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Bewusst gelebte Inklusion

In der Kita Werkstatt Wichtel lernen Kleinkinder nicht nur sich selbst zu entfalten, sondern auch den Umgang mit Menschen mit Behinderung.

Für Stefanie Gössl, die im Vorstand des Elternbeirates ist, war das der wichtigste Beweggrund, warum sie ihre zweieinhalb-jährige Tochter Mathilda in der 2019 gegründeten Kita Werkstatt Wichtel an der Hiebelerstraße im Füssener Westen anmeldete. Die Kinder dürfen dort ihre eigene Persönlichkeit entwickeln, ihr Selbstbewusstsein wird gestärkt und die Selbstständigkeit der Kleinen wird individuell gefördert. Angelehnt an die Erziehungskonzepte der italienischen Ärztin, Reformpädagogin und Philosophin Maria Montessori und der ungarischen Kinderärztin Emmi Pikler erhalten die Kinder dort in einer Krippen- und einer altersgemischten Gruppe eine Art Hilfe zur Selbsthilfe.

Die Zusammenarbeit des Elternbeirats mit den Kita-Mitarbeitern funktioniert sehr gut und stellt eine gute Symbiose dar. Betreut werden die Kleinen derzeit noch in provisorischen Containerelementen direkt gegenüber der Förderstätte. Nach Aussage von Dagmar Rothemund, Leiterin der Füssener Wertachtal-Werkstätten, soll nächstes Jahr noch mit dem Neubau begonnen werden, in dem vier Räume für vier Kinder-Gruppen, zwei Räume für zwei Gruppen der Wertachtal-Werkstätten sowie ein Begegnungszentrum entstehen sollen. „Dann werden auch noch weitere Kinder bei den Werkstatt Wichteln aufgenommen, wo man dazu tendiert, altersgemischte Gruppen zusammenzustellen“, so Dagmar Rothemund.

Die enge Verbundenheit der Kita Werkstatt Wichtel mit den Wertachtal-Werkstätten zeigt sich ganz besonders in gemeinschaftlichen Aktionen, wie etwa dem Musizieren, Spazierengehen oder durch die Nutzung des Gartens deutlich. Der Mitarbeiterstab besteht aus einem multi-professionellen Team aus Sozialpädagogen, Erziehern und Kinderpflegern, die bestrebt sind, den Kita-Kindern eine möglichst hochkarätige Bildung, Erziehung und Betreuung angedeihen zu lassen. „Unsere Fachkräfte werden zusätzlich von Praktikanten aus dem Integra Mensch-Projekt unterstützt. In diesem Projekt wird die berufliche Integration von Menschen mit Behinderung gestaltet“, ergänzt Kita-Leiterin Annika Routschka .

Das pädagogische Konzept von Montessori und Pikler beschreibt die Sozialpädagogin wie folgt: „Jedes Kind wird bei uns so angenommen, wie es ist, und da abgeholt, wo es steht. Wir akzeptieren das Kind mit seiner einmaligen Persönlichkeit und nehmen es mit seinen Wünschen und Bedürfnissen ernst.“ Auf diese Weise soll sich jedes Kind anerkannt fühlen und sich einer vertrauensvollen Beziehung zur Bezugsperson sicher sein. Deshalb stehen ein von gegenseitiger Wertschätzung geprägter Dialog und das Zutrauen in die Kinder, eigene Entscheidungen zu treffen, um sie zu selbstständigem und verantwortungsbewusstem Handeln zu befähigen, im Vordergrund. Bei den Werkstatt Wichteln wird damit laut Annika Routschka der Rahmen dafür zur Verfügung gestellt, Kindern bei der Auseinandersetzung mit der Welt zu helfen, damit sie sich selbst entfalten können.

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Text: ale/rie · Foto: S.Gössl

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