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Interesse am Besitz des Führerscheins ist gesunken

Fahrschulen aus Füssen und Umgebung bestätigen, dass viele Schüler vor allem mit der schwierigen Theorie Probleme haben. Laut dem deutschen TÜV-Verband gab es 2022 eine bundesweite Rekordzahl bei den Führerscheinprüfungen, während sich aber auch die Durchfallquote auf Rekordniveau entwickelt hat. So fielen bei der Theorieprüfung knapp 40 Prozent der Teilnehmer durch und damit rund zehn Prozent mehr als vor zehn Jahren. Ebenso schafften knapp 40 Prozent der Schüler die praktische Fahrprüfung nicht.

Wir haben uns bei Fahrschulen in Füssen und Umgebung umgehört, wie dort diesbezüglich die aktuellen Zahlen sind und woran es möglicherweise liegt, dass ein geringerer Prozentsatz von Fahrschülern die Prüfungen schafft.

Andreas Gutbrod (Inhaber von „Andi´s Fahrschule in Füssen):
„Bei den praktischen Prüfungen ist bei uns nicht zu erkennen, dass mehr Bewerber durchfallen, obwohl die Prüfungszeiten deutlich länger geworden sind. Die Durchfallquote liegt in diesem Bereich etwa bei knapp zehn Prozent. Hinsichtlich der Theorieprüfung sieht es aber schon ein bisschen anders aus. So fallen hier rund 20 bis 25 Prozent durch. Allerdings ist die theoretische Prüfung in den vergangenen Jahren auch immer anspruchsvoller geworden. Die Schüler müssen daher mehr lernen als früher. Gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass der Führerschein nicht mehr so eine große Rolle spielt wie noch vor ein paar Jahrzehnten.“

Matthias Herböck (Inhaber der gleichnamigen Fahrschule mit Filialen in Seeg, Nesselwang, Wertach und Oy):
„Von diesen hohen Durchfallquoten sind wir weit entfernt. Allerdings ist es so, dass unsere Fahrschüler durchschnittlich mehr Stunden benötigen, bis sie soweit sind, dass sie zur Prüfung antreten können. Ich habe auch das Gefühl, dass das Interesse am Besitz des Führerscheins im Vergleich zu früher wesentlich geringer geworden ist. Vor allem in puncto Theorieprüfung müssen die Schüler heute zudem mehr Zeit zum Lernen investieren.“

Jörg Schmölz (Inhaber der Fahrschule Otto Schmölz in Pfronten):
„In der Theorie ist der Prozentsatz derer, die sie nicht bestehen, in etwa so hoch wie bundesweit. In der Praxisprüfung liegt er dagegen bei ungefähr 20 bis 25 Prozent. Dabei sehe ich einen steigenden Trend des größer werdenden Desinteresses am Erwerb des Führerscheins. Anscheinend braucht man den Führerschein heute nicht mehr so dringend wie früher, man ist auch so ziemlich flexibel und kann sich zum Beispiel im Internet anstatt live treffen. Hinsichtlich der Theorieprüfung kommt dazu, dass sie viel schwieriger geworden ist und die Fragen dazu zum Teil immer wieder erneuert werden.“

Text: ale · Foto: Envato

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