Menschen

Labinot Rexha

Ich bin da angekommen wo ich immer sein wollte. Dafür bin ich dankbar!

Als Labinot Rexha mit 16 Jahren nach Deutschland kam, hat er schon jede Menge erlebt. Krieg, Angst, Flucht… alles, was ein Kind nicht erleben sollte. Vielleicht war es genau das, was den heute 30-Jährigen so vorangetrieben hat, aus seinem Leben das Beste zu machen. Sein Großvater Muharrem war ihm ein Vorbild. „Er war immer da und hat mir viel beigebracht und gezeigt. Ich habe von ihm sehr viel gelernt, vielleicht auch seinen Ehrgeiz mitbekommen, sich durchzusetzen.“

Als der Krieg im Kosovo ausbrach, war Labinot Rexha zehn Jahre alt. In Gjakove, einer Stadt nahe der Grenze zu Albanien, hatten sie ein großes Haus. Viele Flüchtlinge aus anderen Gebieten des Kosovos fanden dort Unterschlupf. „Manchmal waren wir bis zu 90 Personen im Haus“, erinnert sich der Geschäftsmann heute. Vergessen hat er die Zeit nicht, auch nicht die Strapazen, die damit verbunden waren, wie die Flucht nach Albanien, Italien und die Schweiz innerhalb eines Monats. „Im Krieg haben wir viel gelernt, vor allem aber zu überleben“, so Labinot Rexha heute. Wie viele andere Kosovaren seiner Generation trägt auch er einen Namen einer albanischen Stadt, die in Mittelalbanien liegt.

In Deutschland wollte er kein Niemand sein. Die Beharrlichkeit zu lernen brachte ihn weiter. Er ist Malermeister, freier Bau – und Bodensachverständiger für Schäden an und in Gebäuden, Sachverständiger für Schimmel und Feuchte, Sachverständiger für Wertermittlung, Technischer Fachwirt (HwK – Handwerkskammer), ein Spezialist was die Themen Baurecht und Ausschreibungen anbetrifft.

„Als ich 2004 nach Füssen kam, musste ich mich erst einmal ganz neu orientieren. Gymnasium und Realschule waren tabu, weil es mit der Sprache nicht klappte. Ich kam auf die Hauptschule. Einer meiner ersten Lehrer war Lothar Schaffrath. Er gab mir Deutschunterricht“, erzählt Rexha. Danach ging es klassisch weiter: Schulvorbereitungsjahr für Metallberufe und dann noch die Berufsfachschule Metall. Dass er letztendlich Maler lernte, kam dadurch zustande, dass er selbst die Initiative ergriff und sich überall vorstellte. Unter anderem auch bei einem Malerbetrieb in Füssen. „Ich bekam die Chance eine Ausbildung zu machen. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich habe viel gelernt“, meint er rückblickend.

Nach seiner Gesellenprüfung meldete sich der Familienvater gleich zur Meisterprüfung an. „Ich musste drei Monate warten bis der Kurs begann. Es blieb mir nichts anderes übrig, als mich selbstständig zu machen, weil ich nicht übernommen wurde und nicht gleich einen Job bekam. Heute bin ich froh, dass es so gekommen ist. Es heißt ja, dass es keine Zufälle gibt. Alles kommt so wie es kommen muss“. Labinot Rexha erzählt nüchtern, wohlwissend, dass zu allem ein bisschen Glück dazu gehört. Und das hatte er. Für die Gründung seiner Firma bekam er eine Sondergenehmigung, denn der Beruf Maler ist ein Meisterberuf und ohne Meister ist eine Firmengründung nicht möglich.

Die ersten Jahre waren schwierig. Lernen und gleichzeitig eine Firma aufzubauen war nicht einfach. Bis vor zwei Jahren arbeitete Rexha noch auf den Baustellen mit. Jetzt ist er für die Akquise und die Ausschreibungen zuständig. Seinen Vater, der bei der Stadt Füssen arbeitete, holte er in die Firma. „Er ist meine rechte Hand und unterstützt mich sehr“, ist er froh.

Heute gehört seine Firma „Rexha Maler- und Lackiermeisterbetrieb GmbH & Co. KG“ zu den größten in der Region. Sein Tätigkeitsfeld ist keineswegs nur auf Füssen begrenzt. Großprojekte wie das Studentenwohnheim (WOB) in München, Betreutes Wohnen in Vorarlberg, Plaza in München beim Ostbahnhof, die LMU, das Ameron Hotel in Hohenschwangau, die Rosenau in Kempten, und viele mehr tragen seine Handschrift.

Die Auftraggeber können sich auf seine langjährige Erfahrung, Kreativität und innovativen Techniken verlassen. Dabei ist ihm der umwelttechnische Aspekt besonders wichtig. „Der Einsatz wasserlöslicher und umweltschonender Farben ist uns hier ein besonderes Anliegen“, bekräftigt er. Dies gilt auch für die Fassadenreinigung, die nach den neuesten Bestimmungen der Umweltbehörde ausgeführt wird. Die vielen Lagerräume beinhalten jede Menge Material, angefangen von Farbkübeln, verschiedenen Tapeten, Putze bis hin zu den spezifischen Werkzeugen.

Ab dem 1. April zieht der Meisterbetrieb in die Bahnhofstraße 12 ein, in ein Büro mit über 140 Quadratmetern Fläche. Die Lagerräume bleiben weiterhin in der Kemptener Str. 8.

Labinot Rexha, der mittlerweile deutscher Staatsbürger ist, ist zufrieden. „Meine Ziele habe ich erreicht. Von der Selbstständigkeit bis zum eigenen Heim. Ich fühle mich als Füssener, es ist meine Stadt und ich will wissen, was hier passiert. Ich will mitentscheiden, mitbewegen und kommunalpolitisch ein Teil dieser Stadt werden, deswegen möchte ich für den Stadtrat kandidieren.“ Für den Familienmenschen Rexha ist es selbstverständlich etwas zurückzugeben, wenn er etwas bekommen und dankend angenommen hat.

Rexha Maler- und Lackiermeisterbetrieb GmbH & Co. KG
Bahnhofstraße 12
87629 Füssen
Telefon: +49 8362 926 15 37
Telefax: +49 8362 926 15 39
E-Mail: info@rexha.de

Außenbereich:
Neben Malerarbeiten an der Fassade Ihres Gebäudes unterstützen wir Sie mit Betonsanierungen, Farbgestaltung, Schutz- und Werterhaltungen und weiteren individuellen Dienstleistungen.

Innenbereich:

  • Wir führen sämtliche Maler-, Lackier- und
    Tapezierarbeiten durch.
  • Wir beherrschen unterschiedliche Techniken, die es erlauben, Ihre Räume individuell nach Ihren Wünschen zu gestalten.
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  • Unsere große Tapetenkollektion steht in unserem Geschäft für Sie zur Ansicht zur Verfügung. Auf Wunsch bestellen wir Ihnen auch Ihre Traumtapete für jedes Zimmer.

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Unser Malerbetrieb führt Maler- und Lackierarbeiten aller Art sowie Innen- und Außenputzarbeiten durch, des weiteren bieten wir WDVS (Wärmedämmverbundsysteme) an.

Text · Foto: Sabina Riegger

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