Menschen

Sternsinger im Einsatz für die Gesundheit von Kindern

Die Heiligen drei Könige unterliegen allerdings in Füssen und Umgebung unterschiedlichen Regelungen. So müssen die Menschen in Füssen abermals auf einen persönlichen Hausbesuch von Kindergruppen verzichten, die dabei normalerweise in der Zeit um den Dreikönigstag am 6. Januar singen und ihren Segen spenden.

Das erklärte Sabrina Tiedtke, pastorale Mitarbeiterin der Pfarreiengemeinschaft Füssen, wenige Tage vor dem Weihnachtsfest 2021. Nach ihrer Auskunft werden am 6. Januar allerdings einzelne Dreikönigsgruppen in den Gottesdiensten in den Füssener Kirchen St. Mang und Acht Seligkeiten sowie in St. Walburga in Weißensee und in St. Peter und Paul in Hopfen am See Segensworte sprechen.

Laut Sabrina Tiedtke werden einige Gruppen außerdem am 3. Januar ab 15 Uhr und am 5. Januar ab 10 Uhr „mit tierischen Begleitern“ in der Altstadt präsent sein. Und während sie damit engagiert die Werbetrommel für die Sternsinger-Aktion von 2022 rühren, lautet deren Motto diesmal „Gesund werden – gesund bleiben“, wie Margit Senn von der Pfarreiengemeinschaft Rieden am Forggensee, Roßhaupten und Lechbruck mitteilt. Sie ist auch eine der ehrenamtlichen Organisatorinnen der Aktion, bei der Kindergruppen in Deutschland seit 1959 jedes Jahr Spenden für Kinder in Not in der ganzen Welt sammeln. Anders als in Füssen dürfen die Heiligen drei Könige den Segen in Rieden am Forggensee heuer „wieder an die Haustür bringen“, freut sich Margit Senn, wenngleich sie zudem darauf verweist, dass dabei „allerdings ein umfangreiches Hygienekonzept zu beachten“ sei.

So darf die Zusammenstellung der Gruppen jeweils „nur zwei Haushalte plus Geimpfte beziehungsweise Genesene“ umfassen. Darüber hinaus müssen alle Beteiligten negativ auf Corona getestet sein, bevor sie durchs das Dorf am Ufer des Forggensees gehen. Dabei müssen außerdem „die vor Ort geltenden Hygieneregeln eingehalten werden“, während auch nur Kinder ohne Krankheitssymptome mitlaufen dürfen. Und schließlich werde „auf kontaktlose Begegnungen mit den Gemeindemitgliedern“ geachtet. Trotz vieler Vorschriften ist Senn aber froh darüber, dass „wir den Segen wieder direkt zu den Einwohnern bringen und parallel Geldspenden für hilfsbedürftige Kinder ohne gesundheitliche Versorgung sammeln dürfen.“

In Füssen wird der Segensspruch in einem Segenstütchen dagegen wieder von Helfern in die Briefkästen gesteckt, unterstreicht Tiedtke und fügt hinzu, dass es die Füssener Sternsinger seit Weihnachten „auch als Video online auf www.katholisch-fuessen.de“ gibt. Darüber hinaus weist sie darauf hin, dass man sich seit Weihnachten auf www.katholisch-fuessen.de für einen gesegneten Aufkleber mit dem Schriftzug 20C+M+B22 und die Möglichkeit, per Überweisungsträger oder online zu spenden, anmelden kann. Die Buchstaben C, M, B können hierbei entweder für die Namen der Heiligen drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar oder für „Christus mansionem benedicat“ stehen, was „Christus segne dieses Haus“ heißt. Ebenfalls für eine Spende gibt es ab Anfang Januar in den Kirchen Segenspäckchen mit Kreide, Weihrauch und dem Segensspruch. Zudem kann man seit Weihnachten in den Spendenboxen in einigen Füssener Geschäften sowie in allen Kirchen für die Sternsinger-Projekte zum Thema „Gesundheit für Kinder auf der ganzen Welt“ spenden. Tiedtke verweist in diesem Zusammenhang auch auf die die Website www.sternsinger.de.

INFO
Unter dem Motto „Gesund werden – gesund bleiben. Ein Kinderrecht weltweit“ steht die Gesundheitsversorgung von Kindern in Afrika im Fokus der Aktion Dreikönigssingen 2022.

Weltweit hat die Gesundheitsversorgung von Kindern schon viele Fortschritte gemacht: Während 1990 noch 12,7 Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag starben, konnte die Kindersterblichkeit bis 2015 halbiert werden. Der Anteil untergewichtiger Kinder ging im gleichen Zeitraum von 25 auf 14 Prozent zurück. In Afrika südlich der Sahara schlafen mittlerweile mehr als zwei Drittel aller Kinder unter einem imprägnierten Moskitonetz. Dadurch gingen die Malaria-Todesfälle stark zurück.

Text: Alexander Berndt

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