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Ein Neubeginn im alten „Zuhause“

Der Schindauball ist wieder im Gasthof Krone

Über drei Jahrzehnte fand der legendäre Faschingsball der Schindauer am „G’Lumpigen Donnerstag“ im Gasthof Krone statt. Scharfzüngige Sketche, selbstkomponierte Lieder und jede Menge anderer Aufführungen lockten die Besucher in Scharen. Die Schindauer spiegelten das Wohnzimmer Füssens wider. Weil man den Besuchern mehr Platz anbieten wollte, entwickelten die Schindauer mit dem damaligen Wirt Clive Smith ein neues Konzept. Die Aufführungen und die Singeinlagen sollten abwechselnd in der Stube und dem großen beheizten und überdachten Biergarten stattfinden. Das Konzept ging nicht auf und die Zuschauerzahlen nahmen ab. Als dann die Übergabe des Gasthofes an einen neuen Pächter erfolgte und die Zusammenarbeit mit der neuen Wirtin nicht zustande kam, mussten die Schindauer sich nicht nur ein anderes Konzept überlegen, sondern sich auch ein neues Domizil suchen. Nur wenige Schritte vom Gasthof Krone entfernt bekamen die Schindauer die Möglichkeit, ihren Ball im „Madame Plüsch“ zu abzuhalten. Vier Jahre hielten sie in dem Nostalgie-Restaurant, das im Stile der 20er Jahre gehalten ist, ihre „Ratssitzungen“ ab – ein feines Feuerwerk an satirischen, humorvollen und manchmal auch bissigen Texten und Liedern. Der Schindauball hat ab da eine neue Form bekommen und sich den Platzgegebenheiten angepasst. Jetzt kehren sie wieder in den Gasthof Krone zurück. „Nach Hause“, wie es manche bezeichnen würden.

„Zeno Halasz ist der neue Pächter des Gasthofes. Er hat uns angesprochen, ob wir nicht wieder in die Krone zurück kommen wollen und dass er sich sehr darüber freuen würde, diese Tradition dort, wo sie begonnen hat, wieder weiterzuführen. Wir haben uns sehr über diese Anfrage gefreut. Wollten es allerdings vorher mit Tanja Hergesell, unserer bisherigen Wirtin von Madame Plüsch, absprechen. Das war uns sehr wichtig“, erklärt Thomas Schinagl, Vorsitzender des Schindauvereines, den Grund für die Rückkehr. Tanja Hergesell freut sich mit den Schindauern. „Sie haben jetzt viel mehr Platz. Ich werde auf jeden Fall dabei sein“. Einen Schindauball wie es ihn früher gab, wird es nicht geben. Keine Sketche, keine Karikaturen von Füssener Originalen dafür gibt aber das Schindauballett und die Ratsherrensitzung mit neuen Liedern vom Ratsherrenchor. „Wir nehmen Themen aus der Stadt auf, die wir sozusagen diskutieren und persiflieren“, erklärt Magnus Lipp, der stellvertretende Vorsitzende. Thomas Schinagl sieht den Umzug in die „Krone“ als einen Neubeginn „Wir müssen die Gäste neu motivieren und anwerben. Das Pflänzchen muss man wieder aufpäppeln. Man darf nicht beleidigt sein, wenn vielleicht nicht so viele Gäste kommen, deswegen dürfen wir nicht aufgeben“, so der Vorsitzende.

Seit 46 Jahren sind die Beiden dabei und organisieren und planen den Schindauball, es ist der letzte Ortsteil-Ball den es so in Füssen gibt.

INFO
Schindauball im Gasthof Krone
am Donnerstag, 28. Februar 2019.
Einlass ab 17 Uhr. Begin 19.59 Uhr.
Es sind keine Platzreservierungen möglich.
Der überdachte und beheizte Biergarten mit Bar und Musik ist geöffnet.

Text: Sabina Riegger · Foto: Sabine Müller

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