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EWR automatisieren Kraftwerke

Der Wandel hin zu erneuerbaren Energien, die globale politische Situation, mögliche Blackout- Szenarien – all das sind Themen die aktuell in aller Munde sind. Das stellt einen Energieversorger vor immer größere Herausforderungen und bedarf smarter Technologien, um die Versorgungssicherheit weiterhin hoch zu halten. Einen wichtigen Schritt hin zum „smarten Wasserkraftwerk“ setzen die Elektrizitätswerke Reutte mit einem großangelegten Automatisierungsprojekt.

Die regionale Energieversorgung gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die Stromerzeugung durch Wasserkraft punktet durch ihre Umweltfreundlichkeit, Planbarkeit und ist vor allem wichtig für die Versorgungssicherheit. Neben der Versorgungssicherheit leisten Wasserkraftwerke außerdem einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz. Mit insgesamt 14 Wasserkraftwerken sind die Elektrizitätswerke Reutte die regionalen Experten, wenn es um diese Themen geht. Sie investieren Jahr für Jahr mehrere Millionen Euro in den Erhalt, die Erneuerung und aktuell in die Automatisierung ihrer Wasserkraftwerke. Die Zeit in der ein „Schaltwärter“ händisch die Wasserkraftanlagen angeworfen hat, ist lange vorbei. Die 24-Stunden besetzte Leitstelle der Elektrizitätswerke Reutte gleicht mittlerweile einer Hightech-Zentrale.

Das laufende großangelegte Automatisierungsprojekt erstreckt sich insgesamt über acht Jahre. Die Mitarbeiter der Abteilung Erzeugung kümmern sich in Kooperation mit Siemens Energy darum, die EWR-Anlagen Schritt für Schritt komplett zu automatisieren. Der Startschuss fiel bereits im vergangenen Jahr mit dem Kraftwerk Kniepass und kürzlich wurde auch die Automatisierung der Anlagen im Kraftwerk Plansee abgeschlossen. Die Erneuerung der Schaltschränke und des Maschinenschutzes, eine umfassende Revision der Maschinen, die Programmierung und Inbetriebnahme einer neuen Steuersoftware sowie der Tausch der kompletten Sensorik standen dabei im Projektplan. Ab sofort kümmern sich ca. 500 Datenpunkte darum, Messwerte von rund 100 Sensoren via Glasfaser automatisch an die Zentrale Leitstelle im KW Plansee zu übertragen. Die Sensoren dienen beispielsweise der Pegelüberwachung, Temperatur-, Strom-, Spannungs-, Druck- und Durchflussmessung. Weichen die Messwerte vom Normalwert ab, reagiert die Maschine automatisch binnen Millisekunden und es ergeht umgehend eine Meldung an die Zentrale Leitstelle. Zusätzlich wird die Energieversorgung bei Stromausfällen verbessert, da die Maschinen mit Batterieanlagen ausgestattet und dadurch schwarzstart- und inselbetriebsfähig sind. Das bedeutet, sie können bei Stromausfall durch die Batterieanlage gestartet und unabhängig von anderen Energiequellen betrieben werden.

Im Zuge des Automatisierungsprojekts werden unter anderem die Schaltschränke erneuert sowie eine neue Steuersoftware programmiert und in Betrieb genommen. (Fotos: Andreas Schindl)

Bis 2028 werden auch die weiteren EWR-Kraftwerke umgerüstet und machen die regionale Versorgung damit vor allem eines: noch sicherer.

„Der Energiemarkt befindet sich im Wandel, die aktuelle Situation verstärkt nochmals die Anforderungen, die für uns als Energieversorger daraus resultieren. Investitionen in erneuerbare Energien, wie z.B. die regionale Wasserkraft, sind unerlässlich, um den neuen Anforderungen gerecht werden zu können. All das ist natürlich nur möglich, wenn alle Beteiligten – Energieversorger wie auch Behörden – an einem Strang ziehen und gemeinsam, beispielsweise durch offene Kommunikation und schnelle Genehmigungsverfahren, Sanierungsmaßnahmen und Erweiterungen von Kraftwerksanlagen rasch umsetzbar machen. Die Versorgungssicherheit unserer Kunden ist unser oberstes Ziel; mit dem Automatisierungsprojekt setzen wir einen weiteren wichtigen Schritt dafür.“, fasst Dr. Christoph Hilz, Vorstand der EWR AG, zusammen.

Text · Fotos: EWR

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