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Bayernweites Herzensprojekt

Bienenstadel mit innovativem Gesamtkonzept

Was kann man sich mehr für seinen Ort wünschen, als ambitionierte Profis, die mit ihrem Know-How und jeder Menge Herzblut etwas auf die Beine stellen. Der Imkerverein Pfronten ist so ein strahlendes Beispiel dafür, was man mit Engagement aus dem Boden stampfen kann. Die mittlerweile 76 Mitglieder des Vereins, davon 57 aktive Imker, planen für sich und für Pfronten ein durchaus außergewöhnliches Projekt, einen Bienenstadel. Darüber sprach Füssen aktuell mit Manuela Splitgerber, der Vorsitzenden des Imkervereins in Pfronten.

Seit wann gibt es die Idee, einen Bienenstadel zu bauen?
Die Entscheidung, einen Lehrbienenstand umzusetzen, gibt es seit 2017. Seitdem waren wir zusammen mit der Gemeinde auf Standortsuche. 2018 sind wir an der Mittelschule Pfronten fündig geworden. Nach Zusage des Grundstückes durch die Gemeinde erarbeiteten wir ein Gesamtkonzept, welches auf den Standort mit unseren Zielsetzungen und Zielgruppen zugeschnitten ist.

Was war der Auslöser dafür?
2015 bot der Pfrontner Imkerverein als erster Verein im Ostallgäu das „Imkern auf Probe“ an. Die Resonanz war enorm, was die Teilnehmerzahlen und die Mitgliederentwicklung des Vereins der nächsten Jahre bestätigte. Durch die zunehmende Beschattung durch den Baumbewuchs auf der Ausgleichsfläche, auf welcher wir die Schulungen im Freien abhielten, änderte sich das Kleinklima und es war somit für Bienenhaltung nicht mehr geeignet. Ebenso fehlten für Schulungen und Materiallagerung die Räumlichkeiten.

Welche Zielgruppe wollen Sie damit ansprechen?
Wir sind Imker für Imker, und alle, die es werden wollen. Unabhängig von einer Vereinszugehörigkeit sind die Angebote in Aus- und Weiterbildung, Workshops und Vorträgen jedem zugänglich, auch Nichtimkern. Ebenso die Nutzung der Gerätschaften und Räumlichkeiten. Durch aktive Jugendarbeit wollen wir unserer nächsten Generation die Möglichkeit geben, ein interessantes und nachhaltiges Hobby zu erlernen und auszuüben. Gerade Schüler, die aus einer Imker-AG entlassen werden, haben durch den Bienenstadel die Chance, ihr Hobby ohne finanzielle und räumliche Einstiegshürden in Begleitung einer guten fachlichen Praxis weiterzuführen.

Die Kosten für den Bienenstadel sind nicht gerade wenig für einen Verein, wie den Ihren. Wie wollen Sie das finanzieren?
Wir haben ein innovatives und großartiges Gesamtkonzept, das nicht nur für die Imkervereine Vorteile mit sich bringt, sondern eine Bereicherung für die gesamte Vereins- und Bürgerkultur sowie für alle Bildungseinrichtungen darstellt. Mit dieser Grundlage bemühen wir uns seit geraumer Zeit um öffentliche Förderungen und Stiftungsgelder. Spendenzusagen von ansässigen Betrieben und Spendern in Form von Geld- & Sachleistungen sind eingegangen. Aufgrund der Unterstützung durch den Klimafond Allgäu ist die Anschaffung des Großteils der benötigten technischen Gerätschaften gesichert. Wir hoffen, dass die Neustartförderung der Sparkassenstiftung in unsere Gegend fließt. Durch Eigenleistung von Vereinsmitgliedern und engagierten Bürgern und Firmen werden wir versuchen, die Baukosten so gering wie möglich zu halten. Da der Großteil der Kosten trotz alledem über Zuwendungen und Spenden finanziert werden muss, freuen wir uns über jede Unterstützung.

Wie ist hier die Gemeinde Pfronten eingebunden beziehungsweise wie wird der Verein unterstützt?
Für uns ist die Bereitstellung des Grundstückes durch die Gemeinde als Eigentümer an der Mittelschule mittels Pachtvertrag ein sehr wichtiger Punkt, da die Schnittstelle zur Schule die Grundlage für viele Förderanträge ist. Nach Geld haben wir (noch) nicht gefragt. Die allgemeine Regelung der Gemeinde in Bezug auf Vereinsunterstützung beläuft sich allgemein auf 10 % der Kosten. Wir hoffen natürlich, dass die Gemeinde im Sinne der Bevölkerung handelt, sowie den Mehrwert und die Bereicherung der Vereins- und Bürgerkultur erkennt und entsprechend honoriert.

Am 27. September ist ein Crowdfunding für das Projekt ins Leben gerufen worden. Mit welcher Zielsumme ?
Mit der Unterstützung der VR-Bank möchten wir einen Teil der benötigten imkerlichen Ausstattung finanzieren. Bis 15.12.2021 gilt es durch Spender 5000 € zu erreichen, jede Spende wird von der Bank mit 10 € bezuschusst.
Unser Projekt wurde durch den E.ON-Energiekonzern als eines der fünf besten Herzensprojekte bayernweit ausgewählt. Ab dem 20. Oktober bis zum 11. November kann man auf der Internetseite www.eon.de/energie für den Bienenstadel abstimmen. Hier hat der Verein die Chance auf 10.000 Euro. Dies wäre für die Umsetzung des Projektes eine tolle Sache.

Wann wollen Sie mit dem Bau beginnen?
Das Projekt liegt noch beim Bauausschuss der Gemeinde Pfronten. Durch die positive Stellungnahme des Fachberaters für Bienenzucht in Schwaben, Johann Fischer, spricht seitens des Landratsamtes einer Genehmigung nichts entgegen. Wir planen im Frühjahr 2022 den Startschuss für das Projekt Bienenstadel auf dem Gelände der Mittelschule

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für Ihr Projekt.
Danke auch Ihnen, dass Sie uns die Gelegenheit gaben, unser Projekt vorzustellen.

Text: rie, bh · Fotos: privat

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