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Ein bisschen wie in einem Grand Hotel

Die Klinik Füssen zeigt sich in puncto Ernährungsangebot auf einem sehr modernen Stand

Wenn es nach Martin Wiedemann, ginge, dürfte es den Kartoffel-Zucchini-Karotten-Puffer mit hausgemachtem Kartoffelsalat und Kräuterdip ruhig „öfter als alle drei Wochen“ in der Kantine des Klinikums Füssen geben. Schließlich ist dies das Lieblingsessen des Leiters des heuer 125 Jahre alt gewordenen Krankenhauses am südöstlichen Ortsrand der Lechstadt und damit auch eines von in den vergangenen zehn Jahren vermehrt auf dem Speiseplan stehenden vegetarischen Gerichten in der Abteilung von Küchenchefin Monika Haug und ihrem Stellvertreter Rainer Walter. Dieser ist mittlerweile seit 23 Jahren in der Füssener Klinik tätig, wo der gelernte Fleischer und spätere Koch sowie Großküchenleiter als oberster Küchenmeister nach Haug nicht nur für das sogenannte leibliche Wohl der bis zu 170 Patienten, die das Hospital aufnehmen kann, sondern auch der Mitarbeiter in dem in diesem Jahr ausgebauten Haus verantwortlich ist.
Zugleich ist Walter Diätassistent und damit ein oftmals um Rat gefragter Ansprechpartner sowohl, wenn es um Gewichtsprobleme von Patienten als auch sonstige Schwierigkeiten geht, die die Ernährungsweise der Menschen des Hospitals an der Stadtbleiche 1 betrifft, das zum Klinikverbund Ostallgäu-Kaufbeuren gehört. Walter dürfte denn auch gleichsam für einen gehörigen Wandel Pate stehen, den die Verpflegung von Patienten mittels Speisen und Getränken im Füssener Krankenhaus in den vergangenen Jahrzehnten vollzogen hat. Galt die Kost in Kliniken in früheren Zeiten doch als, wenn auch zwar gesund und bekömmlich, so doch eher wenig schmackhaft. Dementsprechend kann sich der Schreiber dieser Zeilen selbst noch einigermaßen gut an lange Zeit zurückliegende Krankenhausaufenthalte erinnern, bei denen er nicht nur mit häufig etwas „langweilig“ mundendem Essen wie etwa Kartoffelbrei und Haferschleimsuppe vorlieb nehmen musste, während das Getränkeangebot gleichfalls oft aus Tees in verschiedenen Geschmacksrichtungen bestand, die der damalige Patient heute lieber meidet, auch wenn er inzwischen einzugestehen bereit ist, dass der Verzehr bestimmter Speisen und Getränke für ihn nach seinen damaligen Darmoperationen aus durchaus vernünftigen medizinischen Gründen vorübergehend tabu waren.

Wenn dies in vergleichbaren Situationen heute auch im Füssener Krankenhaus schließlich noch ähnlich sein dürfte, hat sich wohl über die vielen Jahre dennoch einiges geändert, was den Ernährungsservice für die Patienten dort angeht. Das betrifft nicht zuletzt auch die Uhrzeit, während der nicht nur das Frühstück entweder im Kranken- oder einem Gemeinschafts-Speisezimmer serviert wird. Liegt diese doch zwischen acht und neun Uhr und ist damit ebenso „normal“, wie die Zeit des Mittagessens, die zwischen 12 und 13 Uhr ist, während das Abendessen zwischen 17.30 und 18.30 Uhr aufgetischt wird. Darüber hinaus gibt es um zehn sowie 15 Uhr kleinere Zwischenmahlzeiten, von denen vor allem jene Patienten gerne Gebrauch machen, die öfter mal am Tag etwas essen sollen, wie Walter erklärt, der zudem, dabei auch ein bisschen stolz wirkend, das breite Lebensmittelangebot beim Frühstück preist, wo es, einem reichhaltigen Büfett in einem guten Hotel ähnlich, von verschiedenen Brotsorten, in der Klinikküche frisch gebackenen Brötchen und Marmeladen über Wurst, Käse, Butter, Rühreier, Joghurt, Quark und Obst bis zu diversen Säften sowie Kaffee und Tee fast alles gibt, was einen in puncto Nahrungsmittelzufuhr zufriedenstellenden Start in den Tag ermöglichen dürfte. Beim Mittagessen, das jeden Tag aus einer Suppe, Salat, einer Hauptspeise und einem Nachtisch besteht, haben die Gäste im Haus jeweils zwei verschiedene Menüs, wovon eines immer vegetarisch ist, zur Auswahl, und das Abendessen gleicht hinsichtlich seines vielfältigen Angebots an kalten Speisen dem Frühstück.

Dafür sorgen insgesamt zehn Mitarbeiter in der Küche, die laut Walter „pro Woche rund eineinhalb bis zwei Tonnen Lebensmittel“ bestellen und mittels einer modernen Großküchenausstattung, wozu etwa ein Multigarer gehört, zubereiten. Und um hinterher alles wieder piccobello sauber zu bekommen, steht schließlich auch eine Großküchenspülmaschine am Band zur Verfügung. Nicht zuletzt auch diese Gerätschaften zeigen den Wandel der Zeit, den die Klinik Füssen in ihrem Werdegang zu einem heute sehr modernen Krankenhaus in den zurückliegenden 125 Jahren durchlaufen hat.

Foto · Text: Alexander Berndt

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