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Besser zwei Heilige Könige als gar keiner

Segenspakete für die Gläubigen anstelle von Haussegnungen am Dreikönigstag

Wen wundert´s? Die Corona-Pandemie hat auch auf die Sternsinger-Aktion 2021 entscheidenden Einfluss und macht sie damit ein wenig anders als sonst. So werden die Menschen Anfang des neuen Jahres möglicherweise auf einen persönlichen Besuch der singenden und Segen spendenden Kindergruppen verzichten müssen, wie nicht nur Sabrina Tiedtke wenige Tage vor Weihnachten erklärte. Bis vor kurzem hatte sie zwar noch „keine endgültigen Informationen“ darüber gehabt, ob die Heiligen drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar in der Zeit um den Dreikönigstag am 6. Januar von Haus zu Haus ziehen und persönlich ihren Segensspruch mit Kreide an beziehungsweise über die Haus- oder Wohnungstür schreiben können. Ganz ohne Segen müssen die Bürger dennoch nicht auskommen, betonte die pastorale Mitarbeiterin der Pfarreiengemeinschaft Füssen indes.

Um nicht vollkommen leer auszugehen, was die guten Wünsche für Zuhause im Jahr 2021 angeht, hält man nicht nur in der Pfarrkirche St. Mang in Füssen sogenannte Segenspakete für die Gläubigen bereit, die diese nach den Gottesdiensten mit nach Hause nehmen können. Die kleinen Tüten enthalten dabei „Kreide, Weihrauch, Kohle, Gebete zur Haussegnung sowie einen Aufkleber mit dem Segensspruch 20C+M+B21, wie Stefanie Borosch, Sekretärin der Pfarreiengemeinschaft am Forggensee in Schwangau-Waltenhofen, dazu mitteilt. In Füssen kann man die Päckchen zudem unter der Adresse „katholisch-fuessen.de/sternsinger“ über die Homepage zur Zusendung in den häuslichen Briefkasten bestellen. Nach Auskunft von Sabrina Tiedtke befinden sich in den Spendentüten der Kirchen der Pfarreiengemeinschaft Füssen in St. Mang, Acht Seligkeiten, St. Walburga und St. Peter und Paul ebenfalls Segensaufkleber, Überweisungsträger für Spenden sowie Flyer mit dem Schriftzug „Ein Segen für Sie“ als „Gruß von der Pfarrei“. Während die Sternchen in 20C+M+B21 für die Jahreszahlen stehen, können die Buchstaben C, M, B entweder als Caspar, Melchior und Balthasar und somit die Namen der Heiligen drei Könige oder als „Christus mansionem benedicat“ gelesen werden. Das bedeutet „Christus segne dieses Haus“ und repräsentiert genau das, was eine Hauptaufgabe der Sternsinger darstellt, nämlich das Zuhause der von ihnen besuchten Menschen zu segnen. Dafür erhalten sie denn auch oft kleine Geschenke, während sie seit 1959 in Deutschland jedes Jahr jeweils unter einem bestimmten Motto Spenden für Kinder in Not sammeln. Demzufolge lautet die Devise für 2021 „Kindern Halt geben – in der Ukraine und weltweit“, die diesmal das Thema „Arbeitsmigration“ in den Mittelpunkt stellt.

Große Unsicherheit herrschte gegen Ende des Jahres 2020 in der Pfarreiengemeinschaft Rieden am Forggensee, Roßhaupten und Lechbruck. So bestätigt Margit Senn, mit Uta Schneider eine der ehrenamtlichen Organisatorinnen der diesjährigen Sternsinger-Aktion, zwar: „Die Kinder laufen gerne.“ Um zu erfahren, ob und wenn ja, in welcher Form das überhaupt möglich ist, informierte sich Senn jedoch jeden Tag über die aktuelle Corona-Lage und die von der Politik diesbezüglich angeordneten Maßnahmen. Infolgedessen kann es gut sein, dass diesmal ausnahmsweise sogar nur zwei statt dreier Heilige Könige „möglichst kontaktlos“ ihre Aufwartung bei den Menschen zu Hause machen und Spenden sammeln. „Aber besser zwei Könige, als gar keiner“, betont Senn und fügt hinzu, dass man sich als Alternative in Rieden überlegt hat, Spendentütchen auszugeben.
Mit einer persönlichen Visite der Heiligen drei Könige bei sich zu Hause sollte man Anfang des neuen Jahres denn auch nicht unbedingt rechnen. „Nur wenn die Zahlen stimmen, kommen auch Gruppen zu Besuch“, unterstreicht Tiedtke, dass Corona auch die Sternsinger-Aktionen 2021 maßgeblich beeinflusst. Am 6. Januar werden aber sowohl in St. Maria und Florian in Schwangau-Waltenhofen als auch in Füssen, Weißensee und Hopfen am See Kinder und Jugendliche als Sternsinger bei den Gottesdiensten dabei sein – dies natürlich überall „mit dem notwendigen Abstand“, versichert Tiedtke. Und das Gleiche dürfte schließlich auch für Rieden gelten.

Text: Alexander Berndt

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