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Ostallgäuer Pumpenhersteller produziert Desinfektionsmittel

Desinfektionsmittel an medizinische Versorger verteilt

Auf mehr als 100 Jahre Geschichte kann die Albert Frey AG in Wald bereits zurückblicken. Die Herstellung von Desinfektionsmitteln ist für das mittelständische Unternehmen, das normalerweise Sondermaschinen, wie Abfüll- oder Pumpanlagen für Brauereien, produziert, allerdings völlig neu. Denn zusammen mit seiner Tochterfirma Waldbrand GmbH trägt das Unternehmen seit einigen Wochen seinen Teil dazu bei, durch die Corona-Pandemie aufgetretene Versorgungslücken mit Handdesinfektionsmitteln zu schließen. „Da wir mit der Frey AG auch Hygienepumpen für pharmazeutische Zwecke herstellen, lag der Gedanke nahe, nun auch in diesem Bereich tätig zu werden“, erklärt Martin Mair, Braumeister und Geschäftsführer der Waldbrand GmbH, die bereits im Jahr 2013 gegründet wurde und seitdem verschiedene Obstbrände oder auch Gin und Single Malt produziert.

So wurden in den vergangenen Wochen – unter Mithilfe des Rotary Club Marktoberdorf und dem Verein Lebensfreude Marktoberdorf – bereits 960 Liter Desinfektionsmittel an Arztpraxen, Senioren- und Pflegeheime und Dienste in und rund um Marktoberdorf verteilt. „Weitere 600 Liter haben wir ins französische Colmar gesendet, weil die Versorgungslage dort besonders schlecht war“, so Mair. „Noch mal 1000 Liter sind aktuell in der Produktion. Wir legen damit nun auch einen Vorrat an. Bei uns melden sich auch sehr viele Friseursalons, die Schwierigkeiten haben, in kurzer Zeit Desinfektionsmittel zu bekommen oder sehr viel dafür bezahlen müssen. Für uns ist das eine nachhaltige Möglichkeit, den sogenannten Vor-oder Nachlauf, der beim Brennen entsteht, zu verwenden.“

Um dies zu ermöglichen, wird der gesamte Vorgang mit dem Zoll abgestimmt, während die Weltgesundheitsorganisation WHO vorgibt, nach welchem Rezept, das unter anderem die Zugabe von Wasserstoffperoxid und Glycerol vorsieht, das Mittel hergestellt wird. Rund eineinhalb bis zwei Wochen Zeit benötigt das Team für die Produktion von etwa 1000 Litern.

Text: Lars Peter Schwarz

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