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Tegelbergbahn übergibt ausgediente Gondeln

Nach dreissig Jahren Betriebszeit hat die Schwangauer Tegelbergbahn ihre alten Kabinen ausgemustert und nun für 28.500 Euro versteigert. Höchste Bieter der Auktion waren das Haus der Bayerischen Geschichte in Augsburg sowie die Schwangauer Familie Helmer. Am Vormittag wurden die beiden Kabinen an die neuen Besitzer offiziell übergeben. Während eine der Gondeln weiterhin im Ostallgäu bleibt, wird die andere ihren neuen Platz dagegen im Oberpfälzischen Regensburg haben. „Es war spannend bis zum Ende“, sagt Tegelbergbahn-Chef Frank Seyfried. „Gerechnet hätte ich mit rund 10.000 Euro pro Gondel.“

Insgesamt wurden innerhalb von zwei Wochen rund 50 Gebote aus ganz Deutschland abgegeben, Privatleute, Hotel- und Gastronomiebetriebe, Museen und Vereine hatten sich an der Versteigerung beteiligt. Der Erlös geht nun zu gleichen Teilen an den Hospizverein Südliches Ostallgäu in Füssen und den Unterstützungsfonds Schwangauer Miteinand. „Wir freuen uns sehr, das war für uns ein toller Tag“, so Seniorenbeauftragte Margit Kiefer. Große Freude zeigte auch Katrin Heller-Breer, die Vorsitzende des Hospizvereins, der das Geld nun für ein wichtiges Projekt einsetzen will. „Seit langem arbeiten wir mit Unterstützung des Landratsamts Ostallgäu daran, ein Hospizzimmer im Altlandkreis einzurichten, das Ende 2022 fertig sein soll. Allein die Ausstattung dieses Zimmers wird rund 25.000 Euro kosten. Dafür werden wir das Geld jetzt nutzen.“

Gondel als Gastro-Stand und Mini-Kinosaal

Die künftige Verwendung der beiden ausgedienten Kabinen könnte unterschiedlicher nicht sein. Dennoch werden aber beide, egal wo sie eingesetzt werden, für Aufsehen sorgen. „Wir wollen die Gondel jetzt zu einem Verkaufswagen vor allem von Schwangauer Produkten ausbauen“, erklärt Peter Helmer, der den Campingplatz am Bannwaldsee betreibt. „Eingebaut werden soll auch ein Ausschank, so dass wir damit verschiedene Events, Dorffeste, Messen oder sonstige Veranstaltungen besuchen können. Mir war es vor allem wichtig, dass eine der Gondeln auch hier bei uns im Ort bleibt.“

Für die andere Gondel gab das Haus der Bayerischen Geschichte in Augsburg das höchste Gebot ab. So soll die Gondel in einigen Jahren im Museum in Regensburg zu einer Art Ausstellungsraum umfunktioniert werden. „Seit 50 Jahren bringt die Tegelbergbahn Wanderer, Drachenflieger und Wintersportler auf den Tegelberg. Der Tegelberg und die Gondel stehen einerseite für bayerische Traumkulisse, andererseits aber auch für den Klimawandel“, schreibt das Haus der Bayerischen Geschichte in einer Mitteilung dazu. „Dem möchte das Haus in einigen Jahren im Museum in Regensburg nachspüren.“ So soll die 2,30 Meter breite, 4,20 Meter lange und 2,60 Meter hohe Kabine dann beispielsweise als Vorführraum für einen Film genutzt werden.

Währenddessen dauern die laufenden Modernisierungsmaßnahmen der Tegelbergbahn noch mehrere Wochen an, bevor die Bahn – je nach der aktuellen Lage der immer noch anhaltenden Coronamaßnahmen – ab dem 1. Mai wieder auf den Berg hinauf fahren soll. Die neuen Gondeln, an denen derzeit noch gearbeitet wird, sollen kurz vor Ostern angeliefert werden.

Text/Bild: Lars Peter Schwarz

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