GesundheitLeben

Natürliches gegen Heuschnupfen

Welcher geplagte Pollenallergiker kennt das nicht: gerade im Frühjahr und/oder Sommer entstehen Symptome wie Schnupfen mit laufender oder verstopfter Nase, Niesreiz, Bindehautentzündung mit Jucken der Augen, Brennen, Tränen …

Je nachdem, gegen welche Pollen man allergisch ist, hat man natürlich auch teilweise seine ganz schlechten „Phasen“. Hilfe bietet in jedem Falle ein sog. Pollenflugkalender, der die Hauptzeiten der verschiedenen Pflanzen anzeigt und sie sozusagen schon mal „vorwarnen“ kann. Neue Gefahren entstanden in den letzten Jahren durch die aus Nordamerika eingeschleppte Beifuß-Ambrosie aus der Familie der Korbblütler, die eine doppelt so starke allergene Wirkung wie Gehölz oder Gräser hat. Diese Pollen sind sehr fein und können besonders tief in die Lunge eindringen, was auch die Asthma-Gefahr erheblich erhöht.
Im Gegensatz zu chemischen Präparaten haben naturheilkundliche Mittel schon einmal den großen Vorteil, dass sie nicht müde machen, was durchaus der Fall sein kann, und: man kann sich das Medikament individuell passend zu seinen Beschwerden aussuchen! Beginnen möchte ich gerne mit einigen bewährten Präparaten aus der Homöopathie:

Luffa operculata (Schwammgurke)
Luffa ist ein in Süd- und Mittelamerika unter dem Namen Esponjilla (Schwämmchen) bekanntes Kürbisgewächs. Die mehrere Meter hohe Kletterpflanze besitzt herzförmige Blätter, leuchtend gelbe Blüten und eiförmige, etwa 10 cm lange Früchte, die stachlig sind und ein fasriges, schwammartiges Gewebe enthalten. Für die Verwendung als Hausmittel kocht man aus den Pflanzenteilen einen Sud. Dieser wird bei Nebenhöhlenentzündungen in die Nase geträufelt oder durch die Nase hochgeschnupft. Daraufhin setzt eine sehr starke Absonderung verflüssigten Nasensekrets ein, die nach mehrmaliger Anwendung zum Abklingen chronisch entzündlicher Schleimhautveränderungen führen soll.
Für die Herstellung des homöopathischen Mittels verwendet man Pflanzenteile einschließlich der kompletten Früchte, aus denen ein wässriger Auszug hergestellt wird. Danach wird dieser entsprechend der homöopathischen Lehre potenziert.
Prinzipiell eignet sich Luffa zur Behandlung bei den unterschiedlichsten Formen von Schnupfen, einerseits bei einer erkältungsbedingten verstopften Nase zum Freimachen und auch dazu, den Schleimfluss in Gang zu bringen. Aber ebenso bei Fließschnupfen, wie er beispielsweise bei Allergien vorkommt, kann man Luffa gut einsetzen. Symptome, die hier genauso in diesem Zusammenhang mit behandelt werden können, sind: Mundtrockenheit, zäher Schleim in Mund und Rachen, besonders morgens, Räusperzwang, Niesanfälle mit dünnflüssigem Nasensekret. Die Dosierung und Wirkstärke richten sich nach Beschwerdebild und Akutizität.

Galphimia glauca (Kleiner Goldregen)
Der bis zu 180 cm hohe Strauch gehört zur Familie der Malpighiaceae. Ein Aufguss der Blüten wird in der Volksmedizin als Beruhigungsmittel eingesetzt. Auch gegen Halsschmerzen und Durchfall könne er helfen. In den Regenwäldern Brasiliens und Mexikos sollen die Medizinmänner die Pflanze außerdem gegen heuschnupfenähnliche Beschwerden eingesetzt haben. Dies erregte die Aufmerksamkeit eines Pflanzensammlers, der Mitte der 1960er Jahre Exemplare des Strauches mit nach Deutschland brachte. So erhielt der kleine Goldregen Einzug in die Liste der homöopathischen Mittel. Galphimia glauca ist einsetzbar bei allergischen Reaktionen, die sich an den Augen, der Nase und den Atemwegen abspielen, wie es bei Heuschnupfen der Fall sein kann. In sehr ausgeprägten Fällen kann eine solche Allergie sogar zu Atemnot führen, allerdings sind meist nur die Schleimhäute von Augen und Nase betroffen – also die Augen brennen und sind gerötet, die Nase läuft und die Nasenschleimhaut ist geschwollen. Galphimia soll ebenfalls bei allergischen Hautreaktionen hilfreich sein. Interessant auch zu wissen: Auf der Homepage der Carstens-Stiftung ist die Empfehlung einer vorbeugenden Einnahme von Galphimia glauca D12 zu lesen: so soll man die Behandlung 7 Wochen vor dem erwarteten Ausbruch der Allergiesymptome beginnen. Dazu nimmt man für 3 Wochen täglich 5 Globuli D12, pausiert 1 Woche und wiederholt dann den Einnahmezyklus. Diese vorbeugende Maßnahme soll Allergiesymptome verhindern oder zumindest abschwächen.

Cardiospermum halicacabum (Herzsame)
Ein anderer Name lautet auch Ballonrebe. Ihre deutschen Namen leiten sich von den orange-braunen, ballonartigen Kapselfrüchten und dem herzförmigen Fleck auf den schwarzen Samenkörnern ab. Durch die verschiedenen Inhaltsstoffe besitzt die Pflanze auch eine medizinische Wirkung. Dahinter stecken Saponine, Tannine, Alkaloide und Flavonoide, die in ihrer Kombination entzündungshemmend und juckreizstillend sind. Traditionell wird sie deshalb innerlich zur Heilung bei Erkrankungen der Atemwege, Rheuma, Störungen des Verdauungstraktes und der ableitenden Harnwege verabreicht. Auch bei verzögerter oder fehlender Regelblutung sowie zur Anregung von Wehen wird sie besprochen. Auch die äußerliche Anwendung zur Juckreiz-Stillung und Entzündungshemmung ist gebräuchlich. In der Homöopathie bewegt sich der Einsatz von Cardiospermum in unserem Bereich bei folgenden Symptomen: entzündlich-allergische Erkrankungen der Atemwege, Insektenstiche, Nesselsucht, sehr starker Juckreiz, häufiges Niesen mit Fließschnupfen, bei „Erdbeerallergie“, um nur einiges zu nennen. Die Behandlung kann äußerlich mit Cremes oder Salben, aber auch innerlich z.B. in Form von Globuli erfolgen.

Auch Honig ist vermutlich eines der ältesten Heilmittel gegen Pollenallergie. Beim Verzehr von speziellen Honigsorten spricht man von einer sog. Desensibilisierung. Zu beachten ist: der Honig muss Pollen enthalten, gegen die man allergisch ist – er darf nicht erhitzt und muss unfiltriert sein. Eine solche Pollenaufnahme durch den Verzehr des Honigs gewöhnt den Körper nach und nach an den Umgang mit den Pollen aus der Umgebung und wirkt so als natürliches Mittel gegen spezielle Allergien. Zwei mal täglich einen TL voll zusammen mit einer Mahlzeit. Obstblütenhonig enthält z.B. Haselnuss-, Birken- und Weidenpollen und ähnliche Frühblüher, der Sommerblütenhonig enthält Lindenpollen und ist außerdem zu empfehlen bei Allergien gegen Brennnesseln und weiteren Pflanzen, die von Anfang Juni bis August blühen.

Alles Gute für Sie und alle Heuschnupfen-Geplagten
Ihre Apothekerin
Simone Wagner

Verwandte Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Dich auch interessieren

Close
Back to top button
Do NOT follow this link or you will be banned from the site!
Close