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Eggensberger weitet Schlafstudie aus

Auswirkungen von Handystrahlung sollen miterfasst werden

Ausruhen auf seinen Lorbeeren möchte sich Andreas Eggensberger nicht. Im Gegenteil. Nach dem erfolgreich erbrachten wissenschaftlichen Beweis, dass die Hydrotherapie den Schlaf positiv beeinflusst, will der Kneipp- und Physiotherapeut aus Hopfen am See nun noch eine weitere wichtige Frage beantworten lassen. Wie wirken sich DECT- und WLAN-Signale auf den Körper und somit auch auf das Schlafgeschehen aus? Mit dieser Frage soll die aktuelle Schlafstudie jetzt noch erweitert werden. Die offizielle Genehmigung der Landesärztekammer dafür soll in den kommenden Wochen erteilt werden. „Wir schlagen hier gleich zwei Fliegen mit einer Klappe“, sagt Eggensberger. „So können wir immer mehr Gründe für schlechten Schlaf mit einbeziehen. Denn ein Handy oder ein DECT-Telefon in der Nähe des Bettes kann genauso eine Teilschuld am schlechten Schlaf haben.“

Schon in den letzten Jahren wurden umfangreiche Studien zu Schlafverhalten oder der Mediennutzung vor und nach dem Schlafengehen von Krankenkassen durchgeführt. Dabei wurde vor allem festgestellt, dass immer mehr moderne Technik im Schlafzimmer genutzt wird, ob Smartphone, Internetradio, Online-Fernsehen oder E-Book-Reader. Noch wenig erforscht ist dagegen die Wirkung der permanenten Abstrahlung hochfrequenter Wellen von Tablet, Smartphone und Schnurtelefon und deren Wirkung auf die Schlafqualität. „Und genau diese Daten wollen wir nun erbringen“, erklärt der Physiotherapeut. Im Kern des von ihm bereits erbrachten Forschungsergebnisses ging es darum, ob die altbewährte Hydrotherapie die Herzvarianz und Wiedererwärmung des Körpers, also letztendlich auch das vegetative Nervensystem und somit das Schlafverhalten beeinflusst. Auf diese Herzratenvarianz wirken sich auch DECT- und WLAN-Signale aus. „Die Probanden, die sowieso weiterhin zur Durchführung der Schlafstudie zu uns ins Haus kommen, können nun zusätzlich an dieser Parallel-Studie teilnehmen.“ Dabei verweilen die Probanden für etwa 30 Minuten in einem komplett strahlungsabgeschirmten Raum. Während dieser Zeit werden DECT-Telefon und WLAN-Router zufällig für fünf Minuten aktiviert. Die Auswirkungen dieser „zufälligen Bestrahlung“ sollen dann mit Hilfe einer Auswertungssoftware ermittelt werden. Unterstützt wird die neue Pilotstudie von Professor Dr. Christian Schumann, dem Leiter des Schlaflabors in Kempten, sowie Professor Dr. Mario Babilon, Studiengangsleiter für Informationstechnik an der Dualen Hochschule in Stuttgart.

Einfluss auf die Erholungs- und Stressfähigkeit

Ohnehin hat Eggensberger sämtliche Zimmer seines Biohotels in den letzten Monaten ausmessen lassen, um die Strahlungswerte generell auf ein Minimum zu verringern. Alle Zimmer weisen nun einen maximalen Wert von 100 Mikrowatt auf, die meisten sogar deutlich darunter. Was nun noch fehlt, ist ein nachweisbarer Einfluss dieser Effekte auf die Erholungs- und Stressfähigkeit. Bereits seit 2004 ist das Haus mehrfach für die Optimierung von Hoch- und Niederfrequenz sowie statischen Magnetfeldern zertifiziert worden. Zudem sind alle Zimmer mittlerweile mit einem sogenannten Access-Point ausgestattet, mit dem die Gäste selbst entscheiden können, ob sie überhaupt einer WLAN-Strahlung ausgesetzt sein wollen oder nicht.

“Weitere Probanden für beide Studien gesucht”

Für die nach wie vor laufende groß angelegte Schlafstudie, wie auch für die nun startende Parallel-Studie benötigt Andreas Eggensberger nun weitere freiwillige Probanden. Mitmachen können Menschen im Alter von 18 bis 70 Jahren. Ausgeschlossen werden Patienten, die auf Grund einer Erkrankung nicht 30 Minuten auf dem Rücken liegen können. Potentielle Probanden können sich also ab sofort im Therapiezentrum Eggensberger in Hopfen melden.

Ringweg 4-6 · 87629 Füssen – Hopfen am See
kneippstudie@reha-hopfen.de
Tel.: 08362 / 9103-300

Text: Lars Peter Schwarz · Fotos: lps (1), privat

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