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Über 40 Jahre bei Optik Niebler

ein wohlverdienter gemeinsamer Ruhestand

Als er seine neue Stelle als Augenoptiker antrat, war vieles noch ganz anders in Füssen. „Am 1. Juli 1979 war mein erster Arbeitstag“, erinnert sich Richard Jäger heute noch ganz genau. Der gebürtige Münchener hatte seine Ausbildung in der Landeshauptstadt absolviert und kam im Alter von 22 Jahren in die Lechstadt. „Einen Vertrag habe ich bis heute nicht. Das war auch nicht nötig, zwischen Firmengründer Ludwig Niebler und mir galt noch der klassische Handschlag. Er wollte nur meinen Gesellenbrief sehen, sonst nichts.“ Allerdings war die erste Zeit der Umstellung nicht gerade einfach für Richard. „Nach drei Wochen hab ich gesagt, hier bleib ich keine drei Monate“, lacht er. Doch es kam anders.

Bei Optik Niebler hat Richard auch seine spätere Ehefrau Gabi kennengelernt, die als Fotolaborantin bereits ein Jahr zuvor ihre Tätigkeit aufgenommen hatte. Zusammengefunden haben die beiden aber erst gut zehn Jahre später. „Ich kam 1978 aus Garmisch nach Füssen“, sagt Gabi Endreß-Jäger. „Bei mir kam aber dann die Kinderpause meiner ersten Ehe dazwischen, sonst wäre ich sogar noch etwas länger hier.“ Das gemeinsame Arbeiten am selben Ort hat dabei auch wunderbar funktioniert, bestätigen sie. „Das war nie ein Problem, Ich habe zumeist oben im ersten Stock gearbeitet, Gabi dagegen unten im Laden, wir waren also doch irgendwie getrennt.“ Vom Ausmessen der Augen über die Brillenglasbestimmung, Kundenberatung und den Verkauf, bis hin zum Zuschleifen von Brillengläsern und der Reparatur von Brillen. Die Arbeit des Augenoptikers ist nach wie vor sehr vielfältig. Jedoch wird sie heute von einigen technischen Geräten unterstützt. So wie auch beim Entwickeln von Fotos und Bildern. „Die Arbeit im Labor gibt es heute im digitalen Zeitalter schon fast nicht mehr“, so die Werdenfelserin. „Jedes Bild wurde damals noch einzeln hergestellt. Die Entwicklung der Fotos eines Films mit 36 Bildern hat gut eine Stunde gedauert, heute geht das in ein paar Minuten.“

Insgesamt drei Generationen von Geschäftsführern haben Richard und Gabi in den vier Jahrzehnten begleitet, dazu mehrere Umbaumaßnahmen und räumliche Veränderungen miterlebt. Eine lange Zeit, in der auch der Bezug zu dem Traditionsunternehmen und seinen Kunden immer enger geworden ist. „Natürlich ist hier eine große Bindung da, vor allem zu der Betreiberfamilie. Den heutigen Geschäftsführer kennen wir noch, als er fünf oder sechs Jahre alt war“, sagen sie. „Wenn wir jetzt aufhören, tun wir das mit einem lachenden und einem weinenden Auge.“

Text · Foto: Lars Peter Schwarz

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