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Ein touristischer Magnet

Die Holzgauer Hängebrücke

Vor zehn Jahren wurde die Holzgauer Hängebrücke gebaut. Sie überspannt in einer Höhe von 110 Meter die wildromantische Höhenbachtalschlucht, ist über 200 m lang und stellt einen Lückenschluss zwischen den Wanderwegen auf den Sonnenhängen des Gföllberges und den Wanderwegen im Bereich des Naturjuwels am Schiggenberg dar. In Kombination mit dem Höhenbachtal und dem berühmten Simmswasserfall lassen sich nun in diesem Gebiet verschiedenste Rundwanderungen planen. Auch eine Variante des Lechweges führt über diese Brücke. Die Baukosten wurden mit Fördermitteln vom Land Tirol und von der Europäischen Union (Europ. Fonds für regionale Entwicklung) unterstützt. Füssen aktuell sprach mit Michael Kohler, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Ferienregion Tiroler Lechtal, über ihren touristischen Stellenwert.

Welchen touristischen Stellenwert hat die Hängebrücke für das Lechtal?
Die Holzgauer Hängebrücke hat seit ihrem Bestehen einen großen, touristischen Stellenwert für unser Tal. Zum Einen führt der Lechweg auf seiner Etappe Richtung Bach über die Hängebrücke und zum anderen ist sie ein architektonisches Highlight, das die wilde Höhenbachtalschlucht überspannt. Auch wenn sie nicht mehr als längste Hänbgebrücke in Österreich gilt, so ist sie trotzdem ein besonderes Highlight, das nach wie vor kostenlos zugänglich ist. Holzgau gilt generell als eines der touristischen Zugpferde und bietet für Gäste, Besucher aber auch Einheimische zahlreiche Wander- und Freizeitmöglichkeiten. Vor allem das Gebiet rund um die Hängebrücke besticht durch seine ursprüngliche Natur- und Kulturlandschaft. Das ist bspw. seit Neuestem auch der neu angelegte Vitalweg – ein Naturerlebnis nach der Kneipp’schen Gesundheitslehre. Der Vitalweg hat auf seiner Streckenführung ebenfalls die Hängebrücke integriert und bietet dem Besucher zahlreiche Kneipp- und Ruhestationen rund um den Schiggen und Gföllberg.

Gibt es Statistiken, wieviele Besucher jährlich die Hängebrücke im Jahr besuchen?
Die Hängebrücke selbst hat keine Besucherzählung integriert. Zählt man die Lechwegwanderer mit, die im Sommer täglich die „nicht-schwindelfreie“ Wegvariante über die Hängebrücke wählen, kann man aber eine gute Schätzung abgeben – wir gehen von rund 85.000 jährlichen Besuchern aus.

Sind die Besucher Wanderer, die sowieso im Lechtal sind, oder sind es Touristen, die gezielt ins Lechtal fahren, um sich die Hängebrücke anzusehen?
Sowohl als auch. Wer im Lechtal seinen Urlaub verbringt, besucht während seines Aufenthalts auch die Hängebrücke… das ist fast ein Muss. Die Hängebrücke in Holzgau kann man schon als Place to be bezeichnen. Ihre Lage und die Atmosphäre hoch über dem wilden Höhenbachtal sind schon reizvoll. In den Herbstmonaten sind es aber auch vermehrt unsere lieben Nachbarn aus dem nahen Allgäu, die aus dem Nebel flüchten und gerne ins Lechtal fahren, um die Herbstsonne und die herrlich herbstliche Atmosphäre zu genießen. Die Hängebrücke und das Höhenbachtal sind hier dann ein beliebtes Ziel.

Hat sich das Verkehrsaufkommen dadurch in den letzten Jahren vermehrt oder ist es gleich geblieben?
Das Verkehrsaufkommen hat generell zugenommen – was sich aber nicht nur auf das Lechtal beschränkt. Besonders in den Sommermonaten ist ein höheres Verkersaufkommen zu verzeichnen. Besonders aber im Hinblick auf das seit 2020 bestehende Fahrverbot für Motorräder über die 95dB hat man im Lechtal bisher auch beobachtet, dass sich die Lärmemission immens verbessert hat. Auch wenn die Verordnung zu Beginn auf großen Wiederstand und Unverständnis gestoßen ist, so können wir dieser Regelung durchaus etwas Positives abgewinnen. Insbesondere die Lebensqualität rund um das viel befahrene Hahntennjoch, die Namlosstraße oder auch generell durch das Lechtal hat sich für viele Einheimische sehr verbessert. Dieser Aspekt wirkt sich unserer Meinung nach auch langfristig auf die Qualität unserer Tourismusregion aus.

Hat sich durch den Bau der Hängebrücke die touristische Infrastruktur verändert?
Die Bereitschaft in die touistische Infrastruktur zu investieren hat sich mit dem Bau der Hängebrücke und analog zur Eröffung des Lechwegs schon erhöht. Generell ist man im Lechtal aber auch bestrebt, die Tourismus- bzw. Freizeitinfrastruktur mit Bedacht auf die Natur zu errichten bzw. zu bauen. Nachhaltigkeit lautet hier im Lechtal ganz klar die Devise. Unser Tal soll so ursprünglich und unverbaut bleiben. Bei uns sind es der wilde Lech und die ursprüngliche Natur, die die Gäste und Besucher besonders schätzen. Darüber hinaus sind Angebote wie etwa der Lechweg, der Vitalweg oder auch die Lechtaler Auszeitdörfer Impulse, die mit einer „Höher-Schneller-Weiter-Infrastruktur“ nicht harmonisieren. Das ist nicht der Weg, den wir einschlagen wollen. Impulse und nachhaltige Highlights, die die Lechtaler Tourismusphilosophie unterstreichen, werden hier bei uns forciert.

Text: Sabina Riegger · Foto: TVB Lechtal

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