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Ganzheitlich betrachtet

Auf den ersten Blick scheinen die Berufe Orthopädie-Schuhmacher und Kosmetikerin nicht wirklich zusammen zu passen. Schaut man dagegen hinter die Kulissen, weiß man, warum Marco und Andrea Ulloth mit ihrem Konzept Erfolg haben. Sie haben Ideen, die sie verwirklichen. Im Wirtschaftsjargon heißt das innovativ sein.

Als sie vor 13 Jahren nach Füssen kamen, übernahmen sie ein, bereits bestehendes Orthopädie Fachgeschäft. Etwas Platz gab es auch für ein Kosmetikstudio“Hautkonzepte Ulloth“. Nach einer Zeit wurden die Räumlichkeiten zu klein „es war alles so verschachtelt“, bringt es Marco Ulloth auf den Punkt. Auf 200 Quadratmetern zwei Betriebe erfolgreich zu präsentieren, war zu wenig. Die leer stehenden Räumlichkeiten in der Kemptener Straße schienen für ihre Idee, ein „Haus der Gesundheit“ zu verwirklichen, genau richtig zu sein.

„Wir haben uns das lange überlegt. Es lagen so viele Ideen in der Schublade, die wir aus Platzmangel nicht nutzen konnten“, erzählt Andrea Ulloth, die sich mittlerweile auf die apparative Kosmetikbehandlungen spezialisiert hat. Diese Art von kosmetischer Behandlung stützt sich auf den Einsatz von technischen, innovativen Kosmetik-Geräten und erlaubt es, ihre Behandlungsmöglichkeiten, im Vergleich zur gängigen manuellen Kosmetik, auszuweiten und deutlich zu verbessern. Viele der eingesetzten Geräte arbeiten mit Techniken, die sich im ästhetischen-medizinischen Bereich schon seit vielen Jahren bewährt haben“, klärt die Kosmetikerin auf.

Ihre Idee mit dem „Haus der Gesundheit“ konnten sie dann schließlich 2014 umsetzen, als sie in die Kemptener Straße zogen. 700 Quadratmeter boten sich den beiden Geschäftsleuten an. Alles wurde offen und barrierefrei gestaltet, kostenlose Parkplätze stehen für die Kunden zur Verfügung. Mit der Streifeneder Unternehmensgruppe fand sich ein weiterer starker Partner ein. Denn ergänzend zur Orthopädie und den Angeboten von Marco Ulloth bietet sich dem Kunden eine komplette Reha-Technik wie Hilfsmittelversorgung, Rollstühle, Pflegebetten, Rollatoren, elektrischen Hilfen oder Elektro-Scootern an. Selbst Reha-Technik im Sonderbau wird hier angeboten. Marco Ulloths Bilanz nach diesen fünf Jahren fällt nun mehr als positiv aus. Denn längst genießt das Unternehmen weit über die Grenzen der Region hinaus eine hervorragende Reputation. Immerhin ist das Haus auch schon unter 170 Mitbewerbern als Bayerns Nummer 1 für seine „Außerordentliche Qualität im Service und in der Beratungskompetenz“ ausgezeichnet worden. Zahlreiche Testkunden überprüften dafür die Leistungsfähigkeit des Betriebes, sowie seines Expertenteams, in insgesamt 60 verschiedenen Kategorien.

Sie haben Ihre Idee mit dem „Haus der Gesundheit“ erfüllt. Mit Medical Beauty und Gesundheit von Kopf bis Fuß decken Sie fast alles ab, es fehlt nur noch eine Arztpraxis.
Marco Ulloth: Richtig. Aber die Ärzte wissen, dass ihre Patienten durch unseren ganzheitlichen Ansatz gut versorgt sind. Wir betrachten und sehen den Kunden ganzheitlich an. Wenn jemand Knieschmerzen hat, bekommt er nicht nur eine Kniebandage. Oft stecken dahinter meist Probleme mit der Körperstatik. Also sehe ich mir alles von den Füßen, über Hüfte und Rücken bis hin zur Hals-Nacken-Schulter-Kette an. Ich bekämpfe also nicht die Symptome, sondern versuche der Ursache auf den Grund zu gehen. Ich darf keine Diagnose stellen, dafür sind die Ärzte da. Aber ich darf meine 30 Jahre Erfahrung, die ich in der Praxis und durch unzählige Fortbildungen erarbeitet und bekommen habe, an meine Kunden weiter geben.

Wie hilfreich sind dafür technische Geräte ?
Marco Ulloth: Sehr. Wir haben moderne Geräte wie Rückenscanner, 3-D-Körperscanner für perfekte Passgenauigkeit von Kompressionsstrümpfen und Bandagen, elektronisches Fußdruckmessverfahren, Ganganalyse und einiges mehr. Doch das allerwichtigste ist, wir nehmen uns viel Zeit. Wir haben eine enorme Palette an Beratungs- und Versorgungssmöglichkeiten wie zum Beispiel eine Diabetes- und Sport-Versorgung. Firmen unterstützen wir beim betrieblichen Gesundheits-Management.

Wie können Sie überprüfen, ob Ihre Anwendungen für den Kunden optimal waren?
Durch die Qualitätskontrolle. Nach sechs und zwölf Monaten bekommen die Kunden, die eingewilligt haben, einen Brief von uns mit einer Einladung zur Qualitätskontrolle. Damit bekommen wir die Möglichkeit zu überprüfen, ob sein Hilfsmittel noch zur aktuellen Situation passend ist und gegebenenfalls optimiert werden muss. Den Kunden begleiten bedeutet für uns, wie ich bereits sagte, ihn auch ganzheitlich zu betrachten.

Seit 2 Jahren arbeiten Sie mit der Unternehmensgruppe Streifeneder erfolgreich zusammen. Was war der Grund dafür?
Wir nennen uns „Haus der Gesundheit“ und wir freuen uns, dass wir so einen starken und zuverlässigen Partner an unserer Seite haben. Als wir unser „Haus der Gesundheit“ eröffneten, kamen immer wieder Leute mit Rezept für einen Rollstuhl und ähnliches. Die musste ich immer wegschicken, weil wir diese Hilfsmittel nicht anboten. Wir haben dann Streifeneder angefragt. Nach 1 ½ Jahren Vertrags-Verhandlungen arbeiten wir nun reibungslos zusammen und profitieren voneinander bzw. ergänzen uns.

Frau Ulloth, was hat sich in den letzten 5 Jahren bei „Hautkonzepte“ verändert?
Alles, vor allem wie ich jetzt arbeite. Ich habe mich in den Jahren durch viel Fortbildung im Bereich Dermokosmetik mit apperativen Methoden spezialisiert. Mein Ziel für meine Kunden ist nicht der kurzzeitliche Effekt, sondern langanhaltende sowie nachhaltige Hautbildveränderungen im Bereich Anti-Aging und therapiebegleitend bei Problemhäuten.

Wie sieht das ganzheitliche Konzept bei Ihnen aus?
Mein Hautkonzept basiert auf drei Säulen. Erstens mit Hilfe einer computergestützten Hautanalyse und einer Besprechung anhand eines zweiseitigen Fragebogens erfrage ich Ernährungsgewohnheiten, Allergien, Unverträglichkeiten, etc. Mit Hilfe dieser Anamnese erfährt man schon viel mehr und bekommt einen guten ganzheitlichen Überblick. Als zweite Säule dient die typgerechte Behandlung und als dritte Säule ist das individuell auf den Kunden abgestimmte Pflegekonzept, damit dem Langzeitergebnis nichts mehr im Wege steht.

Was ist das für ein Analysegerät?
Im Ostallgäu ist es einzigartig. Ärzte arbeiten damit und große Kosmetikkonzerne. Die Updates dafür kommen aus den USA. Hier wird das Gesicht mit speziellem Kreuz-polarisiertem Licht von drei Seiten abfotografiert. So sieht man die Melanin-Ansammlungen, Bakterien, Falten Rötungen,… Diese Hautanalyse ist die Grundlage für die anschließende Behandlung und die Auswahl der geeigneten Pflegeprodukte. Mein (Haut)-Konzept ist es zu erkennen, zu behandeln und zu pflegen.

Vielen Dank für das Gespräch.
Wir haben zu danken.

FUSS & FIT Haus der Gesundheit · Kemptener Straße 26
87629 Füssen · Tel.: +49 (0) 83 62 /74 99 · www.fussundfit.de

Text: Sabina Riegger · Foto: Margarete Häfelein

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