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Weihnachten & Neujahr multikulterell

Mitarbeiter aus aller Welt feiern zusammen Weihnachten

Während die einen die Feiertage und den Jahreswechsel im Kreise ihrer Familie oder mit engen Freunden verbringen, gehen andere ihren gewohnten beruflichen Pflichten nach. In unserer Region sind das vor allem Menschen, die in der Gastronomie beschäftigt sind.
Trotz der vielen Arbeit über die Feiertage, wird das Weihnachtsfest aber auch innerhalb von Gastro-Teams gemeinsam gefeiert, soweit dies eben möglich ist. Interessant wird es vor allem dann, wenn die Kollegen aus vielen verschiedenen Nationen stammen und somit auch ihre ganz eigenen Traditionen in die Gemeinschaft miteinbringen. So wie im Füssener Hotel Hirsch, in dem Mitarbeiter aus rund fünfzehn Ländern zusammen arbeiten, unter anderem aus Mali, dem Senegal, Bulgarien, Griechenland, der Türkei, Sri Lanka, Mazedonien, Thailand, Polen und Portugal. Nicht alle feiern in ihrer Heimat das christliche Hochfest.

„Nach der Arbeit trinken wir an den Feiertagen gemeinsam einen Glühwein und es gibt Leabla dazu“, sagt Küchenchefin Birgit Lochbihler. „Obwohl Kollegen aus Thailand, Vietnam oder Mali nichts mit Weihnachten zu tun haben. Aber Dang und Lehki kochen an diesen Tagen auch gerne asiatische Festtagsgerichte für uns alle. Dangs Frühlingsrollen sind Weltklasse. Jeder bringt auch mal was Traditionelles von Zuhause mit, wir sind da wie eine große Familie. Es ist auch eine andere Stimmung über diese Tage, irgendwie fröhlicher.“ Dang lebt mit seiner Familie bereits seit rund 27 Jahren in Deutschland. Er stammt aus dem Norden Vietnams, dem überwiegend budhistisch geprägten Teil des Landes. An das Weihnachtsfest hat er sich längst gewöhnt. Immerhin, so erzählt er, gibt es auch in seiner Religion vergleichbare Feste, die dementsprechend ausgiebig gefeiert werden. „Wie zu Neujahr zum Beispiel“, sagt er. „Dazu wird auch ein spezieller Reiskuchen gefertigt, der über zehn Stunden lang gegart und dann an Neujahr gegessen wird.“

Ein Brauch, der auch Natalie aus Griechenland nicht ganz unbekannt ist. Ihre Familie stammt aus Euböa, der zweitgrößten griechischen Insel, wo das griechisch-orthodoxe Weihnachtsfest am 25. Dezember begangen wird. “An Neujahr wird bei uns in der Familie immer gewürfelt, außerdem wird bei uns ein Kuchen, die sogenannte Wassilopita gebacken, in die eine Münze eingebacken wird. Wer die dann bekommt, hat Glück im neuen Jahr.“ Auch Kollege Dragan kennt das Weihnachtsfest schon aus seiner Kindheit. Im christlich-orthodox geprägten Mazedonien, wo er aufgewachsen ist, gilt Weihnachten ebenso als Hochfest. „Es ist ein großes Familienfest, deswegen bin ich froh, dass wir das auch wenigstens hier im Team ein bisschen feiern, während meine Familie in Mazedonien ist.“ So haben auch Aylin und Yasem das Weihnachtsfest genossen, obwohl es in ihrer türkischen Heimat nicht zu den üblichen Traditionen zählt. „Es ist eine Art Jahresendfest für uns und der Beginn eines neuen Jahres. Das wird über alle Grenzen hinweg gefeiert. Auch unsere eigenen Familien sind mittlerweile sehr international geworden, genau wie das Team hier im Hotel. Es geht vor allem um das Zusammensein.“

Text · Foto: Lars Peter Schwarz

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