten betrachtet ist es aber so, dass der Fokus auf gesunder Ernährung liegt. Die Kunden sind dankbar, dass sie im „Kräuterweible“ regionale und Bio-Produkte kaufen können. Auf 170 Quadratmetern gibt es neben Obst und Gemüse, Backwaren, Weine, Kosmetik und vieles mehr, was man für den täglichen oder wöchentlichen Einkauf brauchen kann.

Von Montag bis Donnerstag bietet das „Kräuterweible“ seinen Kunden einen Mittagstisch an. Noch vor Corona gab es die Möglichkeit, im Naturkostladen zu essen. „Heute holen unsere Kunden das Essen ab“, sagt Elfriede Kober, die seit 41 Jahren Vegetarierin ist. Schwester Martha bereitet jeden Morgen das Essen vor, wobei sie sich an die Themen-Kochtage hält.

„Wir haben jeden Tag einen Themen-Kochtag“, erzählt Elfriede Kober. Jeden Montag gibt es Eintopf, Köstliches aus der Getreideküche ist dienstags angesagt, Mittwoch ist der Nudeltag und donnerstags steht auf dem Speiseplan ein Fleischgericht mit einer veganen Suppe. Zu jedem Gericht gibt es auch einen Salat dazu. Abgeholt werden können die Speisen jeweils ab 10 Uhr.

Wenn man Elfriede Kober fragt, was ihre Arbeit so ausmacht, dann antwortet sie: „Es sind die Menschen und der Umgang mit den Lebensmitteln. Das macht mir immer noch Spaß.“

Text · Foto: Sabina Riegger

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