Fit & WellLeben

Kneipp-Anwendungen verbessern die Schlafqualität

Eggensberger schließt Masterarbeit mit Erfolg ab

Einschlafen, durchschlafen und anschließend gut erholt und regeneriert wieder aufwachen. Einen wesentlichen Teil dazu beitragen und somit Schlafstörungen erfolgreich behandeln können die altbewährten Anwendungen des Wasserdoktors Sebastian Kneipp. Was anfangs nur eine These war, hat Kneipp- und Physiotherapeut Andreas Eggensberger aus Hopfen am See jetzt auch ganz offiziell belegt. Im Rahmen seiner Masterarbeit hatte der Therapeut in den vergangenen Monaten die Pilotstudie „Wirksamkeit der Hydrotherapie bei nichtorganischen Schlafstörungen“ durchgeführt. Die Forschungsfrage lautete dabei: Beeinflusst Hydrotherapie die Schlafqualität und das vegetative Nervensystem, insbesondere die Wiedererwärmungsfähigkeit des Körpers sowie den Blutdruck.

Die Pilotstudie, an der sich insgesamt 14 Probanden beteiligt haben, ist nun vollständig abgeschlossen. „Mit dem Ergebnis können wir die gestellten Fragen positiv beantworten“, freut sich Eggensberger. „Für mich war es sehr wichtig, dass wir für die Naturheilkunde auch einen wissenschaftlichen Beweis erbringen können. Hier werden also jetzt Schulmedizin und Naturheilkunde miteinander verknüpft. Wasser macht‘s möglich.“ Immerhin leiden rund 26,7 Prozent aller Deutschen an Schlafstörungen, wobei die Dunkelrate noch wesentlich höher liegen dürfte. Als Ursachen gelten unter anderem erhöhter Druck im Beruf, zahlreiche Verpflichtungen oder private Probleme und andere verschiedene existentielle Ängste. Für jeweils drei Monate wurden die Teilnehmer der Studie in zwei Gruppen geteilt. Die eine Gruppe hat tägliche Kneippanwendungen bekommen, die andere nicht. Danach wurde gewechselt. Oberstes Ziel dabei war es, in dieser Zeit anhand von regelmäßigen Messungen, wie Temperatur, Blutdruck oder der sogenannten Herz-Raten-Varianz, viele verschiedene Daten zu sammeln. Zudem mussten die Probanden Fragebögen zum allgemeinen Wohlbefinden oder Schlafverhalten ausfüllen. Und tatsächlich hatten sich die Werte einiger Probanden schlaffördernd verbessert, was unter anderem an der Leistungsfähigkeit, der Erholsamkeit oder an der Aufwachhäufigkeit sowie der Tagesschläfrigkeit sichtbar wurde. Das Wohlbefinden verbesserte sich insgesamt von 45% auf 62%, während die Wartegruppe nahezu gleichblieb. „Fakt ist“, so Eggensberger, „dass sich der Körper durch die kneippschen Anwendungen am Ende schneller regenerieren kann. Man schläft schneller ein, wacht weniger häufig auf und schläft insgesamt auch länger.“

Der Abschluss seines dreijährigen nebenberuflichen Physiotherapiestudiums ist die Masterarbeit, deren Inhalt vor allem für die zukünftige Ausrichtung seines Hauses wichtig ist. „Denn das ist auch eine Zielorientierung für unser Therapiezentrum“, erklärt er. „Neben der Orthopädie haben wir damit nun einen weiteren Kompetenzbereich, in dem wir Menschen mit Schlafstörungen behandeln können. Dafür haben wir jetzt die wissenschaftliche Basis.“ Der Titel „Master of Science“, der mit dem erfolgreichen Abschluss der Masterarbeit verbunden ist, stellt für Eggensberger allerdings nur einen Nebeneffekt dar. Denn jetzt gehe es darum, das Studienergebnis noch weiter zu verfolgen und auszubauen. Bereits im nächsten Schritt soll eine weitere Studie eingeleitet werden, die vor allem dann die Menschen betrifft, die zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten arbeiten. „Wir wollen wissen, ob die Hydrotherapie auch bei denen funktioniert, die Schlafstörungen haben, die durch wechselnde Schichtarbeit hervor gerufen werden oder die dadurch keinen Schlaf-Rhythmus finden.“

Probanden für die nächste Studie gesucht

Andreas Eggensberger benötigt für diese nächste Studie nun mit rund 130 Personen eine wesentlich höhere Anzahl an Probanden. Sollte dies gelingen und auch die nächste Studie erfolgreich sein, könnte die Kneippsche Therapie in die sogenannten offiziellen Leitlinien aufgenommen werden, was wiederum bedeuten würde, dass auch andere Häuser diese Anwendungen künftig offiziell anbieten könnten. Mitmachen kann bei der zweiten Studie, die Anfang nächsten Jahres starten wird, wieder jeder im Alter von 18 bis 70 Jahren. Potentielle Probanden können sich also ab sofort im Therapiezentrum Eggensberger in Hopfen melden.

Therapiezentrum Eggensberger
Ringweg 6 · 87629 Füssen – Hopfen am See
kneippstudie@reha-hopfen.de
Tel.: 08362 / 9103-300

Text · Foto: Lars Peter Schwarz

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