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TSG Füssen mit hoher Sonderauszeichnung geehrt

Es ist eine sehr hohe Auszeichnung, die die TSG Füssen zu ihrem 175. Jubiläum nun erhalten hat. Am Nachmittag wurde dem Verein im Colloquium des alten Klosters St. Mang feierlich das Prädikat „Bayerischer Traditionsverein“ in Gold verliehen. Der Bayerische Turnverband, Bayerns Fachverband für alle Turnsportarten, die Gymnastik sowie den Fitness- und Gesundheitssport, will seine Traditionsvereine damit in einer ganz besonderen Art und Weise ehren. „Mitgliedsvereine, die wie die TSG Füssen bereits 175 Jahre lang mit beispielhaftem Engagement wesentliche Bestandteile des öffentlichen Lebens geworden sind, haben sich damit auch außerordentliche Verdienste um die Förderung von Turnen, Gymnastik und Sport in Stadt, Region und Verband erworben. Ihre Vereinsentwicklung wirkte und wirkt zugleich als Beitrag zur Stadtentwicklung. Ebenso leistet der Verein nachhaltige Beiträge zum Zusammenhalt der Gesellschaft“, heißt es in der offiziellen Erklärung des BTV dazu.

Die Speerspitze im deutschen Turnsport“

Bürgermeister Maximilian Eichstetter schlug im Rahmen seiner Worte auch das Geschichtsbuch auf. „Damals, 1846, war noch Ludwig I. im regierenden Amt in Bayern“, sagte er. „Auch das Morsen wurde in diesem Jahr erfunden. Wenn man also sieht, wie lange dieser Verein schon besteht, ist das eine sehr respektable Leistung.“ „Da waren manche Sportarten, die es heute gibt, noch gar nicht erfunden“, ergänzte Karin Ketterl als Vorsitzende der Interessengemeinschaft Füssener Sportvereine (IFS). „Sogar den FC Bayern gab es damals noch nicht.“ Unzählige ehrenamtliche Stunden wurden in dieser langen Zeit von den Vereinsmitgliedern geleistet. Unzählige wertvolle Stunden, um jungen Sportlerinnen und Sportlern Perspektiven zu bieten. Dabei sind es nicht nur Bewegungsangebote, für die der Verein sorgt. Vielmehr stehe das Gemeinwohl im Mittelpunkt, die Zusammengehörigkeit, Geborgenheit und Integration. Bis heute ist die TSG auf rund 900 Mitglieder angewachsen.

„Die TSG Füssen ist nach der TSG 1846 Nürnberg erst der zweite Verein in Bayern, der diese besondere Auszeichnung erhält“, so Dr. Alfons Hölzl, Präsident des Deutschen und Bayerischen Turnerbundes. In seiner Ansprache wies er unter anderem auf den historischen Hintergrund des Turnsports hin, der es immerhin auch geschafft habe, die einzelnen Länder in Bayern zumindest sportlich zu vereinen. „Die TSG Füssen ist zudem sogar noch wesentlich älter, als der BTV selbst, der erst 1861 gegründet wurde. Vereine wie die TSG stellen die Speerspitze im deutschen Turnsport dar.“ Bei der Verleihung des Prädikats anwesend waren auch Andy Krainhöfner, Landesbeauftragter Ehrenamt des BTV, Harald Drutzel, Vorsitzender des BLSV Kreis Ostallgäu, sowie Ralf Krieger, Mitglied des BTV-Bezirksvorstands Schwaben und Manfred Odenthal, Vorsitzender des BTV-Untergau Ostallgäu. Markus Gmeiner, Sportbeauftragter der Stadt Füssen überreichte Bechteler im Rahmen der Verleihung der Auszeichnung zudem einen extra angefertigten gravierten Glaspokal als Anerkennung und Erinnerung.

Der nächste Meilenstein

Gerda Bechteler, Vorstand der TSG Füssen, bedankte sich im Namen der TSG für die Auszeichnungen. Sie wies aber auch daraufhin, dass die Vereinsarbeit, im Hinblick auf die vielen heutigen Regeln und gesetzlichen Vorgaben nicht ganz mehr so einfach sei, wie früher. Der Blick geht dennoch in die Zukunft, zumal mit der Renovierung der nun fast hundert Jahre alten Weidach-Turnhalle bereits der nächste große Meilenstein in der Geschichte des Vereins bevor steht. „In weiser Voraussicht hat die TSG bereits Rücklagen gebildet, so dass wir in der Lage sind, zusammen mit der Stadt die Halle zu erneuern“, so Gerda Bechteler. Das Thema steht auch im Rathaus ganz oben auf der Liste, bestätigt Bürgermeister Eichstetter.

Man sei sich bewusst, dass die Sanierungen zeitnah angegangen werden müssen. „Vor allem die Fenster, die immer noch aus dem Jahr 1930 stammen, müssen dringend erneuert werden. Hier wurde Jahrzehnte lang nichts getan“, so Eichstetter. „Wir müssen sehr bald handeln, bevor die Bausubstanz darunter leidet.“ Auch die Warmwasseraufbereitung müsse durch eine neue, strombasierte ersetzt werden, ein Sanierungskonzept dazu werde derzeit erstellt. „Dann werden wir sehen, was wir uns leisten können und ob wir hier eine Voll-, Teil- oder nur ganz geringe Sanierung vornehmen. Das können also, so wie es aussieht, Sanierungskosten von 80.000 oder 250.000 Euro sein, oder, wenn wir eine Vollsanierung durchführen, bis zu 600.000 Euro sein.“ Allerdings glaubt Eichstetter nicht, dass eine Vollsanierung der Halle nötig ist.

Text/Bild: Lars Peter Schwarz

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