Menschen

Engagement: Manfred Sailer, Einer, der mitgestaltet

Trotz seiner 75 Jahre ist Manfred Sailer das geblieben, was er immer schon war: Einer, der nicht schimpft über das, was nicht gut ist, sondern lieber mit anpackt, um mitreden zu können, um bei Veränderungen dabei zu sein. „Gemeinschaft ist Stärke und zugleich eine Herausforderung“, meint der vor kurzem geehrte Füssener. Er bekam die goldene Ehrennadel der Stadt Füssen für sein außergewöhnliches Engagement für die Gesellschaft. Seine Ehrenämter sind so vielfältig wie sie nur sein können. Er ist Vorsitzender der Kolpingfamilie Füssen und der Fotofreunde, bis April war er der Vorsitzende der Pfarrgemeinde und des Dekanats Marktoberdorf. Wo er sich sonst noch einbringt, ohne an der Spitze zu stehen, weiß er nicht ganz genau und überhaupt sei das auch uninteressant, winkt er ab. Für ihn ist es wichtig mitzugestalten und zu diskutieren.

Manche empfinden ihn als unbequem, weil er hinterfragt und Dinge beim Namen nennt. „Ich habe Interesse an der Gemeinschaft und die vielen Themen, die sich daraus ergeben. Deshalb ist es für mich auch ganz selbstverständlich, mich da einzubringen. Man kann nicht nur fordern und erwarten und hoffen, dass andere das schon machen werden.“ Dass er die vielen Ämter überhaupt annehmen konnte, hat er seiner Frau Rita zu verdanken. „Sie hat mich einfach machen lassen, mir den Rücken frei gehalten und mich unterstützt. Wenn es sein musste, war sie auch meine Kritikerin“, erzählt Sailer, für den ein Miteinander nur dann möglich ist, wenn man sich ehrlich gegenübersteht – auch, wenn die Diskussionen unbequem sein können.

Der ehemalige Postbeamte lässt sich in keine politische oder gar gesellschaftliche Schublade pressen. Schließlich verkörpert er sein Lebensmotto „jeden so lassen, wie er ist, solange er niemandem damit schadet“, täglich. Es beginnt schon mit seiner Kleider-Auswahl, die so in keiner Modezeitung zu finden wäre. „Ich muss mich damit wohlfühlen und niemand anderer“, so der begeisterte Mountainbiker, der schon mehrmals die Alpen überquert hat. Was er sich für die Zukunft erhofft? „Ganz einfach, es soll so bleiben, wie es ist. Ich bin zufrieden“, so der Hobbyfotograf und Pflanzenkenner. Jetzt geht es erstmal nach London, wo seine Tochter Kerstin mit Familie lebt. „Dort passe ich auf meine beiden Enkeltöchter auf. Dann bin ich nur Opa.“

Text · Foto: Sabina Riegger

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