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Die Wandertrilogie

Wo Wiesengänger zum Wasserläufer und schließlich sogar zum Himmelsstürmer werden können. Das Fernwanderwegenetz Wandertrilogie Allgäu feiert in diesem Jahr seinen fünften Geburtstag

Salopp könnte man sagen, nächstes Jahr kommt sie in die Schule, dabei ist sie schon sehr ausgereift, nachdem sich ihre Erfinder genügend Zeit genommen und ihre Geburt gründlich vorbereitet haben. Die Rede ist von der Wandertrilogie Allgäu, die heuer ihren fünften Geburtstag feiert, was kürzlich nicht mal Christa Fredlmeier bewusst war. Dabei war die aus Nordrhein-Westfalen stammende Tourismusexpertin die Projektleiterin, die 2011 damit begonnen hatte, ein 2009 im Hause der Allgäu GmbH ersonnenes Vorhaben Schritt für Schritt in die Tat umzusetzen, bis es 2014 feierlich eingeweiht wurde. Und während man wohl sagen kann, dass sich das 876 Kilometer lange Fernwanderwegenetz mittlerweile etabliert hat, freut sich denn auch Fredlmeier darüber, die die Wandertrilogie „ein touristisches Leitprodukt“ nennt, „das die gesamte Vielfalt des Allgäus erlebbar macht.“

Ohne einen festen Start- beziehungsweise Zielpunkt, führt die Wandertrilogie durch die verschiedenen Landschaftsformen des Allgäus sowie des benachbarten Tannheimer Tals im österreichischen Tirol. Auf drei Hauptrouten existieren dabei insgesamt 53 Etappen, die wiederum teilweise durch unterschiedliche Varianten und Streckenführungen gekennzeichnet sind. Durch Leitern miteinander verknüpft, können Wanderer sich die einzelnen Etappen, deren Länge sich zwischen acht und 26 Kilometer bewegt, individuell zusammenstellen und absolvieren. Über drei verschiedene Höhenlagen führend, beinhaltet die Wandertrilogie Allgäu die drei Hauptwegestrecken der Wiesengänger-Route, Wasserläufer-Route und Himmelsstürmer-Route, die jeweils für eine bestimmte Landschaftsebene oder Höhenlage stehen und alle 34 Partnerorte entlang des Fernwanderwegenetzes miteinander verbinden. Die Übergänge zwischen den drei Routen sind fließend. In den Abschnitten, in denen die Routen parallel verlaufen, wird die Wiesengänger-Route zur Wiesengänger-Wasserläufer-Route und die Wasserläufer-Route zur Wasserläufer-Himmelsstürmer-Route. Darüber hinaus gibt es mit den sogenannten Trilogieleitern Verbindungswege, die den Wanderern Wechsel zwischen den Routen ermöglichen und die drei Hauptrouten damit zu einem Wegenetz verbinden. Dieses Wegenetz ist mit dem sogenannten Steinmännle-Signet ausgeschildert, das je nach Route in einer anderen Farbe gehalten ist. Demzufolge ist die Wiesengänger-Route grün, die Wasserläufer-Route blau und die Himmelsstürmer-Route rot gekennzeichnet. Dort, wo sich die unterschiedlichen Routen überschneiden, ist das Signet zweifarbig grün-blau beziehungsweise blau-rot. Obwohl die Routen jeweils unterschiedliche Schwierigkeitsgrade aufweisen, sind die einzelnen Etappen so konzipiert, dass sie von Wanderern mit durchschnittlicher Kondition gut an einem Tag bewältigt werden können.

Das Allgäu ist bei der Wandertrilogie in verschiedene Erlebnisräume, die sogenannten Trilogieräume, unterteilt. Darin soll den Wanderern nicht nur die Natur und Landschaft des Allgäus, sondern auch die Kultur und Geschichte der Region erlebbar gemacht werden. Dabei werden auch den Orten entlang der Trilogie besondere Rollen zugewiesen, wie etwa den zehn sogenannten Portalräumen, die den Einstieg in die jeweiligen Trilogieräume bilden. Und während dort die Geschichte des jeweiligen Trilogieraums erzählt wird, beleuchten die 13 Etappenorte je eine andere Facette dieser Geschichte, wogegen weitere zehn Themenorte eine ganz besondere Geschichte oder historische Person präsentieren. Die einzelnen Routen der Wandertrilogie führen immer von Ort zu Ort beziehungsweise zu Etappenpunkten, an denen zum Beispiel Hütten als Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Die „anstrengendste Etappe der Wandertrilogie Allgäu“ ist dabei nach Meinung von Christa Fredlmeier die von Burgberg nach Rettenberg im Oberallgäu, die über den Grünten führt.

Text · Foto: Alexander Berndt

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