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„Fridays for Future“ in Füssen: Beteiligung liegt über den Erwartungen

Rund 200 Schülerinnen und Schüler aus Füssen und Hohenschwangau haben sich heute an der Demonstration für die Aktion „Fridays for Future“ in Füssen beteiligt. Zum ersten Mal sind somit auch Schüler aus der Lechstadt auf die Straße gegangen, um sich aktiv für den Klimawandel einzusetzen. Zu der Demonstration hatte die 15-jährige Michelle Derbach aufgerufen. Die gebürtige Berlinerin lebt mit ihrer Familie seit rund sieben Jahren im benachbarten Vils und ist Mitglied der Jusos in Füssen, wo sie sich als Sprecherin für die Bereiche Jugendpolitik und Umweltschutz engagiert. Vorbild für die Klimastreiks ist die 16-jährige schwedische Schülerin Greta Thunberg, die bereits seit Monaten freitags die Schule bestreikt, um für den Klimaschutz zu kämpfen. Weltweit haben sich im Lauf der letzten Monate Tausende Schüler angeschlossen.

Aufgerufen zu der heutigen Demonstration waren nicht nur Schülerinnen und Schüler der Füssener Schulen und der Umgebung, sondern auch alle, die sich generell für den Klimawandel aussprechen wollten. Zudem waren auch aus Reutte und Vils Demonstranten angereist. So hatten sich die Teilnehmer zum Auftakt der Füssener „Fridays for Future“-Demo am Mittag am Magnusplatz vor dem Rathaus formiert. Auf ihren mitgbrachten Schildern waren Slogans wie „Have some respect for our mother“, „Make earth great again“ oder “I want a hot date, not a hot planet” zu lesen. Vom Rathaus aus bewegte sich der Zug durch die Fußgängerzone in Richtung Schrannenplatz, wo die Abschlusskundgebung stattfand. In ihrer Ansprache wies Organisatorin Michelle Derbach dabei auf die Probleme der aktuellen Klimapolitik hin, erklärte in Beispielen die Kernpunkte des Klimawandels und forderte unter großem Applaus der Teilnehmer schließlich endlich eine Änderung der politischen Ziele seitens der Regierung.

Fortsetzung der Demonstrationen

Weil Michelle aufgrund der deutschen Gesetzeslage nicht selbst eine Demonstration anmelden kann, waren die Jusos der Füssener SPD solidarisch eingesprungen, um die Veranstaltung ordnungsgemäß anzumelden. „Ich bin völlig überwältigt von dem Zuspruch der Jugendlichen aber auch von dem der Erwachsenen“, bilanzierte Parteimitglied Daniel Schreiner. „Auch Vertreter des BUND und der ÖDP waren anwesend, das zeigt doch, dass es eine breite Masse in der Bevölkerung gibt, von Jung bis Alt, die sich dem Thema annehmen und dass die Jugend dafür kämpft, ist grandios. Es soll auch nicht bei dieser einen Demo bleiben. Wir wollen das künftig einmal im Monat konsequent durchführen und dann auch noch die Schüler der Realschule und des Füssener Gymnasiums mitnehmen, die hängen gerade noch in den Prüfungen. Insgesamt sind wir auf dem richtigen Weg.“

Unter den Demonstranten waren vor allem Schüler der Füssener Mittelschule sowie des Gymnasiums Hohenschwangau, die für die Teilnahme den Unterricht verlassen hatten. So wie der 14-jährige Julian, der sich der möglichen Konsequenzen sehr bewußt ist. „Wir sind einfach nach der vierten Stunde gegangen“, sagt er. „Wir haben kein Recht dazu, dass wir hier teilnehmen, haben einige Lehrer zu uns gesagt. Es wurden auch Verweise oder Nachsitzen und Strafarbeiten angedroht. Aber bei mir ist es so, wenn es um meine Zukunft geht, schrecke ich vor nichts zurück. Es geht hier um unsere Zukunft und die meisten Lehrer ignorieren das einfach.“ „Wir wollten auch schon längst einmal an so einer Demo teilnehmen, hatten aber bisher nie eine Gelegenheit dazu“, ergänzt die 15-jährige Michelle aus Hogau. „Wir werden auch nächstes Mal wieder dabei sein, und auch in den Ferien, da verpassen wir dann wenigstens keine Stunden.“

Auch von Seiten der Polzei fiel die Bilanz für die Veranstaltung positiv aus. „Wir hatten keinerlei Probleme“, so ein Polizeisprecher. „Es ist völlig in Ordnung, wenn sie so demonstrieren. Man muss allerdings abwarten, wie sich das entwickelt und dann eventuell auch situationsbedingt reagieren. Man wird sehen, ob der Zulauf hier auf dem Land so groß ist, wie in den Städten und Ballungsräumen. Wenn das der Fall ist und es mehr Menschen werden, muss man vielleicht auf andere Plätze ausweichen, als hier in der Fußgängerzone.“

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