Coronavirus

„Keine Angst vor Corona”

Auch in der Allgäu-Kaserne wirkt sich das Virus derzeit auf den Dienst bei der Bundeswehr aus

Wenn man bei der Bundeswehr arbeitet, hat man es möglicherweise manchmal mit erheblich größeren Gefahren zu tun, als sie die derzeitige Corona-Pandemie nicht nur für viele Menschen hierzulande darstellt. Immerhin ist die Bundeswehr seit einigen Jahren eine Berufsarmee, deren Angehörige im Dienst an verschiedenen Orten der Welt mitunter ihre Gesundheit und sogar ihr Leben dafür aufs Spiel setzen, damit die Bundesrepublik Deutschland in Frieden und Freiheit existieren kann. Deshalb sehen der Kommandeur des Gebirgsaufklärungbataillons 230, Oberstleutnant Michael Bertram, und sein Kamerad, Oberstleutnant Sascha Müller, seines Zeichens Kommandeur des Gebirgsversorgungsbataillons 8, in der Füssener Allgäu-Kaserne die Schwierigkeiten, die die momentane Corona-Krise auch für die Ausübung ihrer Arbeit mit sich bringt, nicht als sehr dramatisch an. Allerdings stellt Covid-19 auch einige außerordentliche Anforderungen an ihren verantwortungsvollen Dienst an der Waffe, dessen Hauptaufgabe darin besteht, „die Einsatzbereitschaft der Truppe sicherzustellen“, wie der Standortälteste in Füssen, Oberstleutnant Bertram, erklärt. Demzufolge ist aufgrund der beinahe allseits bestehenden Corona-Problematik eine spezielle Präsenzregelung erlassen worden, mit der gut die Hälfte der in Füssen stationierten Soldatinnen und Soldaten zurzeit im Homeoffice tätig sind, während die anderen Kameraden des Gebirgsaufklärungsbataillons 230 und des Gebirgsversorgungsbataillons 8 am Standort der Kaserne ihren Dienst versehen. Dort herrscht denn auch zum Beispiel genauso eine strikte Einzelbelegung von Dienst- sowie Geschäftszimmern zur Einhaltung der entsprechenden Abstandsvorschriften, wie die sonst üblichen Hygienemaßnahmen wie gründliches Händewaschen beziehungsweise Desinfizierung dafür sorgen sollen, dass sich niemand mit dem Virus infiziert oder jemand anderen damit ansteckt. „Darüber hinaus lüften wir viel“, betont Bertram, der für ungefähr 500 Aufklärungssoldaten in Füssen Verantwortung trägt, wogegen Müllers Versorgungstruppe mit etwa 400 Mann in der Allgäu-Kaserne vertreten ist. Mund- und Nasenschutzmasken müssen die Kameraden demgegenüber bei Fahrten mit dem Spähwagen „Fennek“ tragen, die dabei räumlich eng beieinander sind.

Es ist eine spezielle Präsenzregelung erlassen worden, mit der gut die Hälfte der in Füssen stationierten Soldatinnen und Soldaten zurzeit im Homeoffice tätig sind.

Einzelne Übungen mit ungefähr 30 Mann können die in Füssen stationierten Soldaten zudem abhalten, und für das Technische Hilfswerk in Kempten fahren und lagern sie im Rahmen der Amtshilfe auch Desinfektionsmittel sowie Schutzausrüstung, unterstreicht Oberstleutnant Müller.

Die beiden Bataillone sind indes der Gebirgsjägerbrigade in Bad Reichenhall unterstellt, zu deren nächstem Kontingent, das im Oktober im Rahmen der Stabilisierungsmission MINUSMA (Resolution 2480) der Vereinten Nationen in Mali für sechs Monate zum Auslandseinsatz nach Afrika reist, auch rund 100 Aufklärer und 80 Versorger zählen. Wie ihre Vorgänger, die im April aus Mali zurückgekehrt sind und anschließend für zwei Wochen in häuslicher Isolation waren, müssen sie dazu zwei Wochen vor ihrem Abflug vom Flughafen Köln/Bonn in Quarantäne, denn, so Bertram: „Wir wollen das Virus nicht ins Ausland einschleppen.“ Davon abgesehen, solle jeder einzelne Soldat möglichst fit und gesund seinen Dienst versehen, weshalb die Befehle und Anweisungen zur Gesunderhaltung möglichst diszipliniert befolgt werden sollen. Ganz nach der Devise „Wir brauchen dich für den Einsatz“, wofür die beiden Oberstleutnants ihre beiden Bataillone trotz Corona „so gut es geht“ vorbereiten, wie Müller versichert und hinzufügt: „Das, was wir an Ausbildung leisten müssen, können wir auch sicherstellen.“ Sowohl er als auch Bertram erklären schließlich, dass man „keine Angst vor Corona“ habe, auch wenn man das derzeitige Problem mit dem Virus nicht auf die leichte Schulter nehme.

Text · Foto: Alexander Berndt

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