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15 Jahre Zweckverband Allgäuer Land

Der Zweckverband Allgäuer Land ist eine kommunale Zusammenarbeit mit zehn Gemeinden und ist in dieser Art einmalig in Bayern.

Viele Ideen, einige umgesetzte Projekte, eine bessere Zusammenarbeit mit den umliegenden Nachbargemeinden und ein mittlerweile ausverkaufter Gewerbepark. Das ist die kurze Bilanz des “Zweckverband Allgäuer Land“, der vor genau fünfzehn Jahren gegründet wurde. Im Januar 2005 fand im Colloquium des ehemaligen Klosters St. Mang die Gründungssitzung statt. „Eine kommunale Zusammenarbeit mit zehn Gemeinden ist in dieser Art einmalig in Bayern“, so Markus Gmeiner, der den Zweckverband mit Sitz im Füssener Rathaus heute leitet.

Ursprünglich gegründet wurde der Zweckverband anlässlich der Fertigstellung der Autobahn A7. Zehn Kommunen mit insgesamt über 35.000 Einwohnern, vertreten von ihren Bürgermeistern, hatten sich damals zusammengeschlossen, um die Wirtschaftlichkeit der Region zu stärken, die kulturelle und touristische Attraktivität zu steigern und die Ansiedlung von Betrieben und Unternehmen voran zu bringen. Neben der Stadt Füssen, dem Markt Nesselwang und den Gemeinden Eisenberg, Hopferau, Pfronten und Rieden am Forggensee, gehören auch Roßhaupten, Rückholz, Schwangau und Seeg dem Verband an.

So konnte der Zweckverband in den abgelaufenen fünfzehn Jahren eine ganze Reihe von großen Projekten mit auf den Weg bringen. Zu den Themen, mit denen sich der Verband beschäftigt hat, zählen neben einem Mobilfunkkonzept, dem Masterplan Forggensee und der Trendsportanlage in Nesselwang auch ein Beherbergungskonzept zur Steuerung der künftigen Wohnraumnutzung oder die Verpflichtung zur Fairtrade Region. Aber nicht alle Ideen führten letztendlich zum Erfolg oder gar einer Umsetzung. „Geplant war auch eine Rastanlage bei Nesselwang, ein Fünf-Sterne-Hotel, der Golfplatz Ussenburg oder das sogenannte Allgäuer Dorf am Füssener Stadtrand, was ja bekanntlich alles gescheitert ist“, sagt Gmeiner. „Der Zweckverband kann zu Themen aller Art anregen und diese besprechen. Entscheiden und beschließen müssen es aber immer die jeweiligen Gemeinden.“

Wohl wichtigstes und bisher erfolgreichstes Projekt dürfte ohne Zweifel die Einrichtung des interkommunalen Gewerbegebietes „Allgäuer Land“ gewesen sein. Knappe zehn Hektar Gewerbegrundstücke, die sich der Verband angeeignet hatte, sind in den vergangenen Jahren veräußert worden. „Innerhalb von nur sechs Jahren wurden hier insgesamt elf Grundstücke verkauft, das ist schon eine Leistung, ein Meilenstein.“ Eine Leistung, von der alle beteiligten Gemeinden profitieren, da sich die Einnahmen der Gewerbesteuer nach einem Schlüssel, der sich nach der Einwohnerzahl richtet, untereinander aufteilen.

Weitere Projekte sollen in der Zukunft realisiert werden. „Unter anderem zählt das Digitale Parken dazu“, erklärt Gmeiner. „Das wird in Füssen nun in den kommenden Monaten umgesetzt. Ausbauen werden wir auch noch die interkommunalen Kooperationen, wie die Zusammenarbeit der verschiedenen Bauhöfe. Derzeit ist zudem die Wohnbauentwicklung das Schwerpunktthema im Zweckverband.“ Dennoch steht die Zukunft des Zweckverbands eher in den Sternen. Zwar steht eine Auflösung des Verbandes nicht im Raum, über seinen Fortbestand entscheiden werden allerdings die Bürgermeister der zehn beteiligten Gemeinden, die sich nach den Kommunalwahlen 2020 neu zusammensetzen.

Foto: Hubert Riegger
Text: Lars Peter Schwarz

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