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25 Jahre Kleiderkiste in Füssen

Eine Einrichtung, die sehr gut angenommen wird

Gebrauchte, gut erhaltene Kleidung muss nicht unbedingt auf dem Müll landen, sie kann auch noch einem guten Zweck dienen. Zumal das, was vor 25 Jahren als „Kleiderkammer“ begonnen hat, mittlerweile auch gar nicht mehr wegzudenken ist. Denn immer mehr Menschen nutzen den ehrenamtlichen Dienst, den 20 engagierte Frauen in der Lechstadt anbieten. Das Angebot reicht von Koffern über Schuhe und Bett- oder Tischwäsche bis hin zu Kleidung und Taschen. Dabei werden alle Stücke kontrolliert, bevor sie wieder abgegeben werden.

Angefangen hat es damals mit der Gründung des AKIA, einem Arbeitskreis zur Integration von Aussiedlerfamilien, die damals in großer Zahl im Ostallgäu eintrafen. Viele von ihnen trugen nur einen einzigen Koffer mit sich und verfügten kaum über Bekleidung. So entstand die Idee mit der Kleiderkammer, die rund zwei Jahre später in die „Kleiderkiste“ umbenannt wurde. Für die ersten beiden Jahre fanden die Damen einen Platz in den Baracken der Bundeswehr im ehemaligen Venetianerwinkel. Dort wurden damals auch die ersten Kleidungsstücke angenommen und abgegeben. „Allerdings war es in den Wintermonaten oft sehr kalt“, erinnert sich Leiterin Ortrun Zarnack-Marschall. Als bekannt wurde, dass die Baracke vor dem Abriss stand, wurden der Kleiderkiste Räume im Untergeschoß des ehemaligen Landratsamtes zur Verfügung gestellt. Der Zulauf vergrößerte sich fortan, ebenso wie der Bekanntheitsgrad. So stellte die Stadt Füssen der Vereinigung noch mehr Räumlichkeiten und somit auch mehr Platz zur Verfügung. „Mit Stolz können wir heute auf unsere Kleiderkiste schauen, die sich aus bescheidenen Anfängen mit viel Einsatz und Fleiß zu einer sehr gut angenommenen Einrichtung entwickelt hat“, so die Leiterin.

Eine Legitimation für den Erwerb von Kleidung ist bei der Kleiderkiste nicht nötig, jeder kann den Dienst in Anspruch nehmen. Immerhin kommen zu den Kleiderausgaben bis zu hundert Bürgerinnen und Bürger. „Man kann sogar sagen, es nimmt ständig zu.“ Mit den Verkaufserlösen unterstützt die Kleiderkiste zudem bereits seit 1993 mit mehreren tausend Euro pro Jahr verschiedene soziale Einrichtungen in der Region. Eine Jeans kostet in der Regel einen Euro, ein Hemd zwei Euro. So müssen für die Spendenaktion im Jubiläumsjahr, bei der jetzt Spenden in Höhe von etwa 6.500 Euro erbracht wurden, rund 3.500 Kleidungsstücke an den Mann oder die Frau gebracht werden. Angenommen werden die Kleidungsstücke, bis auf die Sommermonate August und September, immer am ersten Mittwoch im Monat. Die Abgabe findet jeweils eine Woche später statt.

Text: pm · Foto: Manfred Sailer

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