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EU: Neue Regelungen für Führerscheine in Sicht

Zur europaweiten Vereinheitlichung der Führerscheinvorgaben hat die Europäische Kommission kürzlich einen Entwurf der 4. EU-Führerscheinrichtlinie vorgelegt. Der Auto Club Europa (ACE) bewertet einige der geplanten Vorhaben.

Wenn es nach der Europäischen Kommission geht, soll künftig schon der Weg zum Führerschein digitaler werden. So sieht der Entwurf auch den Einsatz von Fahrsimulatoren vor. Auf diese Weise könnten Fahrschüler während der Ausbildung und in der Prüfung brenzlige Situationen unter lebensnahen Bedingungen üben, ohne dass Dritte gefährdet werden.

Auch eine digitale Variante des Führerscheins soll europaweit eingeführt werden, um Kontrollen seitens der Polizei, aber auch von Autovermietungen oder anderen Anbietern zu vereinfachen. Die Plastikkarte im Scheckkarten-Format wird dann nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Die haptische Fahrerlaubnis wird dann nur noch auf Antrag ausgestellt und statt mit einem Chip mit einem QR-Code versehen.

Laut den Plänen der Europäischen Kommission könnte die Gewichtsklasse des Führerscheins Klasse B europaweit von 3,5 Tonnen auf 4,25 Tonnen erweitert werden. Allerdings erst nach Ende der Probezeit und nur für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben.

Besonders interessant wäre diese Regelung für alle Wohnmobilisten, da Freizeitmobile schon jetzt häufig über dem Maximalgewicht von 3,5 Tonnen liegen. Nach den Plänen der EU würden von der Anpassung der Gewichtsklasse nur Wohnmobile mit alternativem Antrieb profitieren.

Geht es nach der Europäischen Kommission soll in Zukunft die Fahrtauglichkeit von Autofahrern über 70 Jahre alle fünf Jahre überprüft werden. Der ACE lehnt die verallgemeinernde Unterstellung, Senioren seien ein Risiko für die Verkehrssicherheit, ab. Jeder Autofahrende sollte sich und sein Können selbst immer wieder kritisch hinterfragen und es sollte flächendeckend die Möglichkeit für freiwillige Selbsteinstufungstests gegeben werden.

Bei vielen weiteren Punkten wird das europäische Recht an deutsches Recht angepasst. So sieht der EU-Vorschlag beispielsweise die europaweite Einführung des Begleiteten Fahrens ab 17 Jahren vor. In Deutschland ist das bereits seit zehn Jahren gängige Praxis. Auch die Null-Promille-Grenze für Fahranfänger soll in der gesamten EU eingeführt werden.

Text: autopresse · Foto: Envato

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