Coronavirus

Klinik Füssen: Für den Notfall gewappnet

Der Container vor dem Eingang zum Notfallzentrum am Krankenhaus in Füssen steht seit heute. Auf der einen Seite prangt das Krankenhaus-Logo auf grauem Hintergrund. Dort sollen Corona-Infizierte aufgefangen werden, um alle Schutzmaßnahmen zu treffen, bevor sie das Krankenhaus zur weiteren Behandlung betreten können. Die Klinik hat einen Notfallplan ausgearbeitet, damit das übliche Patientenklientel von Covid-19 Verdachtspatienten getrennt wird. Noch ist es ruhig.  Sehr ruhig. „Es ist die Ruhe vor dem Sturm“, sagt eine Krankenschwester über die unwirkliche Situation. „Keiner kommt unangemeldet rein. Die meisten Patienten rufen vorher an. Wenn sie vor dem Eingang stehen, müssen sie erst den halbrunden Knopf auf der linken Seite drücken, bevor wir raus kommen und sie in Empfang nehmen“, erzählt sie. Auf den Stationen sind Akutkranke und auch Patienten die dringend operiert werden müssen. Es wird niemand weggeschickt, der dringende medizinische Versorgung braucht.

Jeden Morgen finden Besprechungen statt, um für den Tagesablauf bestens vorbereitet zu sein. Die Stationen sind eingeteilt, eine davon nur für Corona-Patienten. Eine Intensivstation mit Beatmungsgeräten, für die schwer verlaufenden Fälle, ist bereits komplett eingerichtet. Würde die Kapazität für die Aufnahme der Corona-Infizierten nicht ausreichen, käme ein weiterer Notfallplan zum Tragen. In Zusammenarbeit mit der Bundeswehr in Füssen würde ein zusätzliches Lazarett entstehen, um die medizinische Versorgung aufrecht zu erhalten.

Zum Schutz der Mitarbeiter ist schon vor Wochen ein Vorrat an Schutzmaterialien und Desinfektionsmitteln gekauft worden. Momentan gilt für Ärzte sowie die Pflegekräfte eine Urlaubssperre. „Auf keinen Mitarbeiter kann und darf verzichtet werden“, so Chefarzt Dr. Martin Hinterseer. Für das Krankenhauspersonal aus Österreich gibt es Passierscheine, damit sie ihrer Arbeit in der Klinik nachgehen können. Jeder wird gebraucht. Selbst ehemalige Studenten haben sich gemeldet und ihre Hilfe angeboten. „Eine sehr schöne Geste“, findet der Chefarzt und fügt hinzu: „Wir lernen Rücksicht aufeinander zu nehmen. Wenn wir das nicht nach der Corona-Krise vergessen, haben wir sehr viel gelernt. Vor allem, dass es nicht immer um Profit geht.“

Text · Foto: Sabina Riegger

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