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Foodtrucks: Rollende Küchen auf Rädern

Er ist markant, der gelbe amerikanische Schulbus, der in der Kemptener Straße in der Nähe der Kaserne steht. Ob mal Kinder darin zur Schule gefahren sind, kann durchaus möglich sein. Ferenc Simon weiß das nicht so genau. „Wahrscheinlich schon. Warum sollte sonst Schoolbus darauf stehen“, meint der Gastronom. Vor einigen Jahren hat er ihn gekauft, um ihn später zu einem Foodtruck umzubauen. Ferenc Simon ist ein begeisterter Foodtruck-Fan. Die amerikanischen Fahrzeuge haben es ihm angetan. „Sie sind besonders“, so der gebürtige Ungar. Er war einer der ersten in Füssen, der aus seinem M43 Dodge-Foodtruck Burger und Co. verkaufte, auf Wunsch Kässpatzen oder auch ungarische Gulaschsuppe machte.

Vor über einem Jahr hat er nun auch seinen Schulbus zu einem Foodtruck umgebaut. Die Küche ist ein kleines High-Tech-Teil mit allem Drum und Dran, sagt er nicht ohne Stolz. Für Ehefrau Olivia Raatsch ist das besonders wichtig. Sie ist es auch, die oft im Bus steht, die Burger zubereitet und sich mit den Gästen unterhält, wenn sie ihr Essen bestellen und nach Hause mitnehmen. Manchmal übernimmt sie auch die Rolle des Zuhörers. „Es gibt Menschen, die nicht mit dem sozialen Abstand zurechtkommen“, erzählt sie.

Ihre Foodtrucks sind alles andere als Imbisswagen. Sie sind rollende Küchen auf Rädern, in der frische Produkte zu Burgern und Salaten und Pommes verarbeitet werden. „Denn Burger sind nicht gleich Burger“, weiß der Foodtruck-Betreiber nur zu genau. Alle Rezepte hat er gemeinsam mit Ehefrau Olivia kreiert und ausprobiert. „Wir haben vieles nachgekocht, manche exotische Zusammensetzung auch verworfen“, lacht der 42-Jährige. Mittlerweile räuchert er auch den Speck für die Burger selber bzw. sein Bruder, der das Fleisch mit einer besonderen Gewürzmischung einreibt und mit Buchenholz räuchert. Ferenc Simon ist froh, dass er Foodtrucks hat. Seine verrückte Idee ist zu einer existenziellen Notwendigkeit geworden. Mit ihnen kann er sich je nach Absprache mit den Gemeinden und Eigentümern überall da hinstellen, wo er eine Genehmigung erhält. „Ich bin sehr dankbar darüber. Es hält uns über Wasser“, so der Gastronom, der noch zwei Restaurants in der Luitpoldpassage betreibt. „Die Foodtrucks wollten wir eher für Privatfeiern einsetzen oder für Festivitäten, weil sie einfach auffallen und wir die Möglichkeit haben fast alles im Truck zu produzieren. Wir haben sozusagen unseren Kleinstgastronomie-Betrieb immer dabei. Das wir täglich darin arbeiten werden, hätten wir nie gedacht“, erzählt er.

Olivia Raatsch spricht über die Tage, die manchmal sehr lang sein können. Dann, wenn das Wetter schlecht ist und die Leute nicht aus dem Haus gehen wollen. „Ich verstehe das. Wahrscheinlich würde ich es genauso machen. An solchen Tagen könnte ich locker noch einen Job als Verkehrszählerin annehmen“, meint sie augenzwinkernd. Trotz solcher Tage bleibt sie optimistisch. „Viele kamen zu uns aus Neugier, jetzt sind sie Stammkunden geworden. Das ist eine tolle Anerkennung, die uns aufbaut.“

Info: www.facebook.com/M43Burger/

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Text · Foto: Sabina Riegger

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