Kultur

2. Musikfestspiele Königswinkel

Vom 28. September bis zum 3. Oktober im Festspielhaus in Füssen

Zwei Opernvorstellungen, mehrere klassische Konzerte in verschiedenen Kirchen der Region, Einführungsvorträge und ein Gala-Diner. Die Musikfestspiele Königswinkel bieten auch in diesem Jahr wieder ein umfangreiches und hochkarätig besetztes Programm. Der ursprünglich geplante „Fliegende Holländer“ musste im letzten Jahr aus dispositionellen Gründen abgesagt werden. In dem Zuge entschied man sich, anstatt einer Nachholung des „Holländers“ nun „Die Walküre“ auf das Programm zu setzen.

„Die Opera Sofia hat erst im Juli den Ring der Nibelungen neu produziert“, erklärt Festivalleiter Florian Zwipf-Zaharia. „Eben diese neue Produktion der „Walküre“ findet nun ihren Weg in das Festspielhaus Neuschwanstein, 153 Jahre nach der Uraufführung in München.“

Wagner und Füssen

Immerhin darf mit den Musikfestspielen in diesem Jahr auch Richard Wagners 210. Geburtstag gefeiert werden. Mit der „Walküre“, die jetzt in Füssen zweimal zur Aufführung kommt, hat man sich dafür eines seiner ganz großen und vor allem äußerst beliebten Werke ausgesucht. Sie bildet zusammen mit den Opern „Das Rheingold“, „Siegfried“ und „Götterdämmerung“ das Gesamtwerk „Der Ring des Nibelungen.

„Wagner gehört hier an diesen Ort“, sagt Zwipf. „Man weiß, dass Richard Wagner und Ludwig II. eng befreundet waren. Mehrmals hat der Künstler seinen Bewunderer und Mäzen in Hohenschwangau besucht.“ Wie sehr der König dem Komponisten verfallen war, zeigt sich auch auf Schloss Neuschwanstein. Auf riesigen Wandgemälden sind hier zahlreiche Szenen aus Wagners Opern dargestellt. Auch Wagners wohl romantischste und emotionalste Oper „Tristan und Isolde“ wäre wohl ohne die große Unterstützung des musikbegeisterten Königs nicht zu ihrer Aufführung gelangt. Das Musikdrama hatte 2021 den Auftakt für die ersten Musikfestspiele in Füssen gebildet.

So steht der Bezug des Königswinkels und somit auch der Lechstadt zu Richard Wagner in keiner Frage. Das Musikgenie passt zu dem Mythos um den Märchenkönig. Er polarisiert. Hat man doch auf der einen Seite stets die eingefleischten „Wagnerianer“, die allerhöchsten Wert darauf legen, dass seine Werke in keinster Weise modernisiert und damit auch verfälscht dargestellt werden.

Auf der anderen Seite aber stehen die Liebhaber von Opern, die immer wieder weiterentwickelt und auch neu und zeitgemäß inszeniert werden. „Die Inszenierungen der Opera Sofia gehen da einen soliden Mittelweg“, sagt der Organisator dazu. „Es gibt übrigens auch keine beste Inszenierung. Es gibt nur eine subjektiv beste. Fakt ist aber, dass man hier in Füssen eine Inszenierung der „Walküre“ sehen wird, die man so sicher noch nicht erlebt hat.“

Konzerte in den schönsten Barockkirchen der Region

Komplettiert wird das Programm der Musikfestspiele auch in diesem Jahr von Orgel- und Kammerkonzerten mit weltbekannten Ensembles, die in den schönsten Barockkirchen der Region auftreten. Hier stehen unter anderem Werke von Mozart, Bach, Schubert, Dvorák, Beethoven oder Rachmaninoff, Brahms und Mendelssohn auf dem Programm.

Ein weiterer Höhepunkt ist das große Festkonzert mit dem Dirigenten Lothar Zagrosek und dem Orchester der Opera Sofia. Die Musikfestspiele stehen dabei in enger Kooperation mit dem Prager Osterfestival 2023 und dem Festival Internacional de Música de Marvão 2023 aus Portugal. Gemeinsam will man unter dem Titel „More Europe through Music 2023“ Brücken zwischen Ländern bauen. „Wir haben einen kulturellen Auftrag“, sagt Florian Zwipf. „Und die Sprache der Musik wird überall gleich gesprochen.“

Die Musikfestspiele Königswinkel finden vom 28. September bis zum 3. Oktober statt.

Text: Lars Peter Schwarz · Foto: FSH Füssen

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