Lokales

Hilfe für die Ukraine – Erste Familien in Füssen eingetroffen

Durch den Krieg in der Ukraine sind mittlerweile mehrere hunderttausend Menschen auf der Flucht nach Westen. Allein Polen hat bereits fast 200.000 Menschen aufgenommen. Mit leichtem Zeitverzug wird die Welle der Flüchtenden ganz Europa und auch Deutschland erreichen. In einem Schreiben an die Medien erklärte Füssens Bürgermeister Maximilian Eichstetter jetzt den aktuellen Stand der Maßnahmen, was die Lechstadt nun leisten kann, um zur Hilfe der Menschen beizutragen. Die ersten Familien sind heute bereits in Füssen eingetroffen.

„Alles was wir von Füssen aus tun, ist im gesamten zwar nur ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein, aber es lohnt sich für den Frieden zu kämpfen und jede einzelne Familie, die wir in dieser humanitären Krise unterstützen können, ist diese Mühe wert!“, so Eichstetter. „Ich hoffe, glaube aber nicht daran, dass diese Menschen sehr bald wieder in ihre Heimat zurückkehren können. Deshalb ist es gut, dass die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen wurden, sie sofort in das soziale und berufliche Leben bei uns integrieren zu können. Ich möchte Sie bereits heute bitten, bei der Aufnahme und der Integration dieser Menschen vor Ort finanziell und ideell zu helfen.“ Die ersten in Füssen angekommenen ukrainischen Familien konnten bereits im Bürgerbüro der Stadt als Flüchtlinge registriert und angemeldet werden. Untergebracht wurden sie, unter der Mithilfe von Hotelier Andreas Eggensberger und dem Busunternehmer Kößler sowie Landrätin Zinnecker und den MitarbeiterInnen im Landratsamt Ostallgäu, in Unterkünften in Hopfen am See. „Dank unserer großartigen Schulleitung konnten wir heute auch schon organisieren, dass die eingetroffenen Kinder bereits nächste Woche bei uns zur Schule gehen können“, sagt Eichstetter. „Die Kinder hatten in der Ukraine Deutschunterricht und können sich mit Sicherheit schnell integrieren und hoffentlich von den erlebten Geschehnissen schnell erholen.“

Was das weitere Vorgehen betrifft, gehe es nun vor allem darum, weitere Familien koordiniert von der rumänischen Grenze nach Füssen zu leiten oder von den Knotenpunkten in München und Augsburg abzuholen und entsprechend Hilfestellung zu bieten. Dabei sieht Eichstetter drei wichtige Handlungsfelder. Neben der Organisation der Flüchtlinge, die nach Füssen kommen, steht als zweiter Punkt die Unterstützung zurückgebliebener oder fest sitzender Flüchtlinge an der Grenze zu Rumänien. Sobald Strukturen und eine gewisse Ordnung an den Grenzen herrschen, könne dann auch daran gedacht werden, Sachspenden zu entsenden.

Unterkünfte für Flüchtlinge

Bürgermeister Eichstetter bittet zudem auch Wohnungseigentümer, Vermieter oder auch Bürgerinnen und Bürger darum, eventuell vorhandenen Wohnraum als Unterkunft zur Verfügung zu stellen. Für jegliche Wohnungs- oder Zimmerangebote wurde mit asyl@fuessen.de eine eigene Email Adresse eingerichtet, so dass diese per Mail gemeldet werden können. Dabei sollte angegeben werden, für für wie viele Personen (mit/ohne Tiere, Katzen/Hunde) der Platz ausreicht und für welche Dauer wäre diese Option möglich ist. Eingegangene Angebote werden so gelistet und zusätzlich dem Landratsamt Ostallgäu übermittelt, das sich bei Bedarf dann meldet. „Aktuell gibt es dafür keine Kostenübernahmemöglichkeiten, somit derzeit keine Kostenerstattung“, so Maximilian Eichstetter. „Wie das in den nächsten Wochen dann gefördert wird, können wir jetzt noch nicht abschätzen.“ Zusätzlich will die Stadt auch die Turnhallen der Schulen für notwendige Auffanglager zur Verfügung stellen .

Geld- und Sachspenden

Um Hilfe auch für die Grenzgebiete zu leisten, will die Stadt als nächstes versuchen Geldspenden zu akquirieren, um damit einen LKW der Kaufbeurer Hilfsorganisation humedica e.V. zu füllen, der dann an die Rumänische Grenze geschickt werden soll. „Sachspenden sind dabei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zielführend, da es vor Ort ein maximales Chaos gibt und man die Sachspenden nicht sortiert und geordnet verteilen kann“, sagt Eichstetter. „Dies macht dann in einigen Wochen Sinn, wir bereiten uns aber im Hintergrund natürlich auch schon auf diesen Schritt vor. Unsere Vereine haben bereits Hilfe zur Organisation zum Einsammeln vom Sachspenden bereitgestellt und wir organisieren und koordinieren im Hintergrund bereits Termine dafür. Gerne können die Bürger aber schon Sachspenden vorbereiten und dann gesammelt zum zeitnahen Termin, den wir noch bekanntgeben werden, abgeben. Aktuell helfen nur zentral organisierte Institutionen und Geldspenden.“

Hilfe für die Ukraine bei humedica e. V.:

www.humedica.org/projekte/ukraine/hilfe-fuer-die-ukraine/index_ger.html
IBAN: DE35 7345 0000 0000 0047 47 bei der Sparkasse Kaufbeuren.

Text/Bild: Füssen aktuell/Unsplash

Verwandte Artikel

Das könnte Dich auch interessieren
Schließen
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"
Nacht der Musik 2024