Lokales

Forggensee Aufstau hat bereits begonnen

Arbeiten am Damm stehen vor dem Abschluss

Die Arbeiten am Forggensee Staudamm bei Roßhaupten sind in wenigen Monaten abgeschlossen. Damit steht einem Aufstau des Sees, der im vergangenen Jahr aufgrund der Sanierungsarbeiten trocken bleiben musste, nichts mehr im Wege. Vorausgesetzt die aktuelle Schneeschmelze trägt ihren Teil dazu bei, soll der See bis zum 1. Juni dieses Jahres wieder voll sein. Dies bestätigte der Kraftwerkbetreiber Uniper am Nachmittag vor Ort. Bis Ende Juli, so rechnet der Betreiber, soll auch die Vollsperrung der Verbindungsstrasse zwischen Roßhaupten und Buching aufgehoben werden und über den Damm wieder befahrbar sein.

Denn auf der Baustelle ist heute offiziell die letzte sogenannte Lamelle der Erdbetonschlitzwand im Damm bei Roßhaupten ausgehoben worden. Diese letzte Lamelle bildet nun zusammen mit den bereits erstellten 76 weiteren Lamellen eine durchgehende Erdbetonschlitzwand über die Länge von cirka  226 Metern und damit über die gesamte Länge des Dammes. Die Schlitzwand ist ab Mitte Oktober, mit nur zwei Wochen Weihnachtspause und ohne eine Winterunterbrechung, in einer Bauzeit von nur sechs Monaten fertiggestellt worden.

„Angesichts der technischen, geologischen und klimatischen Bedingungen einer Baustelle hier am Fuß der Allgäuer Alpen auf fast 800 Meter Höhe ist das eine sehr gute Zeit und ich freue mich, dass wir ohne nennenswerte Verzögerungen oder gar Unfälle bis hier her gekommen sind. Mein Dank und meine Anerkennung gilt allen Beteiligten und ich wünsche uns allen, dass es zügig, unfallfrei und erfolgreich weitergeht“, so Dr. Andreas Bauer, Gesamtprojektleiter der Uniper Kraftwerke. Zu den besonderen Herausforderungen während der Erstellung gehörte neben den Wetterkapriolen der große Anteil an zu fräsendem Fels, weswegen die Zähne der Fräse teilweise stark beansprucht wurden. Insgesamt wurden über 4.700 Fräszähne aus Widia-Stahl verschlissen.

Insgesamt sind knapp 17.000 Kubikmeter Erdbeton für die Schlitzwand verbaut worden. Die längsten Lamellen mit bis zu 70,5 Meter befinden sich im rechten Bereich des Damms. Die kürzesten Lamellen mit 20 Metern Länge befinden sich an den jeweiligen Seiten des Damms hin zur Uferböschung. Die Erdbetonschlitzwand steht bis zu 30 Meter im gewachsenen Fels unter dem eigentlichen Dammkörper und wird die Standsicherheit des Dammes für die nächsten Jahrzehnte gewährleisten. Mit der Fertigstellung dieser Lamellen sind die Arbeiten an der eigentlichen Schlitzwand abgeschlossen. Ebenfalls im Zuge dieser Arbeiten wurde ein hochmoderndes Kontrollsystem aus Glasfaser eingebracht. Alleine die Erstellung dieser Schlitzwand hat mit über 20 Millionen Euro zu Buche geschlagen.

Weitere Arbeitsschritte notwendig

Bevor der Damm wieder wie gewohnt befahren werden kann, sind allerdings noch weitere Arbeiten für die Dammdichtung und zur Wiederherstellung der Straße samt Gehweg notwendig. Bis diese Arbeiten endgültig abgeschlossen sind, muss der Damm aus Sicherheitsgründen für den öffentlichen Verkehr also noch gesperrt bleiben. Die Behelfsumleitung für Fußgänger und Radfahrer wird allerdings bereits ab dem 12. April wieder zur öffentlichen Benutzung freigegeben.

Aufstau unabhängig vom weiteren Verlauf der Baustelle

Mit dem langsamen Aufstau des Sees wurde nach der winterlichen Abstauphase schon vor einigen Tagen begonnen. In den nächsten Wochen plant Uniper, vorbehaltlich der Entscheidung des projektbegleitenden Expertengremiums, das zufließende Schneeschmelzwasser möglichst so in den Forggensee einzuspeichern, dass bis Ende Mai der Vollstau bei 780,50 mNN erreicht und damit auch die Schiffbarkeit des Forggensees gegeben ist. „Aufgrund der aktuellen Schneelage in diesem Jahr sind wir optimistisch, was das betrifft“, so Andreas Bauer. Sollte es in Sachen Zufluss, Sicherheit, Ökologie und betrieblicher Belange möglich sein, plant Uniper, den Vollstau des Forggensees im Herbst 2019 ausnahmsweise bis zum Ende der Herbstferien aufrecht zu erhalten, um damit einen kleinen Beitrag zur Verlängerung der touristischen Saison in der Region zu leisten.

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