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Aromatherapie

Die heilenden Düfte Teil 3

Ätherische Öle riechen nicht nur gut, sie verbessern das Wohlbefinden und stärken die Lebenskraft und die Gesundheit. Sie wirken auf der körperlichen Ebene über das Nervensystem oder direkt auf Organe und Gewebe. Aber auch bei psychosomatischen Beschwerden sind sie sehr hilfreich.

Die wichtigsten Eigenschaften der Öle auf den Menschen sind:
• Antimikrobiell, d. h. sie wirken gegen Keime aller Art,
u.a. Pilze, Viren, Bakterien.
• Entzündungshemmend, desinfizierend, wundheilend
• Schleimlösend und schleimhautabschwellend
• Schmerzstillend • Das Immunsystem stärkend
• Durchblutungsfördernd • Harntreibend
• Verdauungsfördernd und krampflösend
• Positiv auf die Psyche wie stimmungsaufhellend, antidepressiv, entspannend, harmonisierend, beruhigend, schlaffördernd, die Konzentration stärkend und noch vieles mehr.
Das Abwehrsystem, die Regeneration und sogar das Hormonsystem können sehr gut zu anderen medizinischen Maßnahmen zusätzlich mit unterstützt werden und das nicht nur über die starken Einflüsse der Duftimpulse, die Ihnen ja sicherlich bekannt sind.

Wie können Sie ätherische Öle nun anwenden?
Die „Wohnraumaromatisierung“ über eine Duftlampe oder Ähnliches ist Ihnen ja vom letzten Artikel schon bekannt. Die Qualität der Raumluft wird so enorm gesteigert und und auch eine Desinfektion findet so bereits statt. Die passenden Öle stelle ich Ihnen noch später vor. Nicht länger als einige Stunden, sonst wird es zu stark!

Inhalation: Das Inhalieren von ätherischen Ölen kann bei stressbedingten und bei Atmungsproblemen eine schnelle Erleichterung bringen. Für eine sofortige Wirkung träufeln Sie insgesamt 3-6 Tropfen des entsprechenden Öles auf ein Tuch und atmen 3 Mal ganz tief durch. Für ein Gesichtsdampfbad geben Sie 2-4 Tropfen und heißes Wasser in eine Schüssel (bei stark wirksamen Ölen wie z.B. Thymian oder Minze ist ein Tropfen ausreichend). Bevor Sie sich über den heißen Dampf beugen, schließen Sie bitte die Augen und inhalieren dann einige Minuten lang ganz ruhig. Man kann sich zur Intensivierung noch ein Tuch über den Kopf legen. Vorsicht: diese Methode nicht anwenden bei Asthma, da konzentrierter Dampf Erstickungsanfälle verursachen kann.

Aromatische Bäder: Bei einem aromatischen Bad gelangen die Öle über die Nase und über die Haut in den Organismus. Das warme Wasser steigert bei vielen ätherischen Ölen die Wirkung. Lassen Sie zuerst das Wasser in die Wanne laufen, bevor Sie die Essenzen zugeben, damit Sie nicht vorzeitig verdunsten. Das Wasser sollte nicht zu heiß sein – zwischen 36° und 39° Celsius. Für ein normales Vollbad genügen 5-10 Tropfen ätherisches Öl. Bei stark durchblutungsfördernden Essenzen sind 1-3 Tropfen ausreichend. Die Verwendung eines Dispersionsmittels ist zu empfehlen, um Hautreizungen zu vermeiden. Dazu lösen Sie die ätherischen Öle z. B. in einigen Esslöffeln Sahne, einem Teelöffel Honig, einigen EL fettem Pflanzenöls oder in neutraler Seife als Emulgator auf. So gelangen die Öle leichter durch die Poren der Haut und verteilen sich im ganzen Körper. Die Badedauer sollte 15 – 20 Minuten betragen. Danach in ein großes Badetuch einwickeln und 30 Minuten nachruhen. Für Fußbäder gilt die entsprechend geringere Menge.
Anregend sind z.B. Rosmarin oder Wacholder, entspannend z.B. Lavendel, Melisse oder Ylang-Ylang, bei Dermatosen wäre Patchouli gut, mit einem Zusatz von Molke, um nur einige Essenzen zu nennen.

Hautpflege – Aromakosmetik
Normalerweise werden ätherische Öle nicht pur auf der Haut, sondern immer in Verdünnung mit einem fetten pflanzlichem Öl, einem sogenannten Basisöl oder Trägeröl angewendet, da sie ja alle mehr oder weniger stark hautreizende Eigenschaften haben. Fette Pflanzenöle sind sehr gute Träger, um die ätherischen Öle durch die verschiedenen Hautschichten zu den kleinsten Blutgefäßen, den Kapillaren, zu transportieren, um von dort aus im Körper verteilt zu werden. Kaltgepresste oder schonend gepresste Öle enthalten wertvolle Stoffe für die Haut und haben sehr gut pflegende Eigenschaften. Einige fette Öle wirken sogar regenerierend auf die Hautzellen und können wegen ihren entzündungshemmenden und beruhigenden Eigenschaften therapeutisch eingesetzt werden zur Behandlung von Hautproblemen wie z. B. Altershaut, Narbengewebe oder Dermatitis. Als Basisöle eignen sich am besten fette Pflanzenöle aus Kaltpressung wie Avocadoöl, Hanföl, Jojobaöl, Mandelöl, Macadamiaöl, Sesamöl oder Weizenkeimöl. Für ein duftendes Körperöl für die Ganzkörperanwendung verwenden Sie 100 ml kaltgepresstes Pflanzenöl und ca. 15-20 Tropfen ätherisches Öl, das entspricht einer Mischung von 0,7 – 1 %. Um auszuschließen, dass Sie allergisch auf ein bestimmtes ätherisches oder fettes Öl reagieren, machen Sie vor der Anwendung einen einfachen Allergietest. Geben Sie einen Tropfen des betreffenden Öles in die Ellenbeuge. Sollte sich nach 4 Stunden keine Reaktion – Rötung oder Pusteln – zeigen, ist das Öl in der Regel verträglich. Für eine Ganzkörper-Massage beträgt die Konzentration an ätherischen Ölen 1-2%.

Gute Düfte für die Erkältungszeit sind:
Eukalyptus (Eucalyptus globulus)
Das Öl des Eukalyptusbaumes gehört zu den Aromen mit der stärksten antiseptischen Wirkung, die sogar soweit reicht, Keime wie Staphylokokken abzutöten. Eukalyptusöl aktiviert und und unterstützt die Atmung. Es wird daher vor allem bei Husten, Heiserkeit und Erkältung eingesetzt. Die Verdunstung verhindert die Ausbreitung von Keimen in der Raumluft und ist deshalb ein guter Schutz vor ansteckenden Krankheiten wie beispielsweise Grippe. Aber Eukalyptus hat auch ein starke psychisch-geistige Wirkung, es ist anregend, konzentratrionsfördernd und aufmunternd bei Müdigkeit. Dieses Öl ist allerdings nichts für Kleinkinder und Asthmatiker, da ist es zu stark!

Cajeput ( Melaleuca leucadendra)
Der Cajeputbaum wächst in Malaysia, auf den Philippinen, den Molukken sowie in weiteren Gegenden Australiens. Sein Duft erinnert ein wenig an Eukalyptus, ist aber etwas milder und süßer. Auch Cajeput gilt als eines der stärksten keimtötenden Mitteln pflanzlichen Ursprungs. Es ähnelt daher stark dem Teebaumöl und ist deshalb ebenso wie dieses besonders hilfreich bei Atemwegserkrankungen und grippalen Infekten. Weitere Anwendungsbereiche sind Insektenstiche, Zahn- und Ohrenschmerzen, aber auch Infektionen der Harnwege und des Darms sowie Magenkrämpfe. Aber auch bei Akne und Psoriasis wird die Essenz angewandt. Seelisch ist es ein Nerventonikum, das Klarheit ins Denken bringt. Cajeputöl wirkt als Raumduft luftreinigend und anregend. Gleichzeitig stärkt es Geist, Gemüt und Abwehrkräfte und hilft dabei, einen klaren Kopf zu behalten.
Zur Inhalation ist Cajeput eine ausgesprochen gute krampf- und schleimlösende Essenz. Das Aromaöl eignet sich sehr gut bei Erkältungsformen, bei denen festsitzender Schleim gelöst werden soll – z.B. bei Entzündungen der Stirn- und Nasennebenhöhlen sowie bei Bronchitis und krampfartigen Hustenanfällen. 3-4 Tropfen auf 1-2 L heißes Wasser, 5-10 Minuten inhalieren.

Alles Gute und kommen Sie gesund durch die Erkältungszeit,

Ihre Apothekerin
Simone Wagner

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