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Mit Holz in die berufliche Zukunft

Berufsgrundschuljahr Holztechnik für angehende Schreiner und Zimmermänner

Berufe mit Holz haben eine lange Tradition. Das macht sie aber nicht altbacken – ganz im Gegenteil. Die Handwerksberufe Schreiner und Zimmermann zählen zu den beliebtesten Handwerksberufen überhaupt. Die Chance, nach der Ausbildung einen Job zu finden, ist hoch.

Wer heute den Beruf des Schreiners erlernt, hat gute Karten, in diesem Handwerkszweig dauerhaft seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Viele gehen im Anschluss an ihre Ausbildung auch den Weg der Meisterprüfung, denn der Meistertitel wird im Ausland einem Bachelor-Abschluss gleichgestellt und ermöglicht auch ein weiterführendes Studium an einer Fachhochschule (FH). Wer Schreiner oder Zimmermann werden will, sollte zunächst das Berufsgrundschuljahr (BGJ) durchlaufen. Dort erlernen die angehenden Handwerker die grundlegenden Fähigkeiten für die Be- und Verarbeitung des Werkstoffes Holz. Beginnend bei der reinen Handarbeit, z.B. Sägen und Zapfen, steigern sich die Anforderungen bis hin zum Maschinenkurs. Präzises Arbeiten, die Bearbeitung von unterschiedlichen Hölzern und die Erfahrung der Belastbarkeit der Materialien erlauben einen tiefen Einblick in die Materialkunde. Die handwerklichen Qualitäten, die die Schüler im Berufsgrundschuljahr vermittelt bekommen, steigern die Chancen auf einen Ausbildungsplatz erheblich. Ein BGJ ist nach erfüllter Vollschulzeitpflicht übrigens nicht nur die Grundlage für alle technischen und künstlerischen Berufe, es fördert auch die handwerkliche Kompetenz und erhöht die Chancen auf einen der begehrten Ausbildungsplätze. Eine Ausbildung in beiden Berufen dauert drei Jahre, wobei ein erfolgreich abgeschlossenes BGJ schon als erstes Lehrjahr angerechnet wird. „Unsere Erfahrung zeigt, dass es Azubis ohne BGJ später schwerer haben in der Prüfung als die BGJler“, so Berufsschullehrer Werner Friedl. Zum BGJ gehören in der Regel vier Wochen Praktikum in einem Betrieb, denn nicht alle BGJler haben schon eine Lehrstelle. Aber wenn ein Unternehmen einen Auszubildenden sucht, erkundigt es sich zuerst nach potenziellen Kandidaten unter den BGJ-Teilnehmern. Insgesamt 28 Innungsbetriebe gibt es im Allgäu, dazu kommen noch zahlreiche Betriebe, die kein Innungsmitglied sind, aber ausbilden. In den BGJ-Klassen finden sich sogar Auszubildende aus Österreich.

Damit das Berufsgrundschuljahr in Füssen bleiben kann, ist es wichtig, die Klassen zu erhalten. 12 Schüler sind dafür notwendig, sechs für den Beruf des Zimmermanns und weitere sechs für den Beruf des Schreiners – ideal wären 18 Schüler. „Wir wollen ortsnah beschulen“, so Alfred Unsin, Schuldirektor der Berufsschule in Füssen. Um genügend geeignete Azubis finden zu können, findet jährlich eine Messe in der Füssener Mittelschule statt. Daneben gibt es noch eine Infoveranstaltung an der Realschule mit Theorie und Praxis. Eine Schulbesichtigung ist ebenfalls jederzeit möglich.

INFO
Bei Interesse an einer Grundausbildung im BGJ Holztechnik, kann man sich täglich von 8 bis 11.30 Uhr und in den Ferien mittwochs von 8 bis 10 Uhr telefonisch unter 08362 / 93 98 90 weitere Informationen holen. Die Anmeldung zum kommenden Schuljahr kann auch auf der Website der Berufsschule Füssen (www.bsoal.de) erfolgen.

Text: Sven Ademi · Foto: Sabina Riegger

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