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Wenn der Lech zu flüstern beginnt

Eine philosophische Betrachtung von Christa Scherl

Man muss sich Zeit nehmen, um die Naturlandschaft und den Lauf des Flusses mit all seinen Eigenheiten auf sich wirken zu lassen. Christa Scherl aus Lechbruck hat das bereits vor gut sieben Jahren getan. Allein hat sie den Lechweg auf ihre ganz eigene Art begangen und erkundet und dabei ihre Erfahrungen und Eindrücke in Wort und Bild festgehalten. Es sind ihre Gedanken und Sichtweisen, die im völligen Einklang mit der Natur entstanden sind und sie letztendlich dazu inspiriert haben, ihr Tagebuch als „Lechgeflüster“ auf insgesamt 64 Seiten zu veröffentlichen.

Dabei ist der Lech wie ein ständiger Begleiter in ihrem Leben, von dem sie die meiste Zeit in Augsburg verbrachte, bevor sie vor rund sieben Jahren flussaufwärts nach Lechbruck zog. Gemeinsam mit ihrem Mann lebt die dreifache Mutter und Großmutter von vier Enkelsöhnen dort in einem über dreihundert Jahre alten Flößerhaus. „Irgendwie war der starke Bezug zu der Lebensader Lech bei mir immer da“, erzählt die passionierte Yogalehrerin. „Das hat mich auch dazu motiviert, den Lechweg selbst zu laufen. Allerdings bin ich dabei, nicht wie die meisten anderen von der Quelle, die in der Nähe des Formarinsees bei Lech am Arlberg entspringt, bis zum Fall gelaufen, sondern der Quelle entgegen.“ Ganze sechs Tage war die gebürtige Fuggerstädterin auf dem rund 125 Kilometer langen Weitwanderweg unterwegs. „Irgendwan begann ich, das Leben des Flusses rückwärts zu gehen“, sagt sie. „Denn ab Füssen wird er mit seinen vielen Staustufen zum großen Industriefluss, er wird erwachsen, es ist das Ende seiner Pubertät. Ich habe mich also zurück zu seiner Geburt bewegt. Das war die Idee. Anfangs ist man natürlich beim Laufen nur mit sich beschäftigt. Aber es dauert nicht lange, bis man sich dann immer mehr mit der Natur und dem Fluss verbindet. Der Lech hat mich angeregt und dabei auch immer mehr eigenes Gedankengut wie Treibholz angespült.“

Gemeinsam mit den zahlreichen Fotos, die Christa Scherl auf ihrem Weg gemacht hat, kann der Betrachter diese Gedanken sehr gut nachvollziehen und sich selbst auch in diese Gedankenwelt hinein versetzen. Zwischen Leser und Buch entsteht so eine Art Symbiose, egal ob man sich von den Texten treiben lässt und dazu die Bilder betrachtet, oder eben umgekehrt. Das Buch „Lechgeflüster“ ist mittlerweile in seiner zweiten Auflage erschienen. Es ist in Buchhandlungen in Füssen, Reutte und Lechbruck erhältlich oder kann zum Preis von fünfzehn Euro inklusive Verpackung und Versand direkt bei Christa Scherl bestellt werden, gerne auch mit einer persönlichen Widmung.

Christa Scherl
Benefit Yoga®-Lehrerin
Webseite: www.yogafuerjeden.de
Email: christascherl@yogafuerjeden.de

Text · Foto: Lars Peter Schwarz

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