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Corona-Impfung trotz Immunsuppressiva?

Nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung kann es möglich sein

Chronisch erkrankte Menschen mit einer Therapie, die das Immunsystem unterdrückt, haben häufig Ängste, bei einer Infektion einen schweren Verlauf der Covid-19-Erkrankung zu erleiden. Mit der Corona-Impfung verbinden sie einerseits die erhoffte Schutzwirkung, sind andererseits jedoch oft verunsichert, ob die Impfung ein besonderes Risiko für sie darstellt.

Die aktuell zugelassenen Impfstoffe Comirnaty, COVID-19 Vaccine Moderna und COVID-19 Vaccine AstraZeneca sind hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Sicherheit bislang nicht an Patientinnen und Patienten untersucht worden, deren Immunsystem mittels bestimmter Medikamente – sogenannter Immunsuppressiva – unterdrückt wird. Die über viele Jahrzehnte angesammelten wissenschaftlichen Erfahrungen mit verschiedenen Impfstoffen lassen jedoch Annahmen zu. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut – eine mit hochkarätigen Wissenschaftlern besetzte Expertenkommission – nimmt an, dass die Wirksamkeit der Impfstoffe bei Betroffenen geringer ausfallen kann. Dies ist abhängig von Art und Ausmaß der Einschränkung des Immunsystems. Gleichzeitig vermutet die STIKO aber nicht, dass die Impfstoffe für immunsupprimierte Menschen mit höheren Risiken oder Nebenwirkungen verbunden sind. Für Patientinnen und Patienten bedeutet dies, dass trotz einer immunsystemunterdrückenden Therapie eine Corona-Impfung möglich sein kann. Die individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung müssen dabei die behandelnden Ärztinnen und Ärzte vornehmen, die alle Befunde und den erkrankten Menschen genau kennen.

Andere Impfungen für Menschen mit Immuntherapie

Die Fragen zu Wirksamkeit und Sicherheit stellen sich für immunsupprimierte Menschen auch bei anderen Impfungen. Gut zu wissen ist, dass Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise die Multiple Sklerose keine grundsätzliche Kontraindikation für Schutzimpfungen darstellen. Für viele Erkrankungen oder Therapien, die mit einer Beeinflussung des Immunsystems einhergehen, liegen detaillierte Empfehlungen vor, welche Impfung in welcher Form durchgeführt werden kann. Wichtig ist dabei immer die individuelle ärztliche Einschätzung. Dabei sind der Allgemeinzustand der Person, die Art der Therapie und die Dosis, die Therapiedauer sowie weitere Grunderkrankungen zu berücksichtigen. Besonders relevant für die Entscheidung ist die Art des Impfstoffs – ob also ein Tot- oder ein Lebendimpfstoff in Betracht kommt. Totimpfstoffe enthalten keine vermehrungsfähigen Viren und sind in der Regel gut verträglich für Patientinnen und Patienten mit immunologischen Störungen. Lebendimpfstoffe dagegen enthalten abgeschwächte vermehrungsfähige Viren und sind bei immungeschwächten Menschen häufig nicht einsetzbar. Alle aktuell zugelassenen Corona-Impfstoffe gehören nicht zu den Lebendimpfstoffen.

Text: UPD / Foto: GettyImages

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