LokalesTourismus

Leinen los für die Sommersaison

Die Forggensee- Schifffahrt sucht neuen technischen Betriebsleiter

2018 blieben die Schiffe aufgrund der Staudammsanierung und mangels Schneeschmelze im Hochsommer in ihren Docks und konnten somit die ganze Saison nicht auslaufen. 2019 war dann aber ein Rekordjahr in allen Bereichen wie Umsatzerlösen und Fahrgastzahlen. Es hätte sicherlich so weiter gehen können, wenn die zwei Pandemiejahre nicht dazwischen gekommen wären. „Sie haben alle Reserven aufgezehrt“, sagt Werkleiter Helmut Schauer.

Dass die Forggenseeschifffahrt andere Voraussetzungen hat als manche andere Schifffahrtsunternehmen in Bayern, ist nicht von der Hand zu weisen. Immerhin fahren die meisten von ihnen wesentlich länger über das Jahr gesehen, während die Forggenseeschifffahrt lediglich 137 Tage zur Verfügung hat, um gute Zahlen schreiben zu können. Überbrückungshilfen oder andere staatliche Zuwendungen gab es für das Unternehmen nicht. „Wir mussten nicht schließen. Wir haben regulär die Saison eröffnet und wieder beendet. Für den Staat war es kein Kriterium, dass wir weniger Fahrgäste hatten“, erklärt der 57-Jährige.

Doch so einfach, wie es aussieht, ist es nicht. Viele unterschiedliche Faktoren spielen für ein kommunales Schifffahrtsunternehmen eine große Rolle, wie zum Beispiel das Wetter, der Tourismus, die Tarife des öffentlichen Dienstes und nicht zuletzt auch die „unsichtbaren“ Kosten, wie die Instandhaltung, die Energie- und Treibstoffkosten oder die Versicherungen für die Schiffe und Bootshallen. „Diese finanziellen Belastungen sind nicht zu verachten. Da wir öffentlich-rechtlich sind, müssen wir anders reagieren. Und weil wir als städtisches Unternehmen gewisse Struktur- und Organisationsvorschriften für Eigenbetriebe nach der Eigenbetriebsverordnung einhalten müssen, sieht manche Reaktion (oder Entscheidung) gegenüber privatwirtschaftlich geführten Schifffahrtsbetrieben anders aus“, so der Werkleiter. Dass man den Betrieb deshalb privatisiert, davon hält Helmut Schauer nichts. „Es ist etwas Besonderes, dass eine Kommune eine Schifffahrt betreibt. Dass Corona kommt oder der Staudamm repariert wird, sind Umstände, die wir nicht beeinflussen konnten und können. Überwiegend sind wir vom Tourismus abhängig, der natürlich nicht so ausgeprägt war wie die Jahre vor der Pandemie.“ Schauer hofft, dass der eine oder andere Bürger sich für „Daheim“ als Urlaubsort entscheidet. So könnten Urlaubsgäste und Tagesausflügler gemeinsam dazu beitragen, dass das Kommunalunternehmen der Stadt Füssen möglicherweise dieses Jahr finanziell stabiler dasteht. „Wir hoffen, dass sich 2022 trotz allem positiv entwickelt“, so der Werkleiter.

65 Jahre alt wird die Forggenseeschifffahrt dieses Jahr. „Unter den aktuellen Umständen wird es keine Festivitäten geben. Unser Fokus liegt auf der Optimierung im Servicebereich für unsere Gäste und einem interessanten sowie abwechslungsreichen Programm für unsere Abendfahrten“, sagt Schauer. Des Weiteren wurde in die Sicherheit und Infrastruktur investiert. Erst vor Kurzem wurden die Arbeiten an der Anlegestelle in Waltenhofen beendet. Ab 2019 lag die Anlegestelle im Fokus einer Bewirtschaftung, weil die Sedimente des Sees so fortgeschritten waren. Jetzt wurden 2 000 Kubikmeter abgetragen, auch mit finanzieller Hilfe der Gemeinde Schwangau. Das Technische Hilfswerk aus Füssen konnte auch im Rahmen seiner Ausbildung an einer anderen Stelle im Frühjahr behilflich sein.

Fahrpreisanpassung

„Wir hatten das bereits letztes Jahr angesprochen. Doch da gab es noch keinen Ukrainekrieg, keine Inflation und keine Energiepreisexplosion“, macht der Werkleiter deutlich und erklärt: „Fast alle Preise mussten erhöht werden. Wir sind im Verband der Bayerischen Fahrgastschifffahrt sowie auch Alpenländischen Schifffahrt (Österreich und Schweiz) und haben die Preise untereinander verglichen. Unsere Schifffahrt ist trotz der Preiserhöhung noch günstig gegenüber den anderen, auch im Gastrobereich.“ So zahlt ein Erwachsener ab dem 1. Juni 16 Euro für die knapp zweistündige große Rundfahrt auf dem schönen Forggensee.

Technischer Betriebsleiter gesucht

„Leider geht unser Betriebsleiter Dirk Schranz zum 30. Juni. Bis dahin wird er uns noch tatkräftig und zuverlässig unterstützen. Darüber hinaus bleibt er uns stundenweise als Schiffsführer die komplette Saison erhalten. Es wäre schön, wenn wir die Stelle bald neu besetzen könnten. Wer Interesse hat, kann sich gerne an mich wenden.“ Bis dahin werden die Aufgaben und Tätigkeiten intern verteilt und organisiert. Für die Sommersaison ist die Forggensee-Schifffahrt gewappnet. „Ich freue mich, dass wir so ein kompetentes und starkes Team haben“, erzählt Helmut Schauer.

TERMINE

Abendfahrt mit den Alphornbläsern „Alpen-Hörner“
TERMINE: 29.06./13.07./03.08. und 24.08.2022
ZUSTIEG: ab 19.00 Uhr Bootshafen Füssen · Abfahrt: 19.30 Uhr
König-Ludwig-Abendfahrt mit dem Füssener Historiker Magnus Peresson
TERMINE: 06.07./27.07./ und 17.08.2022
ZUSTIEG: ab 19.00 Uhr Bootshafen Füssen · Abfahrt: 19.30 Uhr
Abendfahrt mit Live-Musik präsentiert von „Die wilden Allgäuer“
TERMINE: 20.07. und 10.08.2022
ZUSTIEG: ab 19.00 Uhr Bootshafen Füssen · Abfahrt: 19.30 Uhr
Sonnenuntergangsfahrt
TERMINE: 04.06./05.06./11.06./18.06./02.07./09.07. und 16.07.2022
ZUSTIEG: ab 18.30 Uhr Bootshafen Füssen · Abfahrt: 19.00 Uhr

Live Musik präsentiert von den
„Original Wasenmooser“
TERMINE: 09.07. und 23.07.2022
ZUSTIEG: ab 18.30 Uhr Bootshafen Füssen · Abfahrt: 19.00 Uhr
Leseabenteuer auf hoher See – Abendfahrt für die ganze Familie
TERMINE: 09.06./28.07./11.08./25.08. und 08.09.2022
ZUSTIEG: ab 17:45 Uhr · Abfahrt: 18:00 Uhr am Bootshafen in Füssen


Text: rie · Foto: Hubert Riegger

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Das könnte Dich auch interessieren
Schließen
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"